Retro: Sinclair ZX Spectrum – Rotronics Wafadrive

Rotronics Wafadrive
Rotronics Wafadrive

Heute gibt es einen Artikel über eines der weniger bekannten Laufwerke für den Sinclair ZX Spectrum – das Rotronics Wafadrive.  Eigentlich gar nicht mehr so leicht zu bekommen, habe ich bei einem ordentlichen Angebot zugeschlagen. Nun wird das Zubehör für die Sinclair Rechner auch immer umfangreicher. 🙂

Dazu habe ich einen schönen Artikel gefunden den ich hier übersetzt und etwas angepasst habe – der Orginial-Artikel ist hier zu finden: Dataserve – Rotronics Wafadrive
Das Rotronics Wafadrive wurde entworfen um mit dem Sinclair Microdrive zu konkurieren, was es auch durch einen wettbewerbsfähigen Preis tat. Der Anfangspreis betrug £129,95, bald wurde es auf £99,95 reduziert und später nochmals auf £45,95.
Das Wafadrive war eine große, professionell aussehende schwarze Box, die an den Erweiterungsbus des Spectrum angesteckt wurde. Die beiden Laufwerke basierten auf der gleichen „string floppy“ Technologie wie das Microdrive. Die Speicherung erfolgte auf „Wafas“, wieder mit einer Endlosschleife des Bandes das 1,8 mm breit war.
Es bot viel mehr Fähigkeiten als das Microdrive. Nicht nur das zwei Laufwerke eingebaut waren (wie in anderen professionellen Speichesystemen), es bot ebenso einen Centronics Parallel Anschluß als auch ein RS-232 Interface.
Ein anderer Vorteil war auch noch, das es kein Interface 1 benötigte um zu funktionieren, was alles zusammen eine enorme Kostenersparnis war im Vergleich dazu alle Komponenten separat zu erwerben zu müssen.

Rotronics Wafadrive - Vorderansicht
Rotronics Wafadrive – Vorderansicht
Rotronics Wafadrive - Rückansicht
Rotronics Wafadrive – Rückansicht

Wafas
Die Cartridge Wafas wurden in 16K, 32K, 64K und 128K angeboten – der einzige Unterschied war die Menge an Band im Wafa.
Der Hauptgrund für das Angebot unterschiedlicher Kapazitäten war die Geschwindigkeit.
Obwohl sehr viel schneller als eine Kassette, war das Rotronics Laufwerk langsamer als das Microdrive. Das Wafadrive lief mit zwei Geschwindigkeiten – hohes Tempo wenn der Katalog durchsucht wurde (gespeichert auf einem Punkt auf der Bandschleife unmittelbar nach der Spleißverbindung), eine langsameres Tempo um die Daten tatsächlich zu übertragen. Wenn der Schreib-/Lesekopf sich an einem Punkt kurz nach der Spleißverbindung befindet wenn die Suche startet, muss er erst die ganze Länge des Bandes hinter sich bringen bis er die Spleißverbindung wieder erreicht.
Wenn man nun ein kleines Programm hat, kann es lange dauern bis das Wafadrive es auf einem 128K Wafa findet. Auf einem 16K Wafa könnte das bis zu 8 mal schneller sein.
Obwohl der Datentransfer langsamer war als beim Microdrive, war das OS (Operating System) und die damit verbundenen Befehle benutzerfreundlicher. Es war viel einfacher ein Programm mit LOAD *“Dateiname“ zu laden als mit LOAD *“m“;1;“Dateinmame“….
Nicht viele Spiele oder Softwaretitel wurden auf Wafas veröffentlicht und es wird nun ziemlich danach gesucht.

Rotronics Wafadrive - wafa Cartridge
Rotronics Wafadrive – wafa Cartridge

 

Ich persönlich finde das Wafadrive fast besser als das Microdrive – es bietet mehr für weniger Geld. Leider ist es sehr schwierig an funktionierende Wafas zu kommen. Ich habe mich an einen Spezialisten gewandt, der in der Vergangenheit viele Wafas aufgekauft hatte – leider hat er mir geschrieben dass er eine unwahrscheinlich hohe Ausfallquote hatte – bis zu 80% waren defekt. Mal sehen, vielleicht finde ich ja durch einen Zufall mal ein paar gebraucht Cartridges. Die Bedienungsanleitung gibt es bei SellMyRetro 🙂

Bedienung

Initalisieren:

NEW *

Formatieren:

FORMAT *"a:xyz.001"

Directory:

CAT *"a:"

Wenn in der Dateiliste hinter dem Programm ein * erscheint, ist dieses Programm ein „Autostart“ Programm und kann einfach mit LOAD * geladen werden

Speichern:

SAVE *"a:test" oder SAVE *"test"

Speichern für Autostart:

SAVE *"a:autotest" LINE 10

Prüfen:

VERIFY *"a:test"

Laden:

LOAD *"a:test"

Löschen:

ERASE *"a:test"

Löschen mit Wildcard:

ERASE *"a:te*"

Kopieren:

MOVE *"a:datei1" TO "b:"

-> die Datei „datei1“ wird von Laufwerk a: auf Laufwerk b: kopiert (Dateiname bleibt gleich)

MOVE *"a:datei1" TO "b:datei2"

-> die Datei „datei1“ wird von Laufwerk a: auf Laufwerk b: kopiert und der Name geändert

MOVE *"a:te*" TO "b:"

-> kopiert alle Dateien die mit TE beginnen von Laufwerk A: auf Laufwerk B:

MOVE *"a:*" TO "b:"

-> kopiert alle Dateien von Laufwerk A auf Laufwerk B

Rotronics Wafadrive - Verpackung
Rotronics Wafadrive – Verpackung