Kategorie: Reisen

Irland 2013 – Teil 5 – Vierter Tag

irland_klAn diesem Tag musste wir leider schon wieder Abschied nehmen von Killarney, denn es ging weiter in unser nächstes Quartier in Dublin. Als erstes machten wir uns allerdings etwas sorgen denn der Tag startete mit Regen. Wir starteten Richtung Mallow und weiter nach Fermoy wo auch unser erster Tankstopp lag und wir auch den Regenkombi ausziehen konnten da der Regen aufgehört hatte und sich die ersten Lücken zwischen den Wolken auftaten. Um etwas schneller voranzukommen, fuhren wir auch gleich auf die Autobahn. Dadurch erreichten wir recht zügig unser erstes Ziel des Tages – den Rock of Cashel – dies ist eines der irischen Wahrzeichen – eine Burgruine die auf einem 65 m hohen Felsen gelegen ist und eine sehr lange Vergangenheit hat. Nach einer ausgiebigen Besichtigung machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Dublin – dabei fuhren wir die meiste Zeit auf der Hauptstrasse neben der Autobahn. Erst kurz vor Dublin fuhren wir auf die Autobahn und folgten dem Navi zu unserem Hotel im Stadtinneren. Leider hatte das Hotel keinen eigenen Parkplatz, daher mussten wir die Motorräder in einer großen Parkgarage unterbringen und dazu einen kleinen Fussmarsch auf uns nehmen.

Nach einer kurzen Pause entschieden wir uns erst am nächsten Tag in die Stadt zu gehen und genossen ein nettes Abendessen im Hotel.

 

Irland 2013 – Teil 4 – Dritter Tag

irland_klDer dritte Tag in Irland startet schon mal wesentlich besser als der vorherig – es ist trocken. Da wir gestern aussetzen mussten, hätten wir einen Teil im Süden verpasst den wir unbedingt fahren wollten. Also wurde an diesem Tag das Programm etwas angepasst und erweitert. Als erstes machten wir die Halbinsel Dingle unsicher. Dazu fuhren wir von Killarney nach Tralee – weiter ging es über Camp, Stradbally und den Connor Pass nach Dingle. Leider konnten wir aus Zeitmangel in der Stadt Dingle dann doch keinen Ausflug mit dem Boot zu dem berühmten Delphin machen, der in der Bucht lebt. 🙂 Nach einem Spaziergang im Hafen machten wir uns über Anascau, Aughils und Boolteens auf den Weg nach Kilorglin um dem Ring auf Kerry zu folgen.
In Cahersiveen machten wir einen Abstecher zur Burgruine „Ballycarberry Castle“. Danach bogen wir von der Hauptroute ab und fuhren auf nach Portmagee, später fanden wir auf diese Strecke noch einen schönen Aussichtspunkt der aber nur nach einem kurzen Fußmarsch zu erreichen war. Zurück auf der Hauptstraße gings weiter nach Waterville wo wir in einem Pub eine Pause einlegten (in Warterville lebte Charlie Chaplin einige Zeit). Auf der Südseite folgten wir weiter der Hauptstraße bis nach Blackwaterbridge, wo wir Richtung Derreendarragh abbogen und nach Molls Gap kamen. Danach gab es noch den bekannten „Ladies View“ (Königin Victoria genoss diesen Ausblick auch schon). Zurück ging es dann durch den Killarney National Park zum Hotel.

Das war ein anstrengender aber auch beeindruckender Tag mit vielen tollen Landschaften – leider war die Zeit zu kurz, da es noch viel mehr zu sehen gegeben hätte. Eigentlich sollte man dafür mindestens drei Tage einplanen.

Irland 2013 – Teil 3 – Zweiter Tag

irland_klDer zweite Tag begann mit einem ernüchternden Blick in Richtung Himmel, der sich mit grauen Regenwolken überzogen hatte. Nach etwas zögern hatten wir uns dann doch entschlossen uns auf den Weg zu machen und die Tagestour in Angriff zu nehmen. Wir wollten an diesem Tag den Ring of Kerry abfahren und fuhren erst Mal nach Killorglin. Kurz nach dem Ort machten wir nochmal Halt und beratschlagten uns nochmal. Es gab die einstimmige Entscheidung an diesem Tag nicht mehr weiterzufahren, da es zu gefährlich und keine Wetterbesserung in Sicht war.

