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Supervision [Watara]

Watara Supervision
Watara Supervision

War das Watara Supervision ein Konkurrent des Game Boy oder eher ein Klon des millionenfach verkauften Handheld von Nintendo? Ich vermute, das eher die zweite Vermutung zutrifft. Auf jeden Fall beschloss 1992 die Firma Watara in Hongkong ein ähnliches Gerät wie den Gameboy auf den Markt zu bringen. (Ende der Vermarktung: 1996). Das Gerät kostete inkl. dem Spiel Crystball (ein Breakout Klon), Kopfhörer und Batterien ca. 50 Dollar (heute ungefähr 80 €). Das war 5% weniger als der Preis des Game Boy (nur mit Batterien). Die Spiele für das Supervision kosteten nur die Hälfte dessen, was die Konkurrenz verlangte.
Das Supervision wurde in vielen Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen lizenziert – hier ein paar Beispiele

Watara Supervision: USA, Kanada, Spanien und Italien
– QuickShot Supervision: England (Modell QS-800)
– Travell Mate
– Hartung Supervision: Deutschland (Modell SV-100)
– Electrolab (Argentinien)
– Tiger Boy (Taiwan und Hongkong)
– Vini Supervision: Dänemark
– Tai-Kerr Boy: China und Hongkong – enthält als einzige Variante nicht den Namen Supervision
– Videojet Supervision: Frankreich – wie Maganum Supervision
– Magnum Supervision: USA und Europa – gleiche Optik wie Videojet in drei verschiedenen Farben: Grau, Gelb und Grün
– Audiosonic Supervision: Frankreich, Italien u.a. (Modelle: GB-2000 und GB-1000)
– angeblich existiert eine Version des Modell 9205 mit „Hinterbeinen“)

Modelle
– Supervision: sieht ganz ähnlich wie der Game Boy aus, hat aber an Stelle des D-Pad vier einzelne Knöpfe für die Richtungen
– Hypervision: Bildschirm und Bedienelemente sind mit einem „Hals“ verbunden, sodass der Bildschirm schräg gestellt werden konnte
– dafür habe ich keine Bezeichnung, es soll aber die Modell-Nr. 9600 haben, sieht wieder die erste Version aus, hat aber eine abgrundeten Form, ein komfortableres D-Pad und eine wellig Form an der Unterseite
Zur Verwirrung steht aber auf allen Geräten, die ich gesehen habe immer „Supervsion“ 🙂

Meine Modelle haben den kippbaren Bildschirm und tragen die Bezeichnung Watara Supervsion und Hartung Supervision – auf beiden Geräten steht auf der Rückseite: Modell 9205

Technische Daten
– CPU: MOS 65C02 4 MHz
– Bildschirm: 61 mm x 61 mm (2,37 Zoll x 2,37 Zoll), ergibt 25600 Pixel (160 x 160 Pixel Auflösung), 4 Graustufen.
– Stromversorgung: 4 x AA-Batterien
– Externe Stromversorgung: DC6V
– Ton: 4 Tonal- und 1 Noise-Kanal plus zusätzlicher Audio-DMA-Stereo-Ausgangskanal. Eingebauter Lautsprecher und Kopfhörerbuchse mit Stereo-Ohrhörern im Lieferumfang.
– Kommunikationsanschluss: Zwei Player Link über DB-9-Verbindung

Zubehör
– zwei Spieler-Link – leider niemals als Zubehör erschienen – leider konnte ich nicht herausfinden, ob es Spiele gab, die diese Funktion unterstützen würden. In manchen Quellen wird auf die entsprechenden Kabel für Game Gear und Lynx verwiesen – diese kenne ich und passen definitiv nicht
– TV-Link – ein wirklich seltener Adapter (ca. 250 – 400 €) – dieser besteht aus einer Cartridge und einer „Basis“ – die Cartridge kommt in den Handheld und wird per Kabel mit der Basis verbunden. Die Spiel-Cartridge wird dann in die Basis eingesteckt und diese dann mit dem Fernseher verbunden. Wie beim Super Game Boy für das SNES wird das Spiel nicht im Vollbild dargestellt, sondern hat einen Rahmen. Die bisherigen Graustufen der Spiele werden dann in vier Farben umgerechnet und bieten damit die Spiele in Farbe an. Ein interessanter Bericht dazu ist auf Obsoletworlds zu finden.
– Kopfhörer, Netzteil und Tasche sind die weiteren Teile

Die Bedienelemente wurden auch frech von Nintendo übernommen – links und rechts des Bildschirms findet sich das Rädchen zum Ändern des Bildschirmkontrasts und der Lautstärkeregler. Der Anschalt-Knopf ist natürlich oben links.

Tipp

Wird A, B, Start und Select gleichzeitig gedrückt, wird das aktuelle Spiel resettet und es geht zurück zum Startbildschirm.

Die Technik, die in dem Gerät steckt, war nicht mal so schlecht. Der Monitor hatte eine Auflösung von 160×160 Pixel (Game Boy: 160×144 Pixel). Als Prozessor wurde ein MOS6502 verwendet (wie beim Atari Lynx). Damit waren Grafik und Sound auf Augenhöhe mit dem Game Boy.

Der Haken beim Supervision waren die Spiele. Während Nintendo und Sega ihre eigenen Kreationen verkauften, waren es bei Watara überwiegend Klone der Konkurrenz. Die Spiele waren nicht mal durchweg schlecht, aber auch nicht wirklich gut und waren überwiegend Produktionen aus dem eigenen Haus, obwohl es auch einige Spiele anderer Firmen wie Bon Treasure, GTC und Sachen gab. Insgesamt gab es 64 Spiele, die fast alle Bereiche abdeckten.

Ein Highlight war das 2019 erschienene Spiel Assembloids – neu (in Deutschland) programmiert, auf 60 Stück limitiert und von polyplay.xyz veröffentlicht (ich habe Nummer 50 von 60). Wie auch früher ist es in einer kleinen bunten Pappschachtel erschienen.

Fazit
Dieser Handheld ist eher ein Sammlerstück – zum wiederholten Benutzen fehlt den Spielen die Qualität und machen somit nur eingeschränkt Spaß. Sollte noch jemand das Gerät im Game Boy Format, Spiele oder Zubehör zu vernünftigen Preisen abgeben wollen kann er sich gerne bei mir melden. 🙂 Ebenso würde ich mich freuen, falls sich jemand mit der Reparatur auskennt, da ich ein defektes Gerät habe.

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