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Lightning VME – USB für den MegaSTE und TT [Atari 16/32 Bit]

Lightning VME komplett

Lightning VME komplett

Nach Thunder und Storm (Artikel) gibt es seit einiger Zeit die nächste Hardware von den fleißigen Entwicklern des gleichen Teams (Pakman, Tuxie, Czietz, Gaga). Die Namensgebung wird mit Lightning auch weiter verfolgt. Diese interne Steckkarte für den VME-Bus des Atari TT und Mega STE kann diese beiden Rechner um zwei USB 1.1 kompatible Schnittstellen erweitern.

Die Lightning VME ist eine Neuentwicklung aus dem Jahr 2018. An die USB-Schnittstellen kann auch ein USB-Hub angeschlossen werden, womit noch mehr Anschlüsse zur Verfügung stehen. Beide Ports sind gleichzeitig benutzbar und es wird keine externe Stromversorgung benötigt. Es können auch USB 2.0 Geräte verwendet werden, aber dann nur mit verminderter Geschwindigkeit.
Die Übertragungsrate in einem unbeschleunigten TT beträgt 600kb/s. Auch mit beschleunigten TT’s gibt es keine Probleme. Wegen des kompakten Aufbaus der Hardware passt sie in das Originalgehäuse des MegaST und des TT. Der Einbau ist sehr einfach, da es sich um Plug&Play handelt – einfach einstecken. Außerdem wird keine andere Schnittstelle belegt – ROM Port, ACSI Schnittstelle und VME Steckplatz bleiben frei.
Es werden echte USB-Mäuse unterstützt und nicht nur Mäuse die das PS/2 Protokoll verwenden. Die Massenspeicher können auch unter TOS benutzt werden – TOS 2.06, 3.06, dazu Magic 5.x und Mint. Natürlich ist die Lightning VME besonders geeignet für das Zusammenspiel mit Thunder und/oder Storm.

Folgende Geräte können verwendet werden:
– USB Mäuse
– USB Speichersticks (auch ohne MBR, sog. Super-Floppy-Format)
– USB Cardreader (SD, CF etc.)
– USB2LAN (mit Asix 88772 Chipsatz)
– USB CD/DVD Laufwerk (Strombegrenzung beachten, sowie Installation von ExtenDOS/MetaDOS erforderlich)
– USB Tastatur (Betaversion verfügbar)
– USB Floppylaufwerke (Diskettenwechsel wird noch nicht automatisch erkannt)
etc.

In der Lieferung enthalten ist die Adapterplatine für den VME Bus, ein Kabel mit einem Slotblech, das zwei USB-Anschlüsse bereitstellt und die Diskette mit der benötigten Software.

Für Updates sollte immer wieder ein Blick auf den Downloadbereich der Lightning geworfen werden

Einbau
Der Einbau der Lightning VME in den TT gestaltet sich sehr einfach.
Die Karte passt in alle 3 bekannten Mainboardversionen des TT:

Daughterboard – CPU (gesteckt)
– PGA CPU (gesteckt)
– SMD CPU (aufgelötet) – diese Version eignet sich besonders gut für einen leichten Einbau.
Die Lightning VME harmoniert hervorragend mit dem Thunder IDE Interface und der Storm (Speichererweiterung). Die Karten behindern sich nicht.

Es besteht die geringe Möglichkeit, dass nach Einbau der Lightning VME eine etwaige andere TT-RAM Erweiterung körperlich nicht mehr in den TT passt.

Das betrifft beispielsweise die originalen FAST RAM Erweiterungen von Atari (1/4/16 MB).

Dann ist es Zeit, diese gegen eine Storm auszutauschen (bis zu 256 MB)

Nach dem Einbau, muss noch die Software eingebunden werden – am besten immer die aktuellste Version verwenden, da es immer wieder Verbesserungen gibt. -> Software-Download

Der Inhalt des Auto-Ordners (der Diskette) wird einfach in den Auto-Ordner des Bootlaufwerks kopiert.
Achtung: die richtige Reihenfolge beim Kopieren bzw. beim Booten ist elementar wichtig!