Nach unserer Rückkehr nach Killarney und uns wieder etwas wärmer wurde, machten wir erst Mal Pause im ersten Pilspub in der Nähe des Hotels. Da sich hier der Regen nun etwas in Grenzen hielt machten wir uns nach einer Stärkung auf den Weg zu der Burg in Killarney „Ross Castle“. Die Festung liegt am See Lough Leane und lag früher auf einer Insel. Die Burg dürfte aus dem späten 15. Jahrhundert stammen war der Stammsitz des O’Donoghue-Clans. Es gibt Führungen durch die Anlage und man kann mit Booten zu zwei kleinen Inseln fahren. Wirklich empfehlenswerter Ausflug (und das obwohl es geregnet hatte).

Nach einem ausführlichen Spaziergang um die halbe Insel traten wir den Rückweg diese Mal mit einer Pferdekutsche an. Immerhin ein PS! So mussten wir die ca. 4 km nicht wieder zu Fuß gehen und wurden direkt vor dem Hotel abgeliefert (Kosten ca. 40 €).

Nach diesem kulturellen und anstrengenden Ausflug besuchten wir abends wieder unser „Stamm“ Pub in Killarney und hofften auf besseres Wetter am nächsten Tag.

Irland 2013 – Teil 2 – Erster Tag

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Hier nun Teil zwei zu meinem Motorrad-Urlaub in Irland 2013

Die Fähre erreichte pünktlich den Hafen und wir konnten die Fähre  verlassen – der Himmel war etwas bedeckt. Als erstes sammelten wir uns nochmal um die Tour festzulegen und einen armen Motorradfahrer zu treffen, dem aus seiner ER5 das Benzin ausgelaufen war.
Danach riefen wir uns nochmal genau in Erinnerung, das wir auf der linken Seite fahren mussten. Im Nachhinein muss ich feststellen, das diese Fahrweise gar nicht so schlimm war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenn man etwas defensiv fährt und eher mal stehen bleibt als blind drauf los zu fahren klappt das sehr gut. Wenn man in Kreisverkehren immer fleißig nach rechts kuckt, statt nach links, kann fast nichts mehr schief gehen. 🙂 Weiterlesen

Irland 2013 – Teil 1 – Die Verladung und Anreise

irland_klDie Verladung auf den Transporter von Bikertransit war relativ problemlos. Wenn man das Prinzip mal verstanden hat, geht es schnell. Man muss nur aufpassen, dass man bei so unterschiedlichen Motorrädern die Ladefläche optimal ausnutzt.
In der hinteren Kabine des Transporters ist Platz für vier Personen, wir haben das genutzt und den freien Platz als zusätzliche Staufläche verwendet. Einige Helme fanden unter den Sitzen Platz – bei vier Motorrädern und sechs Personen ist es fast unerlässlich das Gepäck auf den Bikes und der Ladefläche zu verzurren.
Wir haben unseren Transporter bei der Fa. Holzner (Kawasaki – Händler in 94166 Stubenberg) in Empfang nehmen können – fast schon optimal. Die Bikes haben wir schon am Vortag der Abreise verladen – um dann schnell aufbrechen zu können – die Bikerkollegen aus dem Bayerischen Wald haben wir am Rastplatz Hauzenberg aufgelesen 🙂

