Das letzte Modell der Atari-Reihe, das mir noch gefehlt hat – der Atari Mega ST – bekam ich über eBay zu einem recht günstigen Preis. Der Rechner war komplett (inkl. Maus und Tastatur) im Originalkarton zusammen mit einem SM 124 – ebenfalls in Originalverpackung.
Mega ST
Die Mega-ST-Reihe kam 1987 mit dem Mega ST 2 und dem Mega ST 4 auf den Markt – beide trugen die MB-Zahl direkt im Namen. Das 1-MB-Modell folgte erst 1989 nach, hieß dabei aber nicht „Mega ST 1“, sondern nur Mega 1; auch die später überarbeiteten 2- und 4-MB-Versionen liefen fortan nur noch als Mega 2 und Mega 4 ohne das „ST“ im Namen. Technisch hat sich gegenüber dem 1040 ST nur wenig getan, außer dass ein neuer Erweiterungs-Bus, eine batteriegepufferte Echtzeit-Uhr und ein Blitter eingebaut wurden. Vom äußeren her hat sich sehr viel geändert: Das Gehäuse ist quadratisch, dazu gibt es optisch angepasste Festplatten (SH, Megafile), die Tastatur ist abgesetzt und in der Qualität deutlich verbessert. Die Tastatur stammt von Cherry, das in das Gehäuse integrierte Diskettenlaufwerk entsprach dem externen SF314. Auf der Unterseite der Tastatur sind die Anschlüsse für Maus und Joystick.
Diese Version brachte dem ST den endgültigen Durchbruch im DTP-Bereich (Desktop-Publishing). In den USA wurde der Mega ST 4 zusammen mit dem SW-Monitor SM 124 und dem Laserdrucker SLM 804 für $ 3.998 angeboten – ein IBM-Laserdrucker kostete allein schon rund $ 5.000. 1991 wurde er durch den Mega STE abgelöst.
Betriebssystem-Versionen:
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)
TOS 1.04 (ROM-Datum 06.04.1989)
Im gelungensten Gehäuse der ST-Serie präsentierte sich der Mega ST. Der Rechner als Monitoruntersatz und die abgesetzte Tastatur verliehen dem Mega ST das Aussehen einer kleinen Workstation. Im Inneren fand man allerdings nur die von den Vorgängermodellen bekannten Komponenten, mit Ausnahme des größeren Hauptspeichers, eines proprietären Erweiterungssteckplatzes und eines Blitters. Letzterer unterstützte den Prozessor bei Kopieroperationen und z. B. beim Verschieben von Fenstern auf dem Desktop.
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Der Mega ST war häufig in Schulen anzutreffen, bevor ihm die microsofthörigen Lehrplanersteller den Garaus machten. An Universitäten hielt er sich noch recht lange als Schreibcomputer oder als Terminal, ansonsten fand man ihn in allen üblichen Atari-Domänen: bei Musikern, Grafikdesignern und Hobbyprogrammierern. Spieler konnte der Mega ST noch weniger begeistern als der billigere 1040 STFM.
Insgesamt gab es die Reihe in drei Speicherausbaustufen: Die ursprünglichen Mega ST 2 und Mega ST 4 (1987) trugen die MB-Angabe direkt im Namen. Die später überarbeiteten bzw. neu hinzugekommenen Modelle wurden dagegen ohne „ST“ nur als Mega 1, Mega 2 und Mega 4 vermarktet.
Einen kleinen Unterschied bei den Gehäusen des Mega ST gab es bei den Diskettenlaufwerken – beim Mega ST 2 ist die Auswurftaste mittig unter dem Laufwerk angeordnet, beim Mega ST 4 rechts unten.
| Modell | Markteinführung | RAM | RAM-Technik | Speichererweiterung | Floppy-Laufwerk |
|---|---|---|---|---|---|
| Mega ST 2 | 1987 | 2 MB | 32× 256-kBit-Chips | direkt lötbar | Auswurftaste mittig |
| Mega ST 4 | 1987 | 4 MB | 32× 256-kBit-Chips | direkt lötbar | Auswurftaste rechts unten |
| Mega 1 | 1989 | 1 MB | 8× 1-MBit-Chips | nur via Adapterplatine | neueres Laufwerk |
| Mega 2 | ~1989/90 (Facelift Mega ST 2) | 2 MB | wie Mega 1 (neues Platinendesign) | nur via Adapterplatine | leiser, kompakter |
| Mega 4 | ~1989/90 (Facelift Mega ST 4) | 4 MB | wie Mega 1 (neues Platinendesign) | nur via Adapterplatine | leiser, kompakter |
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Mein Mega ST 2
Meinen Mega ST 2 habe ich erst mal auf 4 MB aufrüsten lassen. In einer Schachtel im Keller fand sich noch eine Megafile 60 – zusammen mit einem SM 124 steht nun ein komplettes System auf dem Tisch. Ich denke aber, dass ich die Megafile nur zum Schein stehen lasse und in den Mega ST2 ein SD-Laufwerk (Gigafile oder Ultrasatan) einbaue. Die Lautstärke einer Megafile 60 ist ja richtig übel, wenn man es nicht gewohnt ist. 😉
Neben diesem Mega ST 2 befinden sich in meiner Sammlung auch noch ein Mega ST 4 und ein Mega 1 – da diese beiden Geräte keinen eigenen Artikel bekommen, seien sie an dieser Stelle kurz erwähnt.

Bei meinem Mega ST 2 war sogar noch das Garantiesiegel intakt – da ich aber neugierig bin – öffnete ich den Rechner. Dies war auch nötig, um erkennen zu können, wie schwierig der Einbau einer Speichererweiterung sein würde. Diese Arbeit führte ich nicht selbst durch, nachdem ich den Aufwand gesehen hatte. 😉 Für die Erweiterung auf 4 MB musste der Shifter-Prozessor gesockelt werden – auf dieser Platine sitzt auch die Speichererweiterung. Dann mussten noch einige Kabel auf die Platine gelötet werden. In diesem Fall wurde ich aber gebeten, den Namen nicht zu veröffentlichen, da diese Umbauten nur in Ausnahmefällen gemacht werden. 🙂
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Der Mega ST hat eine batteriebetriebene Uhr – das Batteriefach befindet sich gut zugänglich im Deckel. Hier hatte ich Glück, da die Batterien komplett vertrocknet, aber nicht ausgelaufen waren. Der Austausch ist kein Problem – einfach neue AA 1,5V Batterien einsetzen. Bei Akkus kann es sein, dass sie nicht genug Leistung bringen – diese laufen meist nur bei 1,2V –, sodass die Uhr hier evtl. nachgeht.

![Atari Mega ST 2 [Atari]](https://www.jungsi.de/blog/wp-content/uploads/2014/03/Atari-Mega-ST-2.jpg)











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