
Mechwars: Arena
Autor: ZXBitles
Jahr: 2021
Genre: Shoot’em’up
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Mechwars: Arena – Mech-Action auf dem Sinclair ZX Spectrum
Wenn man „Arena-Shooter“ hört, denkt man selten zuerst an den ZX Spectrum – und genau deshalb hat mich Mechwars: Arena so positiv überrascht. ZXBITLES liefern hier ein schnelles, taktisches Ballerspiel mit isometrischer Perspektive, das sich wahlweise solo oder zu zweit spielt – und dabei angenehm nach „noch eine Runde“ schmeckt.
Hintergrund & Einordnung
Die dystopische Rahmenhandlung ist schnell erzählt: düstere Zukunft, Gewalt als Unterhaltung, und du steigst in die Arena, um dich zu behaupten. Das Spiel steht außerdem in einer Linie mit den vorherigen Projekten von ZXBITLES (u. a. der Red Raid: The Beginning-Reihe) und soll als Auftakt einer kleinen Mechwars-Trilogie verstanden werden – entsprechend merkt man dem Titel an, dass hier eine „Basis“ gelegt werden sollte, auf der sich aufbauen lässt.
Technisch spannend: Entwickelt wurde das Ganze in (kompiliertem) BASIC – was man bei diesem Spieltempo erstmal nicht erwarten würde, aber erstaunlich gut funktioniert.
Gameplay – so spielt sich die Arena
Du steuerst einen Kampf-Mech in einer isometrischen Arena, weichst aus, nutzt Deckung und versuchst je nach Modus entweder Kills zu sammeln oder Ziele zu erfüllen. Das Trefferfeedback ist klar, die Arenen sind übersichtlich genug, um nicht unfair zu wirken – aber verwinkelt genug, dass Positionierung wirklich zählt.
Besonders wichtig: Das Spiel ist nicht nur „ballern bis alles umfällt“, sondern lebt davon, dass du Laufwege, Engstellen und Sichtlinien lernst. Das macht es taktischer, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Spielmodi
Mechwars: Arena bringt gleich drei Modi mit, die sich spürbar unterschiedlich anfühlen:
- Deathmatch: klassisch – wer die meisten Abschüsse erzielt, gewinnt.
- Control Points: bestimmte Punkte auf der Karte einnehmen und halten.
- Capture the Flag: zur gegnerischen Flagge durchkämpfen und sie zurück zur eigenen Basis bringen.
Gerade „Control Points“ sorgt für schön chaotische Hotspots, während „Capture the Flag“ überraschend viel Teamplay-Charakter bekommt (auch wenn man „nur“ mit KI zusammenspielt).
Optionen, Karten und „Baukasten“-Charakter
Richtig stark ist der Konfigurationsumfang. Du kannst Matches spürbar an deinen Geschmack anpassen – unter anderem mit:
- zerstörbarer Umgebung (optional aktivierbar)
- 8 Karten zur Auswahl
- einstellbaren Siegpunkten
- 1–2 Spielern (kompetitiv oder kooperativ im selben Team)
Das ist genau der Punkt, an dem das Spiel für mich „über dem Durchschnitt“ landet: Es fühlt sich nicht wie ein einzelner Spielmodus an, sondern wie ein kleiner Arena-Baukasten.

Power-Ups – kleine Dinge, große Wirkung
Während des Matches tauchen Items auf, die die Dynamik spürbar verändern. Je nach Einstellung sind sie an/aus – ich mag sie eingeschaltet, weil sie aus festgefahrenen Situationen wieder Tempo machen:
- Battery: Energie regenerieren
- Armor: Schaden teilweise abfedern
- Snowflake: Gegner kurzzeitig einfrieren/paralysieren
- Skull: extrem starker Effekt (ein Treffer kann reichen)
Gerade „Snowflake“ kann ein Match komplett drehen – fühlt sich frech an, aber in einem Arena-Spiel ist genau das manchmal der Unterschied zwischen „solide“ und „legendär“.
KI, Tempo und Spielgefühl
Solo spielt sich Mechwars: Arena überraschend gut, weil die KI ordentlich Druck macht und grundsätzlich „zielorientiert“ wirkt: Gegner suchen Auseinandersetzungen, greifen nach Vorteilen und bleiben präsent. In zielbasierten Modi merkt man gelegentlich, dass die KI manchmal eher den Fight sucht als den großen Plan – aber weil das Spiel so flott ist, fällt das selten negativ auf.
Das Movement ist nicht „butterweich“, aber das passt sogar: Durch die Mechs wirkt das leicht „roboterhafte“ Gleiten stimmig, statt störend zu sein.
Grafik & Sound
Optisch ist das ein echter Hingucker: große, klar erkennbare Mechs, gute Lesbarkeit in der Iso-Ansicht und abwechslungsreiche Arenen. Besonders die unterschiedlichen Karten machen viel aus, weil sie jeweils andere Winkel, Engstellen und taktische Möglichkeiten bieten.
Sound ist funktional: ein passender Start-Tune, Schuss-Sounds im Match – nichts, was man als „Audio-Showcase“ verkauft, aber absolut ausreichend, um die Action zu tragen.
Mein Fazit
Mechwars: Arena ist für mich eines dieser Spiele, die man „nur kurz testen“ will – und dann hängen bleibt, weil jede Runde anders läuft. Die Mischung aus Tempo, Modus-Abwechslung und den vielen Einstellungen macht es zu einem richtig runden Paket auf 48K.
Wenn du gern schnelle Arena-Action magst (und im Idealfall jemanden hast, der eine zweite Runde mitspielt), ist das hier ein Volltreffer.
Pluspunkte: Modi + Optionen + Kartenvielfalt, gute Spielbarkeit solo oder zu zweit
Minuspunkte: KI in Objective-Modi nicht immer perfekt zielstrebig, Sound eher zweckmäßig