PC Engine [Retro]

PC Engine - Frontansicht
PC Engine – Frontansicht

Eine weitere Konsole hat sich in meine Sammlung geschlichen – die PC Engine.  Die japanische Konsole ist einem breiteren Publikum vielleicht auch unter dem Namen TurboGrafx-16 bekannt. In diesem Jahr (2017) feiert die PC Engine ihren 30. Geburtstag – sie ist 1987 erschienen.
Diese Konsole ist in mancherlei Hinsicht etwas besonderes – selbst schon extrem klein hat sie mit den dünnen HuCards die bis heute kleinsten Spiele-Medien einer stationären Hardware.

Die Koproduktion des Chip-Herstellers NEC und des Spielhersteller Hudson arbeitet zwar noch mit einer 8-Bit CPU, diese hat aber an ihrer Seite einen 16-Bit Grafikprozessor. Damit ist die PC Engine technisch zwischen dem NES und den zukünftigen Konsolen Sega Mega Drive und Super Nintendo angesiedelt. Die verwendete CPU HuC6280 ist kompatibel zum 6502-Prozessor, der auch im Apple II, NES und C64 eingesetzt wurde, ist diesen Geräten aber grafisch und akustisch weit überlegen. Wird die Konsole richtig ausgereizt, lässt sie auch dem Commodore Amiga keine Chance.

Außerhalb von Japan hat die PC Engine keinen Erfolg – 1989 erscheint es unter dem Namen TurboGrafx-16 in den USA. Dort hat sie aber keine Chance gegen Sega und Nintendo. Die europäische Einführung wird gestoppt und das TurboGrafx nur in kleinen Stückzahlen ausgeliefert.
Die CD-Erweiterung CD-ROM² erscheint 1988 und ist damit ist NEC der Konkurrenz um Jahre voraus. Erst ab 1990 wechseln dann auch viele der Spielehersteller auf die CD-ROM Erweiterung und bieten Spiele auf dem neuen Medium für die Konsole von NEC an.

PC Engine Interface Unit - Frontansicht
PC Engine Interface Unit – Frontansicht

Verwirrend können die vielen unterschiedlichen Varianten der Geräte sein die erschienen sind. Das sind die wichtigsten:
PC-Engine CoreGrafx (1989) – graublau statt weiß und leicht geänderter Controller – hat AV-Anschluss
PC-Engine GT (1990) – LCD bestückter Handheld – kann ALLE japanischen HuCards abspielen, keine US Cards
PC-Engine CoreGrafx II – (1991) – inkl. Software für die Super CD-ROM 2 – – hat AV-Anschluss
PC-Engine Super CD-ROM 2 – (1991) – CD-ROM 2 Nachfolger in CoreGrafx-II-Farben
PC-Engine Duo (1991) – Konsole und CD-Laufwerk in einem Gerät – liest CDs jeder Nationalität und amerikanische und japanische HuCards.
PC-Engine LT – mobile Variante mit aufklappbaren 5-Inch Display

Technik
Prozessor: HuC6280 (6502-kompatibel), 8-Bit, 7,16 MHz
RAM: 8 kB
Video-RAM: 64 kB
Grafikausgänge: TV/RGB
Grafikauflösung: 256 × 224 und 320 × 224; 512 × 256 im Interlaced-Modus, 32 – 512 Farben
Farbpalette: 512 Farben
Sound: 6-Kanal, Stereo
Speichermedien: HU-Card (bis zu ca. 2 MB) und SHU-Card (bis zu ca. 8 MB), CD-ROM, Super-CD-ROM
Sprites: 64 gleichzeitig (dabei max. 16×16 Pixel und 15 Farben pro Sprite)
Maße: 135 mm × 140 mm× 40 mm

Das „nackte“ Gerät bietet zum Anschluss an einen Fernseher lediglich einen Antennenanschluss. Das Bild kann mit einem RGB-Mod wesentlich verbessert werden. Alternativ dazu gibt es den TurboBooster oder die Interface-Unit die einen Composite-Ausgang bieten. Auch die Interface-Unit kann mit einem RGB-Mod versehen werden.

PC-Engine CD-ROM 2 inkl. Super System Card Ver 3
PC-Engine CD-ROM 2 inkl. Super System Card Ver 3

Laufwerke
Das alte, weiße CD-ROM² und das schwarze Turbografx-16-CD-Laufwerk benötigen immer entsprechende, länderspezifische System-Cards, die später erschienenen Super-CD-ROM² Laufwerke benötigen nur für Arcade-CD-ROM² Spiele eine Arcade-Card-DUO

Medien
CD-ROM² – läuft auf allen CD-Systemen, beim weißen CD-ROM² wird eine System-Card benötigt
Super-CD-ROM² – läuft auf allen Super-CD-Systemen und CD-ROM² mit Super-System-Card
Arcade-CD-ROM² – es gibt zwei Arcade Cards, die Arcade-Card DUO für alle später erschienenen Systeme und die Arcade-Card-PRO für das allererste CD-ROM². Diese Arcade-Cards erschienen nur in Japan.

