IQ TV 512 [VTech]

VTECH IQ TV 512
VTECH IQ TV 512

Der Zufall macht es möglich – beim Stöbern bin ich über den VTech IQ TV 512 gestolpert. Ein wirklich seltsames System aus dem Jahr 1998. VTech ist ein Computerunternehmen das auch heute noch schnurlose Telefone, einfache Computersysteme und elektronisches Lernspielzeug für Kinder herstellt.  Es gibt zwei Modelle des Geräts, die sich nur durch die Größe des Hauptspeichers  (128 bzw. 512 kB) unterscheiden. Als Prozessor wurde der in einen Customchip integrierte Motorola MC68000 mit 14 MHz eingesetzt. Der Rechner ist auch in England, Frankreich und den USA mit unterschiedlichen Namen erschienen.
Die Auflösung beträgt 512×256 Pixel mit einer Farbpalette von 15 Farben und Sampling Sound wird über den Audio-Ausgang angeboten. Der vermutlich letzte in Basic programmierbare Mikrocomputer bietet eine Schreibmaschinentastatur und weitere Tasten zur Steuerung ohne Maus. Der TV 512 zählt eher zu den Lerncomputern, hatte aber wie damals üblich kein kleines integriertes LC-Display, sondern wird direkt an einen Fernseher angeschlossen. In einem alten österreichischen Artikel hatte ich gelesen das der Neupreis 1998 zwischen 3.000 und 5.000 Schilling (!) lag, was damals ungefähr 720 DM waren und heute ca. 370 Euro wären. 

Anschlüsse
– HF-Anschluss für Antennenkabel (Kanalschalter auf der Unterseite)
– Composite
– Audio
– Maus
– PC-Link
– Erweiterungsslot
– Spannungsversorgung (9 Volt)

Ein richtiger Massenspeicher wird nicht angeboten, sondern nur 128 KB Flash-Speicher, der neben den 512 KB Hauptspeicher zur Verfügung steht. Der Rechner ist ein geschlossenes System was bedeutet, dass er nicht erweiterbar ist. Der wichtigste Punkt der Ausstattung des IQ 512 sin die im ROM integrierten Programme die über eine an Windows 3.1 erinnernde Oberfläche, Schreibtisch genannt, gestartet werden können. Dazu zählen einige Spiele, ein Organizer, Lern-Software und Office-Programme. Einige der Programme:
– Malprogramm
– Kompositionsprogramm
– Telefonbuch
– Datenbank
– Textverarbeitung
– Tabellenkalkulation
– Basic-Interpreter

Ein Massenspeicher ist aber insofern vorhanden, als sich im Gerät ein Flash-ROM mit 512 KB Kapazität befindet, in dem Daten dauerhaft gespeichert werden können. Auf ein externes Speichermodul, welches vom Genius IQ 128 übernommen werden kann, können weitere Daten abgelegt werden. Ein Dateimanager ermöglicht das Kopieren oder Löschen von Dateien.

Fazit
Ein interessantes Gerät, das nicht mal schlecht funktioniert. Ich vermisse die Möglichkeit einen Kassettenrekorder oder eine Floppy anschließen zu können. Die Bedienung der Software ist zwar einfach und eingängig, befindet sich aber eher auf dem Niveau der Programme die bei Windows und Amiga 1990 üblich waren. Die Geschwindigkeit ist nicht berauschend, Tastendrücke und Mausklicks sind teilweise verzögert. Sollte noch jemand ein Handbuch und einen externen Datenträger für das Gerät übrig haben, würde ich das gerne zur Komplettierung meines Rechners übernehmen 😉