
RED ist ein kompromissloses Action-Survival/Dungeon-Crawler-Hybridchen für den Atari Lynx: kurze Räume, tödliche Fallen, Schlüssel finden, Ausgang öffnen – und immer tiefer in eine verdrehte Weihnachtswelt absteigen. Das Spiel setzt auf sehr reduzierte 1-Bit-Optik (mit starkem Farb-Akzent) und lebt vor allem von Tempo, Lernen und „noch ein Versuch“.
Worum geht’s?
Man spielt RED, einen kleinen (dunklen) Elf, der in einer korrumpierten Weihnachtswelt aufwacht. Irgendetwas ist mit Santa passiert – und RED muss durch ein Labyrinth aus Fallen und Gegnern, um das Ganze zu stoppen (Stichwort: „Santa-tronic“).
Gameplay – so spielt es sich
Die Grundschleife ist schön klar und oldschool:
- Raum betreten, Muster lesen, Fallen/Feinde meiden
- Schlüssel einsammeln
- Ausgang aufschließen
- Abstieg in die nächste Ebene/den nächsten Abschnitt
Spannend ist, wie stark RED auf Bewegung und Timing setzt: Laufen ist nicht nur Option, sondern ein Überlebenswerkzeug – A oder B drücken, um zu rennen, fühlt sich sofort nach „Panik-Modus“ an (positiv gemeint). Das Spiel belohnt, wenn man Räume wie kleine Puzzle-Fallen-Kammern behandelt: erst schauen, dann sprinten.
Grafik & Atmosphäre
Optisch ist RED bewusst minimalistisch – 1-Bit-Look, harte Kontraste, klare Silhouetten. Dadurch sind Muster von Fallen und Gegnern meist gut erkennbar, und der namensgebende „RED“-Akzent wirkt wie ein stilistisches Ausrufezeichen. Die Weihnachts-Thematik ist hier kein Wohlfühl-Deko, sondern eher „düsteres Märchen“: weniger Lametta, mehr „fiese Werkstatt“.

Schwierigkeit & Motivation
RED ist kein Spaziergang. Es lebt davon, dass man stirbt, lernt, wieder startet – und Stück für Stück sicherer wird. Wenn man mit der richtigen Erwartung reingeht („kurze, harte Räume“ statt „gemütliche Expedition“), macht genau das süchtig: ein paar Sekunden länger überleben, einen Raum sauber lösen, den nächsten Ausgang erreichen.

Umfang & Wiederspielwert
Ursprünglich entstand RED für die LynXmas-Jam 2020 (dort waren die Beiträge stark limitiert), wurde danach aber zu einer „voll ausgearbeiteten“ Version mit deutlich mehr Inhalt/Optionen weiterentwickelt. Das merkt man: Es wirkt nicht wie ein einzelnes Jam-Gimmick, sondern wie ein ernsthaft fertiggestelltes Lynx-Spiel, das man immer wieder für kurze Sessions anwerfen kann.

Die physische Edition von Cotegamers
Sammler bekommen hier eine richtig schöne Homebrew-Behandlung: Farbbox im Lynx-Standardformat, passender Inlay/„Wedge“, 3D-gedrucktes Modul mit eigenem Design – und ein farbiges (ca. 16-seitiges) Handbuch. Je nach Listing werden die Kontrollhinweise mehrsprachig angegeben. Preislich liegt die Edition um 60 €.
Die physische Veröffentlichung wird u. a. bei Côté Gamers und auch über Songbird Productions geführt.
Für wen ist RED?
- Perfekt, wenn du kurze, gnadenlose „One more try“-Spiele magst, bei denen Timing wichtiger ist als Inventarverwaltung.
- Sehr gut, wenn du 1-Bit-Ästhetik und klare, lesbare Pixel-Setups schätzt.
- Eher nichts, wenn du entspannte Erkundung oder lange Spiel-Sessions ohne viele Neustarts erwartest.
3 Tipps zum Einstieg
- Erst lesen, dann rennen: Raum-Layout kurz scannen, dann Route planen.
- Timing statt Hektik: Rennen ist mächtig – aber nur, wenn du’s bewusst einsetzt.
- In kurzen Häppchen spielen: RED funktioniert super als „5–15 Minuten“-Spiel.
Wertung
RED ist ein kleines, sehr konsequentes Lynx-Action-Survival: stilistisch eigenständig, spielerisch klar und angenehm „böse“. Die physische Edition macht’s zusätzlich zu einem echten Sammlerstück. Wer auf fiese Fallenräume, schnelle Reaktionen und Minimalismus steht, bekommt hier genau das – ohne Ausreden.



