Dragon 32 [Dragon]

Computer von der Insel sind ja meine „geheime“ Leidenschaft – Sinclair, Amstrad usw. – und daher freue ich mich besonders über den Neuzugang in der Sammlung: Dragon 32.
In England ist der Rechner 1982 erschienen und im drauf folgenden Jahr in Deutschland auf den Markt gekommen und kostete ca. 998 DM.

Die Geschichte der Dragon-Computer beginnt 1981 als sich der in South Wales beheimatete Spielzeughersteller Mettoy nach einem neuen Geschäftsfeld umsah und dabei auf Computer stieß. Dies wurde auch durch den Erfolg des Sinclair ZX81 und des Commodore VC-20 unterstützt.
In diesem Jahr wurde PA Technology aus Cambridge beauftragt, einen neuen Mikrocomputer zu entwickeln. Da eine komplette Neuentwicklung aufgrund des engen Zeitplans nicht möglich war, wurde ein vorhandener leistungsfähiger Prozessor – der Motorola 6809 – eingesetzt. Das brachte den Vorteil, dass vier weitere Chips von Motorola für die Peripherie verwendet werden konnten. Als Software wurde Microsoft Extended Basic eingesetzt.

Der Dragon hatte einen gewissen Ruf, da viele Ähnlichkeiten zum Tandy TRS-80 ColorComputer bestanden, der zwei Jahre vorher in den USA auf den Markt kam.
Auch dieser Rechner verwendet den 6809-Prozessor und einen Chipsatz von Motorola.
Damit es nicht zu Problemen mit Tandy kommen konnte, wurden Änderungen am Design vorgenommen. Statt eines seriellen Ports wird ein paralleler Port benutzt und die Morotola-PIO wird für die Tastatur verwendet.
Auch das BASIC wird angepasst – das Standard- und das Extendend-Basic werden neu kompiliert und bilden danach eine kompakte Einheit.
Das Motorola-BIOS wird überarbeitet und an das neue Design angepasst, womit ein Geschwindigkeitszuwachs von 10 % gegenüber dem CoCo erreicht werden konnten.
Der Prototyp stand Ende 1981 zur Verfügung und hatte 16 KB Speicher, da aber Sinclair den Spectrum mit 48 KB ankündigte, wurde der Speicher des Dragon auf 32 KB verdoppelt. Die ersten 10.000 Geräte wurden daher mit einer Zusatzplatine für den Speicher ausgestattet. Das Gehäuse des Dragon bekam eine richtige Tastatur spendiert und die neu gegründete Firma Dragon Data übernahm den Vertrieb.
Übrigens stammt der stilisierte Drache, der als Grundlage für das Markensymbol diente, aus der walisischen Flagge.

Dragon 32 – Startscreen

Im August 1982 wurde der Dragon 32 an die Mettoy-Händler ausgeliefert, während Sinclair zwar den englischen Heimcomputer-Markt dominierte, aber mit Lieferproblemen zu kämpfen hatte.
Leider ging es dem Mutterkonzern im Oktober finanziell nicht gut und Dragon Data benötigte neues Geld für die Erweiterung der Produktionskapazitäten. Durch den Verkauf der Anteile blieben am Ende nur noch 15 % der Firma bei Mettoy.
Durch das frische Geld (9 Mio. DM) wurde es möglich eine neue Fabrik zu beziehen und bis zum Frühling 1983 konnten 40.000 Geräte verkauft werden. Die Produktion wurde auf 10.000 Geräte pro Woche erweitert.
Ab Mai gab es eine Erweiterung des Speichers auf 64 KB in Form eines Austauschs der Hauptplatine und ab Juni erhielt der Käufer ein komplettes Dragon 64 Board.

Bereits ein paar Monate vorher – im April erschien ein Diskettenlaufwerk und das von Microware lizenzierte OS9.

Dragon 64
Im August 1983 wurde der Dragon 64 in den USA veröffentlicht (Produktion durch die Tano Corporation) und Anfang 1984 auch in Deutschland. Für 348 DM Aufpreis konnte der Dragon 32 in einen Dragon 64 umgetauscht werden. Sonst kostet der Rechner 1.290 DM und das Diskettenlaufwerk nochmal den gleichen Betrag.

Im November 1983 sollte der Dragon 128 veröffentlicht werden, mit zwei (!) 6809 Prozessoren und 128 KB Speicher, dazu sollte die Tastatur um ein numerisches Tastenfeld erweitert werden und OS9 als Betriebssystem Standard werden.

Leider ging es 1984 der Firma finanziell bereits schlecht und wichtige Großabnehmer nahmen die Rechner aus dem Sortiment. In den USA konnten nur 5.000 Geräte verkauft werden. Außerdem wurde viel Geld in die Entwicklung neuer Modelle gesteckt, sodass der Schuldenberg immer stärker anwächst und Dragon Data Mitte 1984 in die Insolvenz treibt.
Für 1 Mio. Pfund übernahm die spanische Firma Eurohard S.A. die Konkursmasse und verlagerte die weitere Produktion nach Spanien. Zu Beginn gab es unveränderte Dragon Geräte. 1985 gab es mehrere Neuerscheinungen – Dragon 200, Dragon 200-E und Dragon MSX. Dadurch kamen nochmal ca. 37.000 (Dragon Data 200.000) Geräte auf den Markt. 1985 erschienen die 16 Bit-Rechner Atari ST und Commodore Amiga und das Interesse an den Dragon-Rechnern ging dem Ende entgegen und die Produktion wurde im Mai 1986 endgültig eingestellt. 

  • Dragon Oberseite
  • Dragon Unterseite
  • Dragon Typenschild
  • Dragon 32K - PIO Anschluss
  • Dragon Anschlüsse
  • Dragon Netzteil

Laden von Programmen:
Da ich mit meinem Gerät einige Spiele auf Kassette erhalten hatte, war mein erster Weg über einen Kassettenrekorder. Ich verwende für diese Tests immer meinen Sharp CE-152, der mit einem neuen Riemen ausgestattet ist und überprüft wurde.
Ich habe mir aus England ein passendes Kabel bestellt – auf einer Seite einen DIN-Stecker und auf der anderen Seite je einen für EAR, MIC und REM (Motorsteuerung). Diese Ausstattung ist empfehlenswert, da dann der Rechner den Rekorder steuern kann.
Nach dem Einlegen der Kassette kann schon mal Play gedrückt werden, da die Kassette erst aktiviert wird, wenn am Dragon der Befehl zum Laden – CLOAD „“ – eingegeben wurde. Danach wird das Band gestartet und es erscheint oben links das Zeichen S – wird ein Programm gefunden, ändert sich die Anzeige entsprechend.

Speichern von Programmen:

Das Speichern läuft genauso ab, wie das Laden – nur der Befehl lautet:
CSAVE *test“