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Reisen: Irland 2013

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Nachdem wir im vergangenen Jahr faul waren und uns am Gardasee entspannt haben, wird es 2013 wieder Zeit etwas Spannendes zu unternehmen. Hier ist unsere Wahl ziemlich schnell – auch durch einen Zufall bedingt – auf Irland gefallen. Zusammen mit zwei Freunden und deren Ehefrauen die wir aus dem Biker-Forum 4riders kennen, starten Gelati und ich dieses Mal auf die grüne Insel.
Die Vorplanungen sind inzwischen abgeschlossen und wir haben uns wieder in die bewährten Hände der Motorradreise-Spezialisten von Feelgood begeben. Da unsere Reisezeit diese Mal etwas beschränkt ist und wir nicht zwei Wochen Zeit haben, wurde uns die Reise wieder auf den Leib geschneidert.
Wir haben sechs Übernachtungen in Irland und je eine bei An- und Abreise auf der Fähre.
Als erstes aber noch kurz etwas zu unserem Transportmittel bis zur Fähre:
Da es bis zur Fähre in Cherbourg (Frankreich) ca. 1.400 km Fahrstrecke sind aus dem tiefen Niederbayern, haben wir wieder nach einer Alternative gesucht. Leider gibt es in diese Richtung keinen Reisezug der Deutschen Bahn (wie bei unserer Norwegen-Tour). Bei den Recherchen sind wir auf die Firma Bikertransit gestossen. Diese war sehr entgegenkommend bei unserer Planung. So können wir den Transporter optimal ausnutzen. Alle vier Motorräder finden auf der Ladefläche Platz und in der Doppelkabine können alle sechs Reiseteilnehmer sitzen.
Der Transporter wird dann in Frankreich am Fährhafen abgestellt und wartet wieder auf uns wenn die Irland-Tour zu Ende ist.

Von Cherbourg geht es mit der Fähre nach Rosslare wo wir gegen Mittag ankommen und dann weiterfahren in den Westen zu unserem ersten Hotel in Killarney – Old Weir Lodge. Dort bleiben wir dann für drei Nächte. Es sind Ausflüge zur Panoramaküstenstraße Ring of Kerry und zur Halbinsel Dingle geplant.
Weiter geht es dann in den Osten nach Dublin. Übernachtet wird im Maldron Hotel. Hier bleiben wir wieder drei Nächte und haben die Chance für eine Stadbesichtigung und einen Ausflug in die Wicklow Mountains.

Reiseteilnehmer:

Karl-Heinz und Maria – Kawasaki VN1500
Hans und Monika
Gerhard (Gelati) – Aprilia Tuono
Gerhard (Jungsi) – Aprilia Tuono

Stilfser Joch – ab 2013 Maut!

Einer der spektakulärsten befahrbaren Alpenpässe wird ab 2013 mautpflichtig! Nach jahrelangem Widerstand aus der Tourismusbranche werden nun ab Januar folgende Gebühren erhoben:

  • Motorräder und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen: 10 Euro für die Wochenvignette
  • Fahrzeuge über 3,5 Tonnen: 30 Euro für einen Tag
  • Saisonvignette: 60 Euro
  • gratis: Fahrräder und Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb

Die Mautstelle wird vermutlich oberhalb von Trafoi eingerichtet.

Auffahrt zum Stilfser Joch
Auffahrt zum Stilfser Joch

Mich stört hier vor allem, das wieder mal kein Unterschied zwischen Auto und Motorrad gemacht wird. Wenn das Erfolg hat, werden früher oder später andere folgen….ich stelle mir gerade vor, wie bei den ganzen Dolomiten-Pässen kassiert werden könnte…..dann benötigt man für die nächste Urlaubstour einen Sonderposten für die Maut….ich bin mir nicht sicher ob der Schuss für die Region nicht nach hinten los geht.

