
Red Raid: The Sinking/The Infiltrating
Autor: ZXBitles
Jahr: 2020/2021
Genre: Action
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
Download: The Sinking
Download: The Infiltrating
Red Raid – zwei Episoden, zwei völlig unterschiedliche Ideen – und beide zeigen ziemlich eindrucksvoll, was auf dem 48K-Sinclair ZX Spectrum heute noch geht. In diesem Artikel schaue ich mir Red Raid: the Sinking und Red Raid: the Infiltrating gemeinsam an – als zusammenhängendes Doppelpack innerhalb der Red-Raid-Reihe von ZXBITLES.
Die Red-Raid-Reihe in einem Satz
Was ich an Red Raid mag: Die Spiele fühlen sich nicht wie „noch ein Retro-Platformer“ an, sondern wie kleine, eigenständige Experimente – jeweils mit klarer Idee, die konsequent durchgezogen wird. Und ja: „Get ready for everything!“ passt hier tatsächlich.
Red Raid: the Sinking – wenn der Countdown dein Endgegner ist
Der Aufhänger ist sofort stark: Redrick wacht im Dunkeln in einem U-Boot auf – irgendwas ist schiefgelaufen, und du musst raus, bevor das Ding endgültig absäuft.
Part 1: Puzzle-Adventure im U-Boot
Der erste Teil ist für mich das Herzstück: Du stolperst durch wenige, aber dicht gepackte Screens, suchst Interaktionspunkte, schaltest Energie frei und arbeitest dich Mission für Mission vor. Es bleibt nicht beim „Schalter umlegen“: Du musst z. B. ein SOS absetzen (Morse lässt grüßen), Crew-Mitglieder in Sicherheit bringen und zwischendurch sogar ein Mini-Game nutzen, um feindliche Boote per Torpedo auszuschalten. Währenddessen läuft die Zeit – und plötzlich ist selbst „nur drei Screens erkunden“ verdammt stressig.
Was mir hier besonders gefällt: Türen sind nicht nur Deko. Öffnen, schließen, Wege sichern – das ist Teil des Rätsels. Und mit Feuerherden im U-Boot hast du zusätzlich eine Umweltgefahr, die dich ständig zu sauberem Movement zwingt.

Part 2: mehr Action, weniger Magie
Der zweite Teil schwenkt stärker Richtung Action: Gegner im Feind-U-Boot, schießen oder treten, Munition und Energie über Durchsuchen der Besiegten. Dazu kommt dieses unangenehme „Infiziert“-Thema: Manche erledigten Gegner hinterlassen eine schleimige Bedrohung an der Decke, die du nur unter bestimmten Bedingungen zuverlässig wegbekommst. Das ist spannend, aber für mich nicht so elegant wie der Puzzle-Fokus aus Part 1.
Mein Eindruck & Tipps
- Nimm dir die ersten Minuten Zeit, das U-Boot zu „lesen“: Wo sind Terminals, Türen, Interaktionen?
- Türen bewusst schließen – nicht aus Paranoia, sondern weil es Situationen gibt, in denen du dich sonst selbst in Zeitnot bringst.
- Wenn du meinst „ich hab ja noch genug Zeit“: nein. Der Timer ist hier das eigentliche Leveldesign.

Meine Wertung für the Sinking
Ein kurzer, aber cleverer Happen – vor allem wegen Part 1. Part 2 ist solide, kommt aber nicht ganz an die Idee des Einstiegs ran.
Red Raid: the Infiltrating – zwei Spiele in einem, und beide sind gut
Wenn the Sinking eher wie ein Zwischenkapitel wirkt, dann ist the Infiltrating das „Jetzt wird’s ernst“-Spiel der Reihe. Und es macht etwas, das ich liebe: Es wechselt nicht nur die Level, sondern gleich die ganze Logik.
Part 1: Du bist der Parasit
Der große Kniff: Du spielst nicht Redrick, sondern den Parasiten. Das Ding klebt an Wänden und Decken, fällt Wachen auf den Kopf, übernimmt sie – und nutzt sie dann als Werkzeuge. Denn nur als „besessene“ Wache kannst du Computer aktivieren, Türen/Brücken freischalten und all die Dinge tun, die ein schleimiger Organismus allein eben nicht kann. Das Ergebnis sind 10 Puzzle-Level, bei denen du wirklich planen musst: Wen infiziere ich wann – und wie verhindere ich, dass ich mir den Level unspielbar mache?
Richtig stark: Mit Fortschritt bekommst du neue Fähigkeiten (Fernkontrolle, Teilung, Säure spucken und sogar Wände zerstören etc.). Das sorgt dafür, dass die Rätsel nicht nur schwerer werden, sondern sich auch „weiterentwickeln“. Und am Ende gibt’s noch dieses schön schmutzige Sci-Fi-Gefühl, wenn du genetisches Material sammelst und das Ganze in Richtung Alien-Vibes kippt.

Part 2: Zurück zur Action – aber mit Anspruch
Danach kommt der zweite Block mit 16 Levels: deutlich klassischer, näher an den vorherigen Episoden, aber spürbar polierter. Du ballerst dich durch, suchst den Ausgang – und je nach Schwierigkeitsgrad musst du sogar alle Parasiten entfernen, sonst gilt die Mission nicht als abgeschlossen. Das macht aus „ich renn durch“ schnell ein taktisches Säubern.
Mein Eindruck & Tipps
- Part 1 ist ein Puzzle-Spiel im Action-Kleid: lieber sauber denken als hektisch spielen.
- Merke dir „Schlüssel-Wachen“: Wenn du die falsch verheizt, kannst du dich soft-locken.
- Part 2 profitiert davon, wenn du systematisch vorgehst (erst sichern, dann weiter) – besonders auf höheren Stufen.

Meine Wertung für the Infiltrating
Das ist für mich der klare Sieger im Doppelpack: zwei starke Hälften, die sich perfekt ergänzen.
Gemeinsames Fazit
Wenn du Red Raid bisher nur am Rand wahrgenommen hast: Diese beiden Episoden lohnen sich als „Double Feature“. the Sinking punktet mit seinem U-Boot-Puzzle unter Zeitdruck, the Infiltrating setzt nochmal einen drauf und liefert dir ein richtig cleveres Zwei-Phasen-Konzept mit eigenem Twist.