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The Man with the Golden Joystick [Sinclair ZX Spectrum]

Letzte Aktualisierung am 12. Januar 2026 von Jungsi

The Man with the Golden Joystick
Autor: Dave Sloan, Nate Sloan
Jahr: 2022
Genre: Plattformer
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Jet-Set-Willy-Hommage mit Biss und ganz viel Augenzwinkern

Manchmal reicht ein Blick auf den Startbildschirm, um zu wissen, wohin die Reise geht: The Man with the Golden Joystick ist ganz klar im Geiste von Jet Set Willy gebaut – Raum für Raum, Sammelwut, fiese Sprünge, schräge Gegner und dieser herrlich „nonsensige“ Humor, den man auf dem Spectrum einfach liebt. Nur: Hier wurde das Grundprinzip so modernisiert, dass es nicht in Frust ausartet, sondern einen richtig lange bei Laune hält.

Worum geht’s?

Im Kern ist es ein klassischer Collection-Plattformer: Du durchquerst ein großes Anwesen voller einzelner Screens und sammelst insgesamt 128 Gegenstände ein. Die Handlung nimmt sich dabei nicht zu ernst – inklusive der obligatorischen 8-Bit-Rivalität zwischen Speccy und C64, die hier als Running Gag immer wieder durchblitzt.

Gameplay – Jet Set Willy, aber (bewusst) weniger gemein

Wer Jet Set Willy im Blut hat, findet sich sofort zurecht: Jeder Raum ist ein kleiner Parcours mit Plattformen, Leitern, Abgründen und Gegnern, die feste Bahnen ziehen. Der große Unterschied: Statt „ein Treffer = tot“ gibt es eine Energieleiste. Kollisionen ziehen Energie ab, und erst bei 0 ist Schluss – dadurch fühlt sich das Spiel deutlich fairer an. Fehler passieren, aber sie bedeuten nicht ständig den kompletten Neustart nach Sekunden.

Dazu kommt ein angenehm direktes Sprung- und Bewegungsgefühl. Gerade in einem Spiel, das so stark vom präzisen Timing lebt, ist das Gold wert: Man scheitert eher, weil man eine Passage noch nicht gelernt hat – nicht, weil die Steuerung gegen einen arbeitet.

Leveldesign & Ideen – pures „Spectrum-Nonsense“-Gold

Die Räume sind das eigentliche Highlight: viele davon sind voller Wortspiele, Anspielungen und kleiner „Aha“-Momente. Genau diese Mischung aus Quatsch, Kreativität und leichtem Wahnsinn macht den Reiz aus. Und ja: Es gibt Gegner und Objekte, die so herrlich bescheuert sind, dass man beim ersten Mal automatisch grinst (Toilettenhumor inklusive).

Die Schwierigkeit steigt dabei spürbar an, aber das Spiel bleibt insgesamt im Bereich „fordernd, aber machbar“. Vor allem, weil man nicht permanent pixelgenau bestraft wird.

Technik-Check
  • Plattform: Sinclair ZX Spectrum 48K / 128K
  • Steuerung: Joystick-Unterstützung (typisch Kempston/Sinclair) und Tasten frei belegbar
  • Ziel: 128 Items einsammeln
  • Fairness-Faktor: Energie statt One-Hit-Death
  • Veröffentlichung/Verfügbarkeit: digital (und je nach Version später mit kleinen Updates/Feinschliff)
Mein Eindruck

The Man with the Golden Joystick ist genau die Sorte Homebrew, die ich am Spectrum besonders mag: Respekt vor dem Klassiker, aber mit genug eigenen Ideen, um nicht nur „noch ein Jet-Set-Willy-Klon“ zu sein. Der Humor ist präsent, das Spielgefühl sitzt, und die Energieleiste macht den Unterschied zwischen „cool, aber ich spiele das nie durch“ und „okay, noch ein Versuch…“.

Wer Raum-Plattformer der 80er liebt, bekommt hier sehr viel Spiel für wenig (und vor allem: für sehr viele Minuten) – inklusive dieses typischen Spectrum-Flairs, das man nicht künstlich herstellen kann.

Für wen ist das?
  • Für Fans von Jet Set Willy / Manic Miner, die Lust auf eine moderne, fairere Variante haben
  • Für alle, die Room-by-Room-Plattformer mit Sammelziel mögen
  • Für Spectrum-Spieler, die bei Anspielungen, Wortspielen und Nonsense sofort zu Hause sind
Fazit

Ein liebevoll gemachter, sehr spielbarer Jet-Set-Willy-Gruß aus der Homebrew-Ecke – mit Humor, fairem Schadenssystem und richtig guter „Noch ein Raum…“-Motivation. Genauso muss das.

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