Pension-Empfehlung Sterzing/Südtirol

Wer auf dem Weg in den Süden mal Pause machen möchte, dem kann ich die Pension Alpenblick in Sterzing wärmstens ans Herz legen.
Im Ortsteil Raminges gelegen, hat man einen wunderbaren Blick auf Sterzing und die Berge in der Umgebung. Bei der Ankunft wurden wir von Chef Martin in Empfang genommen. Für Motorräder gibt es ein paar Parkplätze.
Frühstück und Abendessen gibt es im idyllischen Wintergarten – hier hat man praktisch rund um die Uhr die tolle Aussicht vor der Nase 😉
Zu späterer Stunde kann man dann in die „Keller-Bar“ wechseln. Da wir an unserem ersten Abend eigentlich nicht im Hotel Essen wollten uns aber dann anders entschieden hat uns Martin eine wunderbare Platte mit einheimischen Produkten „gezaubert“ (Tiroler Schinken, Käse, Brot und eingelegte Tomaten und Champignons).
Im Garten stehen Liegestühle zum Sonnen bereit und für die Kinder gibt es sogar ein Trampolin. Die Preise sind moderat und die Zimmer sauber, ausreichend groß mit modernen, großzügigen Badezimmern.
Die Fahrt mit dem Taxi ins Zentrum von Sterzing kostet ca. 15 €.
Wie gesagt: nur zu empfehlen – Pension Alpenblick

Ausblick vom Hotel Alpenblick

Frankreich 2011

Nach der wahnsinnig beeindruckenden Tour im vergangenen Jahr nach Norwegen, wollten wir uns in diesem Jahr wieder auf unsere Wurzeln zurückbesinnen und einen Teil der Alpen in Angriff nehmen, der von uns bisher vollkommen unberührt geblieben ist 😉 Der französische Teil der Alpen, der auch jedes Jahr von der Tour de France heimgesucht wird wollte endlich in Angriff genommen werden. Die Vorgaben für diese Tour habe ich im Internet gefunden – freundlicherweise hat ein netter Bikerkollege seine komplette Tour ins Netz gestellt (inkl. Karten und den GPS-Daten). So sind wir dieser Tour zumindest die ersten Tage komplett gefolgt.

Auch bei dieser Tour war es wieder unvermeidlich jeden Tag das Quartier zu wechseln. Hier gab es meinerseits Anfangs kleine Bedenken in Bezug auf die Verständigung, was die Hotels und die damit verbundenen Übernachtungsmöglichkeiten betraf. Diese Bedenken wurden aber schon beim ersten Hotel komplett zerstreut – immer ging die Verständigung in Englisch, zweimal auch in Deutsch. Das einzige Problem das blieb, war die Übersetzung der Speisekarten, so dass uns das eine oder andere Mal nichts anderes blieb als auf Pizza und Pasta zurückzugreifen 😉

Das Tanken ist relativ teuer in Frankreich und es gibt selten so gut ausgestattete Tankstellen wie bei uns überall üblich. Viele Tankstellen sind bei großen Supermärkten angesiedelt welche dann zum Bezahlen eigene kleine Kassenhäuschen haben. An allen Tankstellen, die gerade nicht besetzt sind, kann man auch direkt am Automaten mit den gewohnten Kreditkarten bezahlen.

Bei den französischen Autobahnen (die ich nur aus Dummheit einmal beuntzt habe) bezahlt man am Anfang eine gewisse Summe (z.B. 1,10 €) und kann dann in einem bestimmten Streckenabschnitt fahren. Dann folgt das nächste Kassenhäuschen.

Leider war in diesem Jahr unsere Gruppe sehr klein (wegen gewisser Elternpflichten unserer sonstigen Reiseteilnehmer), deswegen waren wir nur zu zweit mit unseren italienischen Diven unterwegs um die Deutsche Fahne hochzuhalten. Der Vorteil dieser kleinen Gruppe war, dass es keine Probleme gab noch ein Zimmer zu finden (mindestens zweimal haben wir das letzte verfügbare Zimmer erhalten). Ausserdem gab es in diesem Jahr keinerlei technische Defekte.

