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Thomson TO8 [Thomson]

Nachdem ich den Thomson TO7-70 ersteigert hatte, bin ich kurz danach bei dem gleichen Verkäufer über einen Thomson TO8 gestolpert und war bei der Auktion erfolgreich. Daher hier gleich der nächste Rechner aus Frankreich.

Der Thomson TO8 war der vierte Computer der „TO“-Reihe (Télé Ordinateur) des französischen Unternehmens. Vorher wurde im Auftrag der Regierung der TO7 (1982) und TO7/70 (1984) mit AZERTY-Tastatur für Schulen hergestellt.
Als das staatliche Programm abgeschlossen war, wurden die Rechner in Geschäften zum Verkauf angeboten – für den Export mit QUERTY-Tastatur. 1985 wurde der Desktop-Rechner TO9 der für den Geschäftsmarkt bestimmt war, eingeführt. Zwischen 1985 und 1987 gab es dann eine zweite Generation der TO Serie: den TO8 (der Rechner in diesem Artikel), den TO9+ (Desktop) und den TO8D (mit Diskettenlaufwerk).

Der TO8 mit 256K RAM (erweiterbar auf 512K) und einem ROM mit 80K behielt die Kompatibilität mit den Vorgängermodellen der Serie, dem TO7 und dem TO7/70 bei (im ROM befindet sich das Microsoft BASIC für die Kompatibilität sowie das BASIC 512). Wie der TO9 kann er auch ein externes Diskettenlaufwerk verwenden.

Der TO8 enthält einen Motorola 6809E-Prozessor, 256 KB RAM und 80 KB ROM in drei ICs: zweimal 32K mit MS-BASIC 1.0 und BASIC 512 sowie einmal 16K mit dem Betriebssystem. Mit an Bord ist ein Thomson EF6804P2P mit 8-Bit-Prozessor, 1K ROM, 64 Byte ROM und 32 Byte RAM und einen 6846L EF2P – ein TO7- TO7/70 System-ROM IC. Was die Grafik betrifft, gibt es zwei Textmodi, acht Grafikmodi mit maximal 16 Farben aus eine Palette von 4096. Für den Sound ist ein Soundsynthesizer zuständig.

Thomson TO8 mit AZERTY-Layout

Der Cartridgeanschluss befand sich im oberen Gehäuseteil. Das Tastaturlayout war AZERTY mit fünf (doppelten) Funktionstasten (F1 bis F10) auf der linken Seite und einem Ziffernblock auf der rechten Seite.

Auf der Rückseite befinden sich folgende Anschlüsse (von links nach rechts): RGB-Video- und Soundanschluss (SCART-Anschluss), Cinch-Audioanschluss, Druckeranschluss (parallel Centronics), ein Anschluss (DIN-14) für ein externes Diskettenlaufwerk, ein Anschluss (Mehrzweck) für Peripherie, ein spezieller Anschluss für die Speichererweiterung (256K), ein Ein-/Ausschalter und das Stromkabel (das Netzteil ist im Gehäuse untergebracht).

Auf der rechten Seite sind ein Reset-Knopf, zwei Anschlüsse für Joystick, ein Anschluss (DIN-5) für einen Stift und ein Anschluss für den Kassetten-Rekorder zu finden.

Nach dem Einschalten des Rechners wird die typische Thomson Einschaltmeldung angezeigt. Die Einträge variieren mit den Geräten, die anschlossen sind. Wie auch beim Thomson TO7-70 können hier die Eingaben mit dem Lightpen erfolgen. Dieser ist aber im Gegensatz zum „Vorgänger“ nicht in den Rechner integriert, sondern als externes Zubehör erhältlich.

Sollte einer der Leser einen dieser Lightpens, eine Speichererweiterung oder ein externes Diskettenlaufwerk haben, das nicht mehr benötigt wird, kann er sich gerne melden. 🙂

Auch am TO8 funktioniert die SDDrive Erweiterung ohne Probleme.

Hinweis
Wie bei vielen anderen Geräten gab es auch beim TO8 wieder ein technisches Problem. Auch in dem Fall war das Netzteil nicht mehr in Ordnung. Der Ein-/Ausschalter auf der Rückseite macht zwar Kontakt, blieb aber nicht in seiner Stellung, sodass der Rechner immer wieder ausging. Anscheinend gab es das Problem schon länger da in des Netzkabel ein zweiter Schalter integriert ist, der sicher nicht Original ist.
Ich entschied mich das Netzteil auszubauen und das richtig zu lösen, was sich als richtig herausstellte. Auf der Unterseite der Platine lösten sich bereits die ersten Lötpunkte ab. Somit wurde der Schalter ausgetauscht, die fehlerhaften Lötstellen nach gelötet und der Netzfilter, der mit Sicherheit auch bald explodieren würde, ausgetauscht. Das Netzteil ist per Kabel mit Stecker an der Hauptplatine angeschlossen. Dort müssen an PIN 1 12 Volt und an Pin 7 5 Volt anliegen. Nach diesen Reparaturen war der TO8 wieder voll funktionsfähig.


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