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Invasion Of The Zombie Monsters

Invasion Of The Zombie Monsters - Ladescreen

Invasion Of The Zombie Monsters
Autor: RELEVO Videogames
Jahr: 2010 (itch.io-Veröffentlichung: 2022)
Genre: Horizontal-Shooter / Action
Rechner: Sinclair ZX Spectrum 48K/128K, MSX, Amstrad CPC
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Manchmal stolpert man über ein Spiel, das man schon längst hätte kennen müssen – und dann holt man es einfach nach. So geht es mir mit Invasion of the Zombie Monsters von RELEVO Videogames, das ursprünglich im März 2010 auf der RetroMadrid veröffentlicht wurde und seitdem eine kleine Legende in der 8-Bit-Community ist. Seit 2022 ist es auf itch.io kostenlos verfügbar – für ZX Spectrum, MSX und Amstrad CPC. Kein Grund also, es länger zu ignorieren.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Ned und seine Freundin Linda genießen einen romantischen Abend auf dem Aussichtspunkt der Stadt, als ein Blitz ihr Auto trifft. Kein gewöhnlicher Blitz – eine dunkle Schattenkreatur erscheint, entführt Linda und kündigt an, die Welt mit einer Zombiearmee zu erobern. Was die Kreatur nicht ahnt: In Momenten größter Gefahr erhält Ned übernatürliche Kräfte durch das Mondlicht – die sogenannte „Moonshine“-Energie. Und damit geht’s los.

Invasion of the Zombie Monsters ist ein horizontaler Shoot’em’up mit Plattformer-Elementen. Wer Ghosts ’n‘ Goblins kennt, wird sich sofort heimisch fühlen – das Spielprinzip ist offensichtlich inspiriert, die Umsetzung aber eigenständig genug, um nicht als bloße Kopie durchzugehen. Ned läuft, springt, duckt sich und schießt sich durch mehrere Stages voller unterschiedlicher Gegner und Bosskämpfe am Levelende. Die Waffe lässt sich durch Power-Ups in bis zu mehreren Stufen upgraden – von einem simplen Energiestrahl bis hin zu deutlich wirkungsvolleren Projektilen, die stärkere Gegner mit einem Treffer ausschalten.

Invasion Of The Zombie Monsters - Screen 1
Invasion Of The Zombie Monsters – Screen 1

Was sofort auffällt: Der Soundtrack. Komponiert von César Astudillo, besser bekannt als „Gominolas“, einem der prägenden Videospielkomponisten der 80er-Jahre in Spanien. Die Musik passt perfekt zum Spielgefühl – treibend, eingängig, mit diesem typischen AY-Chip-Charakter, der einem nach der Spielsitzung noch eine Weile im Ohr bleibt.

Die drei Versionen im Vergleich

Wer sich fragt, welche Version die richtige ist: Das kommt auf die eigene Hardware an – und ein bisschen auf Prioritäten.

Das Spielprinzip ist auf allen drei Plattformen identisch. Die Versionen spielen sich nahezu gleich – der einzige wirklich spürbare Unterschied liegt in den Steuerungsmöglichkeiten. Beim ZX Spectrum stehen Kempston, Sinclair Interface und frei belegbare Tasten zur Wahl; die MSX-Version unterstützt Cursortasten und Joystick; die Amstrad-CPC-Version hingegen ist auf die klassische QAOP + Leertaste-Kombination beschränkt – ohne Joystick-Unterstützung.

Grafisch gibt es durchaus Unterschiede. Der Amstrad CPC hat die meisten Farben im Einsatz, der MSX gibt ihm aber einen echten Kampf – und schlägt den ZX Spectrum in jeder Kategorie, außer bei der Bildschirmauflösung, die bei allen drei gleich ist. Die Spectrum-Version zeigt dabei trotzdem, was möglich ist: Multicolor-Scroll und farbige Sprites machen aus dem sonst oft farbarmen Rechner eine erstaunlich bunte Angelegenheit. Die MSX-Version sieht etwas ansprechender aus und bietet zusätzlich Parallax-Scrolling in den Hintergründen.

Beim Spielgefühl hat die MSX-Version die Nase vorn: Alles läuft flüssiger und schneller, ohne das charakteristische blockweise Scrollen der Spectrum-Version. Auch die Scrollgeschwindigkeit ist auf dem MSX minimal höher als auf den anderen Plattformen.

Invasion Of The Zombie Monsters - Screen 2
Invasion Of The Zombie Monsters – Screen 2

Die Amstrad-CPC-Version erschien übrigens erst 2013 – drei Jahre nach ZX Spectrum und MSX – und war gleichzeitig das erste Spiel von RELEVO für diese Plattform. Die Dateigröße der CPC-Version mit 79 kB ist mehr als doppelt so groß wie die ZX Spectrum- (35 kB) und MSX-Version (32 kB) World of Spectrum – was für die umfangreichere Grafik auf dem CPC spricht.

Dass Invasion of the Zombie Monsters von den World-of-Spectrum-Nutzern zum Besten Spectrum-Spiel 2010 gewählt wurde, kommt nicht von ungefähr. Es ist das seltene Homebrew, das sich nicht nach Hobby-Projekt anfühlt, sondern nach einem Titel, der auch in einer Spielhalle der frühen 80er seinen Platz gehabt hätte – egal auf welchem der drei Rechner.

Fazit

Wer Shoot’em’ups mag und einen der drei Klassikrechner betreibt, findet hier einen echten Pflichttitel. Für den reinsten Spielspaß empfiehlt sich die MSX-Version, für Spectrum-Fans ist die eigene Version überraschend farbenfroh und keineswegs das schwächste Glied der Kette. Und wer einen Amstrad CPC (oder Schneider) sein Eigen nennt: auch hier gibt es nichts zu klagen – außer dass man keinen Joystick anschließen kann.

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