Teilnehmer und Ihre Maschinen

  • Gelati alias Gerhard: Aprilia Tuono Factory (Bj. 2010)
  • Jungsi alias Gerhard: Aprilia Tuono Factory (Bj. 2008)

Auflistung der Links zu den einzelnen Tagen:

Tag 1
Tag 2
Tag 3
Tag 4
Tag 5
Tag 6
Tag 7
Tag 8
Tag 9

Frankreich Tag 1

Los ging die Reise in Simbach – Endstation für diesen Tag war in einem Tourenfahrerpartnerhaus in Maulburg – von hier aus könnte man anscheinend auch ganz nette Ausflüge in den Schwarzwald machen. Auf den Anreise sind wir die Bundesstrasse B12/A94 bis München und weiter auf der Autobahn Richtung Lindau gefahren – die letzten 200 km sind wir auf Bundesstrassen – unter anderem auch mit schönen Ausblicken auf den Bodensee – nach Maulburg gefahren. Ca. 50 km vor dem Ziel war es dann vernünftiger in den Regenkombi zu schlüpfen, da wir natürlich wieder mal genau in eine Gewitterfront gefahren sind – am Schluss war es dann aber wieder trocken.

Zimmer zu erhalten war kein Problem in unserem Hotel und das „Knoblauch-Steak“ mit Pommes ist jetzt schon legendär!

Tageskilometer: 550 km

Hotel: Goldener Wagen – Maulburg

Frankreich Tag 2

Tag 2 der Westalpen-Tour führt uns in gut 6h reiner Fahrzeit 330km von Basel bis südlich des Genfer Sees. Von Maulburg geht es vorbei an Basel Richtung Delemont. Bis dorthin passieren wir mehrfach die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz, vermeiden dadurch trickreich den Baseler Haupt-Verkehr sowie jegliche Autobahn-Maut. Meist kleine Nebenstraßen garantieren das höchstmögliche Maß an Kurvenspaß in dieser Gegend. Knapp 20km hinter Delemont zweigt eine schmale Straße ab zum 1284m hohen Weissensteinpass – das erste Sahnestückchen. Zwischen Solothurn und dem Thuner See heißt es Kilometer machen, bis dann durch das Simmental und über den Saanenmöser (1279m) die Kurven zunehmen und uns schließlich mit Col du Pillon (1546m) und dem 1778m hohen Col de la Croix die „echten“ Alpen begrüßen. Am Pas de Morgins passieren wir die Grenze nach Frankreich, bis schließlich über den Col du Corbier das Ziel Morzine erreicht ist. In diesem Skiort gibt es genügend Übernachtungs-Möglichkeiten. Wir übernachteten in dem Hotel „Les Bruyères“. Freundlicher Empfang – alles Nötige konnte auf englisch geregelt werden. Für die Motorräder stand eine eigene abgesperrte Garage zur Verfügung.

Frankreich Tag 3

Am 3. Tag der Tour durch die französischen Alpen wird das erste Drittel der berühmten Route des Grandes Alpes von Morzine südlich des Genfer Sees bis nach Lanslevillard bereist.

Der Tag beginnt sogleich mit zwei „Schmankerln“, nämlich den recht unbekannten Pässen Col du Ran Folly und Col de Joux Plane. Trotz relativ niedriger ca. 1700m Höhe sind die beiden wegen der tollen Strecke und sehr wenig Verkehr einfach nur traumhaft zu fahren. Über Cluses gelangen wir zum bekannteren Col de la Colombiere (1613m), der zur gleichen Klasse gehört: Kurven kratzen ohne Ende auf schmaler serpentinenreicher Straße. Auch Col des Saisies und Col de Aravis gehören mit 1486m und 1633m nicht zu den höchsten, aber dafür zu den attraktivsten Pässen. Die Strecke hat hier einen flüssigeren Verlauf mit weniger Spitzkehren, was dem Kurvenreichtum aber keinen Abbruch tut. Der Cormet de Roselend heißt zwar nicht wie ein Pass, ist aber einer – und was für einer! Über den vorgelagerten Col du Pre (1605m) führt die Strecke fast noch schöner als bisher vorbei am traumhaften Lac de Roselend auf die fast 2000 Meter Passhöhe. Auch hier Kurve an Kurve auf meist gutem Belag, so dass die Fußrasten mehr Boden- als Luft-Kontakt haben. Wer Lust hat, sollte anschließend unbedingt einen Abstecher zum Col du Petit-Saint-Bernard (2190m) machen, dessen Süd-Rampe man unbedingt einmal von französischer Seite aus bergauf gefahren sein sollte. Nach einer Fahrt durch das Tal der Isere mit dem bekannten Skiort Val D’Isere (unbedingt einen Stop an der Staumauer des Lac du Chevril einlegen!) folgt die Krönung des Tages: der Col de l’Iseran, mit 2770m der höchste durchgehend befahrbare Pass der Alpen. (Die Cime de la Bonette ist zwar höher aber eine Schleife um einen Gipfel, kein Pass.) Die Landschaft ist dermaßen wild und zerklüftet, der nackte Fels erinnert einen fast an eine Mondlandschaft. Beim Abstieg wird eine Pause im angeblich schönsten Dorf der frz. Alpen, Bonneval-Sur-Arc, empfohlen, dann gemütlich die letzten Kilometer nach Lanslevillard.

