Multiface 128 [Sinclair ZX Spectrum]

Multiface 128 - Vorderseite
Multiface 128 – Vorderseite

Nun habe ich zwei von drei Multiface Versionen in meiner Sammlung – das zweite ist das Multiface 128. Auch dies wurde von Romantic Robot entwickelt und ist mit dem Spectrum 48K, Spectrum 128 und +2 (grau) kompatibel. Es funktioniert nicht mit dem +2A/B oder +3. Im Gegensatz zum Multiface 1 hat dieses Modell keinen Joystick-Anschluss und auch keinen Schalter zum Aktivieren/Deaktivieren an der Seite.
Vom Multiface 128 gibt es zwei unterschiedliche Varianten – bei meiner Version fehlt die Möglichkeit auf +D oder Disciple Disketteninterfaces speichern zu können – diese Option wird nicht angeboten. Anscheinend war das bei den ersten Versionen des Multiface 128 normal (ROM Version 87.2 war dann schon weiter), da diese einen anderen Port für den NMI verwendeten und damit in Konflikt mit manchen Erweiterungen kamen.

Das Gerät kostete anfänglich £34.95 (160 DM), wurde aber dann auf den Preis des Multiface 1 reduziert.

Technische Details
ROM: 8 KB (für die eigene Software)
RAM (Arbeitsspeicher): 8 KB

Funktionen
– Speicherung des aktuellen Programms oder Bildschirminhalts (komprimiertes RAM-Image) auf Kassette, Microdrive, Discovery, Plus D oder Disciple
– Auslesen (peek) und Schreiben (poke) beliebiger Speicheradressen
– Ausdrucken des Bildschirms
– Sprung zu einer beliebigen Programmadresse

Erst wenn der rote Knopf gedrückt wird, bemerkt der Spectrum die Anwesenheit des Multiface – folgendes passiert:
Es erscheint die Einschaltmeldung des Moduls sowie eine Menüleiste in den unteren zwei Bildschirmzeilen. Dort stehen sechs Menüpunkte zur Wahl. Der erste („exit“) veranlasst den Aufruf des Basic-Interpreters, um von dort aus den Inhalt des Arbeitsspeichers bearbeiten zu können, „return“ gibt die Kontrolle an das unterbrochene Programm zurück; es läuft genau ab der Position weiter, wo es der Tastendruck unterbrochen hatte, „save“ führt nach Eingabe des Dateinamens in ein Untermenü mit fünf weiteren Punkten (einer davon dient jedoch nur dem Abbruch der Funktion). Hier fällt die Entscheidung für das Speichermedium. Bei Kassettenbetrieb steht normale Übertragung oder Hypertape parat. Daneben sind auch Microdrive und Diskettenlaufwerk wählbar. Microdrives sind während der Arbeit mit dem Multiface 128 sogar formatierbar (über 100 KByte).

Multiface 128 - Rückseite
Multiface 128 – Rückseite

Speichern lassen sich je nach Bedarf entweder Bildschirminhalte oder Programme. Dabei ist zu erwähnen, dass nicht im eigentlichen Sinne Programme gespeichert werden, sondern Speicherinhalte. Zu diesem Zweck durchsucht das Multiface den kompletten Arbeitsspeicher und schreibt relevante Bereiche in komprimierter Form auf den Datenträger. Dazu kommen noch sämtliche Systemvektoren und Register sowie der Stack. Dadurch ist die spätere einwandfreie Funktion der gespeicherten Programme voll gewährleistet. Probleme gibt es nur mit Programmen, die Teile während des Ablaufs nachladen.

Der vierte Menüpunkt („tool“) öffnet den Zugang zu den oben beschriebenen Monitorfunktionen, »print« arbeitet nur mit angeschlossenem Drucker, da es den Bildschirminhalt als Dump ausgibt. Der letzte Punkt, „jump“, kehrt nicht wie „return“ zum Einschaltzustand zurück, sondern erlaubt den Aufruf jeder beliebigen Adresse im regulären RAM, im zusätzlichen RAM des Spectrum 128 sowie im Multiface-RAM. Nur im 128-KByte-Modus macht der Menüpunkt „clear“ Sinn, er fehlt deshalb auch im 48-KByte-Modus beziehungsweise bei Verwendung des Multiface am 48-KByte-Spectrum. Er löscht die nicht benötigten zusätzlichen Speicherbänke, so daß sie beim Speichern nicht unnötig zur Last fallen.