System Card
Diese Systemkarte liegt der CD-ROM-Unit bei. Auf ihr befindet sich das Bios sowie die nötige Software um das CD-ROM² anzusteuern.
System Card 1.0: wurde 1988 zusammen mit dem CD-ROM² veröffentlicht – normale, grüne CD-Rom Spiele
System Card 2.0 – 1989: ab dem Zeitpunkt wurde die Interface Unit und das CD-Laufwerl als Paket verkauft. Es wurde das CD+G Format unterstützt, womit die Benutzer die Konsole in Karaoke-Geräte verwandeln konnte
System Card 2.1 – 1990: exklusiv in Japan als Ersatz für verloren gegangene Karten
Super CD-ROM² 3.0: 1991: ursprünglich in der PC Engine Duo eingebaut, später auch als Upgrade für Besitzer des CD-ROM² erhältlich als Super System Card erweitert den Cache-RAM der PC-Engine um 192kb auf 256kB – nötig für Super-CD-ROM² Discs

Arcade Card Pro bzw. Duo Pro
Die 1994 veröffentlichten Arcade-Karten waren die letzten Upgrades des PC Engine CD-ROM²-Systems und wurden in zwei Varianten angeboten. Die Arcade Card Duo, die für mit der Super-CD-ROM² ausgestattete PC Engine-Konsolen entwickelt wurde, fügt zusätzlich zu den 256 KB Pufferspeicher-RAM in der Hardware 16 MB D-RAM hinzu. Im Gegensatz zu früheren Systemkarten erfolgte die Änderung lediglich auf Hardwareebene, und diesmal wurde kein BIOS-Update durchgeführt, sodass die strikte Einhaltung von Version 3.0 gewährleistet war. Benutzer, die noch eine PC Engine-Konsole mit dem ursprünglichen CD-ROM²-System-Add-On verwendeten, konnten sich stattdessen für die Arcade Card Pro entscheiden, bei der die Funktionen der Arcade Card Duo und der Super System-Karte durch Hinzufügen der 16-Bit-Karte zu einer einzigen kombiniert werden. Megabit D-RAM vom ersteren über 192 KB zusätzlichen Buffer-RAM und BIOS-Update vom letzteren. Arcade CD-ROM²-Discs, bei denen es sich um Spiele handelt, für die eine Arcade-Karte erforderlich ist, zeigen nach dem Laden einen Hinweis auf Inkompatibilität an, wenn das Hardware-Setup die Anforderungen nicht erfüllt.
Arcade Card Spiele

Interface-Unit
Die Interface Unit ist eine Art Docking Station, welche das CD-Laufwerk mit der Konsole vereint. Neben einem AV-Out Cinch-Ausgang auf der Rückseite, verfügt die Station über ein internes Backup-RAM zum Speichern von Spielständen. Ein Netzteil, sowie ein AV-Cinch-Kabel gehören zum Lieferumfang.

Hinweise
TurboChip = amerikanische Version der HuCard

US Spiele funktionieren nicht ohne Modifikation auf der PC Engine. Also entweder eine Modifikation oder ein Everdrive verwenden. CDs sind allerdings Regionfree.

Meine PC-Engine
Ich konnte auf E-Bay ein Gerät erwerben – das „Original“ aus dem Jahr 1987. Das Paket hat die Konsole, die IFU, 25 Spiele, Netzteil und AV-Kabel enthalten. Man hat dem Gerät angemerkt, dass es aus einem Raucherhaushalt kam. 🙂 Ein erster Test hat ergeben, das die Konsole einwandfrei funktioniert. Danach musste ich noch die Spiele identifizieren, da viele japanische Schriftzeichen im Namen hatten. Anlaufstelle: http://www.pcengine.co.uk/
Nachdem ich mich etwas eingelesen hatte, hab ich mich entschieden einen RGB-Mod einzusetzen.
Diese Aufgabe überließ ich einem Profi: VGR – VideoGamesReanimate in der Person von Daniel Bodden. Dieser ist Spezialist für alles rund um die PC-Engine. Daher erwarb ich dort auch ein CD-ROM² und die passende System-Card V 3.0. Der RGB-Umbau basiert auf dem THS7314 RGB AMP. Das RGB-Kabel war mit dabei. Nebenbei wurde die Konsole noch komplett gereinigt und vom Schmutz, der sich im Inneren angesammelt hat, befreit.

PC Engine komplett
PC Engine komplett

Meine HuCards kamen komplett ohne Hüllen – das kann aber geändert werden. Hier gibt es „Einsätze“ für CD-ROM-Hüllen, zur Aufbewahrung der Spiele: http://www.seymoronion.com/index_2.html