Im dortigen Hotel „L’Étoile Des Neiges“ haben wir wieder sofort ein Zimmer und ein abgesperrte Garage für die Motorräder bekommen.

Frankreich Tag 4

Der heutige Abschnitt hat’s wirklich in sich: der höchste auf Asphalt anfahrbare Punkt der Alpen, der vielleicht schönste Pass der frz. Alpen sowie einige Berühmtheiten der Tour de France stehen auf dem Programm. Wir beginnen gemütlich und fahren auf relativ gerader Strecke mit schnellen Kurven durch das Arc-Tal von Lanslevillard bis nach Saint-Michel-De-Maurienne. Dann ist schlagartig Schluß mit der Ruhe: Der Aufstieg zum Col du Telegraphe beginnt. Bis zur Passhöhe auf 1566 Metern findet sich kein gerades Stück Straße, der Belag ist meist sehr gut, Radien und Verlauf gut geschnitten. Wer es auf der Passhöhe schafft, das Dauergrinsen abzustellen, kann sich unter Leute wagen und ein zweites Frühstück genießen. Der Weg weiter zum trotz seiner „nur“ 2642m vielleicht berühmtesten Pass Frankreichs, dem Col du Galibier, beginnt wieder ruhiger mit der Fahrt durch ein Hochtal nach dem Ort Valloire. Dank Tour de France ist der Asphalt in bestem Zustand. Wenige Kilometer vor der Passhöhe geht’s dann wieder richtig zur Sache, mit Kehren und Kurven ohne Ende. Auf gute Haltung achten, denn in einer der letzten Kurven stehen meist professionelle Fotografen, deren Ergebnisse man sich später im Internet runterladen kann. (Auto mit Web-Adresse auf dem Pass.) Oben zwei Dinge nicht vergessen: den Radfahrern applaudieren, die 45km Aufstieg geschafft haben, und zur Aussichtsplattform gehen – ein einmaliger Rundblick belohnt die Mühe. Der Abstieg zum 2057m hohen Col du Lautaret ist kurz aber heftig wegen der ungesicherten steilen Böschungen der Straße. Auf gut ausgebauter schneller Strecke fahren wir nach Briancon, von dort zum nächsten Highlight, dem Col de l’Izoard (2356m). Auch hier Kurven über Kurven auf bestem Belag, kaum glaubt man, dass eine Steigerung des Fahrvergnügens noch möglich ist. Beim Abstieg die Casse Deserté, die „zerhackte Wüste“, genießen: eine krasse Steinwüste mit wilden Felsnadeln. Durch die Gorges du Guil gelangen wir nach Guillestre, hier ab auf den Col de Vars (2111m). Die Strecke bleibt traumhaft kurvenreich aber flüssig, kaum Kehren. Deren Zahl steigt beim Abstieg und anschließenden Aufstieg zum Bonette an, was dem Fahrspaß keinen Abbruch tut. Der Col de la Bonette wird eingerahmt von den Cols de Restefond (2680m) und Raspaillon (2513m) und ist ein schmaler Fels-Durchstich auf „nur“ 2715m Meereshöhe. Hier beginnt und endet die Runde auf den Cime de la Bonette, mit 2802 Metern wie gesagt höchster asphaltierter Punkt in den Alpen. Auch hier lohnt sich der Aufstieg auf die Gipfel-Plattform. Nach dem Abstieg geht’s durch das Tinée-Tal bis Saint-Sauveur-Sur-Tinée, dort rechts ab entlang dunkelroten Gesteins auf der in den Hang gemeißelten Straße. Bis zu unserem Ziel, dem Hotel Chastellan in Valberg, queren wir noch den Col de la Coillole (1678m) und den Col de Ste-Anne (1551m) im gleichnamigen Ort.

