Schneider CPC

Operation Alexandra

Letzte Aktualisierung am

Operation Alexandra

Operation Alexandra
Autor: 4MHz
Jahr: 2018
System: Schneider/Amstrad CPC
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Mit Operation Alexandra hat das Entwicklerteam 4MHz ein bemerkenswert stimmungsvolles Homebrew-Spiel für den Schneider CPC veröffentlicht. Der Titel wird gelegentlich mit dem Jahr 2016 in Verbindung gebracht, was aber nicht an der eigentlichen Veröffentlichung liegt. Der Hintergrund ist vielmehr der reale Fund einer verlassenen deutschen Basis auf Alexandra Land im Jahr 2016, der als Vorlage für die Handlung diente. Das Spiel selbst erschien 2018 und konnte sich im selben Jahr beim Wettbewerb CPCRetroDev den ersten Platz sichern.

Ein spannendes Szenario mit historischem Aufhänger

Schon die Ausgangslage macht Operation Alexandra interessant. Die Geschichte greift den Fund einer alten, verlassenen deutschen Station auf Alexandra Land auf und entwickelt daraus ein eigenes Abenteuer mit Mystery- und Horrorelementen. Im Spiel schlüpft man in die Rolle des sowjetischen Offiziers Mihail Mashkov, der in den 1970er Jahren mysteriöse Funksignale untersucht. Auf der Suche nach Schutz gerät er in eine alte Nazi-Basis in der Arktis und entdeckt schnell, dass dort noch längst nicht alles verlassen ist.

Diese Mischung aus realem Hintergrund, alternativer Geschichtserzählung und klassischer Abenteuer-Atmosphäre funktioniert erstaunlich gut. Gerade die isolierte Lage in der eisigen Arktis verleiht dem Spiel einen ganz eigenen Reiz.

Action-Plattformer mit Adventure-Elementen

Spielerisch ist Operation Alexandra nicht einfach nur ein klassischer Run-and-Gun-Titel. Vielmehr kombiniert das Spiel Action-Plattform-Passagen mit Erkundung und kleineren Rätselansätzen. Es geht also nicht nur darum, Gegner zu besiegen, sondern auch darum, die Basis Stück für Stück zu erforschen, Gegenstände zu finden und diese sinnvoll einzusetzen.

Genau dieser Aufbau sorgt dafür, dass sich das Spiel angenehm abwechslungsreich anfühlt. Wer einfach nur blind nach vorne läuft, wird hier nicht weit kommen. Stattdessen belohnt Operation Alexandra Beobachtung, vorsichtiges Vorgehen und ein gewisses Maß an Planung.

Waffen, Gegenstände und Spielmechanik

Zu Beginn verfügt die Spielfigur über eine AK-47, mit der sich erste Gegner bekämpfen lassen. Im Verlauf des Spiels können weitere nützliche Gegenstände eingesammelt werden, darunter Medikits zur Heilung und eine Tommy Gun mit größerer Reichweite. Im Anzeigebereich sieht man nicht nur die verbleibende Energie, sondern auch das aktuell mitgeführte Objekt.

Das ist wichtig, weil der Spielfortschritt eng mit dem Finden und richtigen Verwenden einzelner Gegenstände verknüpft ist. Damit bekommt das Spiel einen leicht adventureartigen Einschlag, der gut zur geheimnisvollen Grundstimmung passt.

Gelungene Steuerung für den CPC

Auch bei der Steuerung hat sich das Team Mühe gegeben. Operation Alexandra unterstützt verschiedene Tastenbelegungen, darunter klassische Varianten mit O, P, Q, A und Leertaste sowie Cursorsteuerung. Zusätzlich gibt es Joystick-Unterstützung. Besonders positiv fällt auf, dass sogar Schüsse während des Springens sowie Schüsse nach oben oder diagonal möglich sind.

Für ein modernes CPC-Homebrew-Spiel ist das ein schönes Detail, denn genau solche Feinheiten sorgen dafür, dass sich das Spiel deutlich dynamischer und zeitgemäßer anfühlt als viele ältere Genrevertreter.

Atmosphäre statt reiner Dauer-Action

Ein großer Pluspunkt von Operation Alexandra ist seine dichte Atmosphäre. Das Spiel setzt nicht nur auf direkte Action, sondern möchte eine bedrohliche und geheimnisvolle Stimmung erzeugen. Die verlassen wirkende Militärbasis, die arktische Umgebung und die unklare Bedrohung im Inneren sorgen für ein Szenario, das neugierig macht.

Auch die Tipps im Handbuch zeigen, dass das Spiel eher auf überlegtes Vorgehen ausgelegt ist. Bildschirme sollen zunächst analysiert, Gegner beobachtet und Heilitems nicht leichtfertig eingesetzt werden. Dadurch entsteht ein Spielgefühl, das über reine Reaktionsschnelligkeit hinausgeht.

Operation Alexandra – Screen
Ein starkes Team hinter dem Spiel

Entwickelt wurde Operation Alexandra von 4MHz. Laut Handbuch stammen Code und Engine von Javier García Navarro, Grafik und Game Design von Rafa Castillo sowie Musik und Soundeffekte von John McKlain. Diese klare Aufteilung merkt man dem Spiel durchaus an, denn Technik, Grafik und Sound wirken sehr geschlossen und professionell.

Gerade für ein Homebrew-Projekt auf einer klassischen 8-Bit-Plattform ist das Ergebnis beeindruckend. Operation Alexandra zeigt, wie hoch das Niveau moderner CPC-Neuentwicklungen inzwischen sein kann.

Erfolg beim CPCRetroDev 2018

Dass Operation Alexandra beim CPCRetroDev 2018 den ersten Platz belegt hat, passt gut zum Gesamteindruck. Der Wettbewerb ist innerhalb der CPC-Szene eine wichtige Plattform für neue Entwicklungen, und ein Sieg dort ist durchaus ein Qualitätsmerkmal. Das Spiel konnte sich damit einen festen Platz unter den bemerkenswerten neueren CPC-Produktionen sichern.

Heute noch gut zugänglich

Erfreulich ist außerdem, dass Operation Alexandra auch heute noch gut zugänglich ist. Auf der Seite von 4MHz stehen verschiedene Versionen zum Download bereit, darunter Fassungen für Diskette, Kassette und Massenspeicher. Dadurch lässt sich der Titel sowohl auf echter Hardware als auch in der Emulation vergleichsweise unkompliziert ausprobieren.

Fazit

Operation Alexandra ist ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie stark moderne Homebrew-Entwicklung auf dem Schneider CPC inzwischen geworden ist. Das Spiel verbindet ein ungewöhnliches Szenario mit dichter Atmosphäre, guter Steuerung und einer Mischung aus Action und Erkundung, die deutlich über einfache Bildschirm-Action hinausgeht.

Wer auf dem Schneider CPC nicht nur kurze Highscore-Spiele sucht, sondern ein durchdachtes und stimmungsvolles Abenteuer erleben möchte, sollte sich Operation Alexandra unbedingt einmal ansehen.