Folgende Startreihenfolge ist unter TOS zu beachten:
(BIGDOS.PRG)
USB.PRG
MOUSE.PRG
STORAGE.PRG
KEYBOARD.PRG
BLITZ030.PRG

usb.prg/usbxxx.km
Bei dieser Datei handelt es sich um den USB-Stack, der USB am Atari überhaupt erst möglich macht. Der USB Stack verwaltet den USB-Bus und die daran angeschlossenen Geräte. Er stellt den folgenden Treibern die nötigen Grundfunktionen bereit.

storage.prg/mouse.prg/keyboard.prg (storage.udd/mouse.udd/keyboard.udd)
Diese Treiber setzen auf den USB-Stack auf und kommunizieren mit den angeschlossenen Geräten, wie einem USB-Stick (storage) oder einer USB-Maus (mouse). Diese Treiber lassen sich beliebig erweitern ja nach Verfügbarkeit. So kann z.B. eth.prg (bereits existent) die Möglichkeit eines Netzwerkinterfaces  zur Verfügung stellen.

blitz0x0.prg (blitzxxx.ucd)
Diese Datei stellt das Bindeglied zwischen USB-Stack und der Lightning VME her. Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen dem USB-Stack und der Lightning VME Karte.

usb.acc
Dieses ACC sorgt unter TOS und Magic dafür, dass der USB-Bus hotplug fähig ist. Es erkennt, ob neue Geräte angesteckt worden sind und bindet sie ins System ein. Es zeigt natürlich auch an welche Geräte aktuell angesteckt sind.

Lightning VME Platine

Lightning VME Platine

Test mit einem USB-Stick 2GB
In Zusammenhang mit USB-Sticks (oder auch anderen USB-Medien) empfehle ich wärmstens den Einsatz von BIGDOS. In Zusammenarbeit mit dem passenden Festplattentreiber (z.B. HDDRIVER) ermöglicht dies das Lesen- und Schreiben von großen DOS-Partitionen. Mein USB-Stick hat 2GB und ist mit FAT16 formatiert und kann ohne Probleme am TT verwendet werden.
Dazu muss lediglich das Programm BIGDOS.PRG in den Auto-Ordner kopiert werden.

Sollten zwei USB-Anschlüsse zu wenig sein, können auch USB-Hubs mit eigener Stromversorgung verwendet werden.

Ebenso funktionieren auch USB2LAN-Adapter, wenn sie den richtigen Chipsatz enthalten (Asix-Chipsatz – AX88772) Die weiteren Treiber/Software wie z.B. Sting sind auch hier nötig. Sting für USB2LAN: https://github.com/czietz/usbsting/
Es kann auch das UIP-Tool verwendet werden: https://bitbucket.org/czietz/uip-tools/downloads/

Folgende Hardware habe ich ohne Probleme getestet:

– USB-Tastatur
– USB-Maus
– USB-Stick
– USB-Diskettenlaufwerk
– USB-Kartenleser

Sollen auch funktionieren:
– USB-CD Laufwerk (Treiber vorausgesetzt wie MetaDOS oder ExtenDOS)
– Iomega ZIP-Drive

Freemint
Alle die nicht TOS nutzen, sondern MINT, z.B. VanillaMINT, können den Adapter auch einsetzen. Dafür gibt es auch die passenden Treiber. Diese müssen z.B. unter 
C:\mint\1-19-cur\usb
abgelegt werden (evt. das Verzeichnis anlegen, wenn nicht vorhanden).

Im nächsten Schritt muss die Datei mint.cnf, welche sich unter c:\mint\1-19-cur\ befindet, angepasst werden. Dazu diese Datei mit einem Editor (z.B. QED, Luna etc.) öffnen. Ziemlich am Ende der mint.cfg gibt es eine Zeile die sich wie folgt nennt:
GEM=u:/c/mint/1-19-CUR/xaaes/xaloader.prg
Vor dieser Zeile ist folgendes einzufügen
exec u:/c/mint/1-19-cur/usb/loader.prg
Wobei das CUR ggf. durch ihre vorhandene Kernelversionsnummer zu ersetzen ist.

Für Freemint wird NVDI5 benötigt. In dieser Umgebung hat das USB.ACC keine Funktion.
-> NVDI benötigt cops20.acc auf C
WDIALOG verursacht Abstürze unter TOS
Wenn BIGDOS meckert wegen FAT Check kann das mit dem Programm Setter abgeschaltet werden

http://wiki.newtosworld.de/index.php?title=Lightning_VME_USB_Interface#Allgemein
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