Frankreich Tag 5

Heute gibt es eine Runde durch den südlichsten Teil der Alpen. Neben den vielen schmalen, einsamen und sehr kurvenreichen Straßen sind Col de Turini und die Gorges de Dalius die Highlights. Die Strecke hält sich im ersten Teil an den südlichen Abschluss der Route des Grandes Alpes. — Dass die Pässe des heutigen Abschnitts nur zwischen 600 und 1700 Metern über NN sind, mag man kaum glauben: schroff und zerklüftet ist die Landschaft, steil, schmal und kurvig die oft spektakulär dem Fels abgetrotzten Straßen. Einzig die fast schon typisch mediterrane Vegetation mit ähnlichen Temperaturen bestätigt die am südlichsten Punkt der Tour gerade mal 12km Luftlinie zum Mittelmeer. Ich selbst ersparte mir den Abstecher dorthin. Wer nach Monte Carlo, Nizza oder Menton möchte, sollte aber die Strecke woanders kürzen und sich nicht durch die gut 300km täuschen lassen: der Zeitbedarf ist enorm hoch wegen o.g. Straßen-Beschaffenheit. Von Valberg aus fahren wir die Strecke von gestern erst mal zurück, biegen aber rechts ins Tineé-Tal ein, das wir kurz darauf Richtung Osten verlassen, um in die wilde Bergwelt mit ihren kehrenreichen Straßen einzutauchen. Hinter dem Col Saint-Martin (1500m) geht es nach Süden auf die Route de Nice, die wir nach ca. 15km Richtung wieder östlich verlassen, um den von der Rallye Monte Carlo bekannten Col de Turini zu erklimmen. Noch einmal: Nicht durch die 1607m Höhe täuschen lassen! Der Aufstieg ist spektakulär, die Straße extrem verwinkelt und in bestem Zustand, landschaftlich spektakulär in den Fels gehauen. Auch der Abstieg nach Sospel steht dem in nichts nach. Danach geht’s zurück in nordwestliche Richtung über kleinste Sträßchen und diverse Pässe im 1000m-Bereich entlang der Südflanke der Westalpen, wie erwähnt i.M. ca. 20km Luftlinie vom Meer entfernt. Wer mag, kann von der Baisse de la Cabanette (1372m) den südlichen Alternativ-Aufstieg zum Turini mitnehmen: hin und zurück 20km. Dann schlängeln wir uns fast immer am Fels entlang grobe Richtung Westen (auch die Route führt in Schlangenlinien) hinab ins Tal der Var nach Saint-Martin-Du-Var. Der Var begegnen wir später wieder, verlassen sie aber jetzt gleich wieder, um auf ähnlicher Strecke wie bisher über diverse kleine Pässe die (nord)westliche Richtung zu halten. Zum Col de Felines geht’s dann nach Norden in die Gorges de Dalius, die eben durch den Fluss Var in den dunkelroten Fels geschnitten wurden. Die Schluchten beginnen harmlos, es wird dann aber immer abenteuerlicher. Vorher aber unbedingt zumindest einen kurzen Stop in Entrevaux mit seiner nicht minder spektakulär hoch über dem Ort auf einem Felshügel thronenden Burg. Nach den Schluchten in Guillaumes dann rechts über den Col de Valberg (1669m) zurück in den gleichnamigen Ort und unser Hotel Chastellan.