Chez Maxime
Autor: Allan Turvey
Jahr: 2022
Genre: Arcade/Action
Rechner: Sinclair ZX Spectrum 128K
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Manchmal stolpert man über ein Spiel und denkt: „Wie konnte das so lange unter dem Radar bleiben?“ Chez Maxime ist so ein Kandidat – und gleichzeitig das beste Beispiel dafür, was ein engagierter Entwickler aus einem fast vergessenen Original herausholen kann.
Das Original: Ein Hidden Gem von 1983
Chez Maxime ist ein französisches Spiel, das 1983 für den Philips Videopac erschien – jene Konsole, die im nordamerikanischen Raum auch als Magnavox Odyssey 2 bekannt war. Wiederentdeckt wurde der Titel durch den YouTube-Kanal „ARG presents“, der ihn als Hidden Gem vorstellte. Itch Zu Recht: Das Original ist schlicht, aber das Prinzip hat diesen typischen „Noch-einmal-Sucht“-Faktor, den gute Arcade-Spiele der frühen 80er ausmacht.
Die Umsetzung: Mehr als nur ein Port
Highrise selbst beschreibt sein Projekt als „Retro-Remaster“: Das Original bleibt das Fundament, aber die höhere Auflösung des Spectrum wird genutzt, um die Grafik in einen klaren Cartoon-Stil zu überführen – die Zeichnungen stammen von Gabriele Amore. Dazu kommen zusätzliche Elemente, die auf der „neueren“ Hardware von 1982 möglich wurden. Das Ergebnis ist laut Turvey ein Arcade-Ausflug voller Persönlichkeit mit Anleihen bei Mitte-80er-Klassikern wie Tapper und Mikie. Indie Retro News
Und genau das trifft es: Chez Maxime ist wie Tapper – aber im französischen Restaurant, mit dem ganzen Flair eines überfüllten Pariser Abends. Indie Retro News Ihr übernehmt die Rolle des einzigen Kellners des Hauses und müsst die Gäste bei Laune halten. Klingt harmlos?
Das Gameplay: Entspannt? Weit gefehlt.
Die Gäste haben keinerlei Geduld. Sie erwarten, dass die Gerichte sofort auf dem Tisch stehen – und wenn das nicht klappt, werden sie erst unruhig, dann kolerisch, und gehen schließlich mit einer negativen Kritik. Ein streunender Hund macht die Sache nicht einfacher: Er schleicht sich regelmäßig in den Speisesaal und stiehlt den Gästen direkt vom Teller. Blogger Als einziger Kellner des Hauses müsst ihr beides im Griff behalten – und das wird mit jedem Moment hektischer.
Das Spiel bietet nur einen Bildschirm, aber das ist kein Mangel: Das Leveldesign zwingt zu ständiger Aufmerksamkeit und echtem Priorisieren. Wer zuerst bedient? Wohin läuft der Hund? Reicht die Zeit noch für den Tisch hinten links? Diese Fragen stellt das Spiel pausenlos – und das ist sein größtes Kompliment.

Technik & Präsentation
Chez Maxime läuft auf dem ZX Spectrum 128K, ist für einen Spieler ausgelegt und wurde mit dem Arcade Game Designer (AGD) erstellt. Spectrum Computing Das Team ist international: Allan Turvey (UK) zeichnet für Code und Umsetzung verantwortlich, Gabriele Amore (Italien) lieferte die Grafik, Gogin alias Sergei Andreevich Smirnov (Russland) und Craig Howard steuerten weitere Beiträge bei. Spectrum Computing
Die ULAplus-Version ist ebenfalls enthalten: Die Hintergrundfarben wirken dort etwas dunkler, was die Sprites klarer hervorhebt – kein dramatischer Unterschied, aber ein schönes Extra für entsprechend ausgestattete Setups.
Fazit
Chez Maxime ist genau das, was man von einem gelungenen Retro-Remaster erwartet: Das Original wird respektiert, aber der Mehrwert ist spürbar. Turveys Handschrift ist klar erkennbar – sauber programmiert, liebevoll gestaltet, und mit dem richtigen Gameplay-Kern, der auch 40 Jahre nach dem Original noch funktioniert. Wer Tapper kennt und mag, oder einfach einen fordernd-spaßigen Arcade-Titel für den Spectrum sucht, sollte hier zugreifen.
Für Spectrum-Spieler, die schnelle Arcade-Action mit hohem Wiederspielwert mögen – und die bereit sind, die Gäste-Tyrannei samt Straßenhund zu meistern.
