Ramiro el Vampiro III
Autor: The Mojon Twins
Jahr: 2022
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Wenn Vampire Pilze holen müssen
Ramiro will endlich Frieden mit seiner Tochter schließen. Also erlaubt er ihr eine Schlafanzugparty mit Freundin Dotty. Die beiden haben einen Riesenspaß: Rick-Astley-Playbacks, an den Lampen baumeln, das volle Programm. Bis der Hunger kommt. Und für junge Vampirinnen gibt es nur eine wahre Delikatesse: blutige Pilze aus dem Bosque del Suspiro in der Provinz Badajoz. (Die englische Übersetzung verlegt den Wald übrigens kurzerhand nach Cheshire.)
Ganz neu ist die Geschichte nicht. Die Mojon Twins haben ihren Plattformer „Ramiro, el Vampiro: en el Bosque del Suspiro“ von 2013 zu Halloween 2022 gründlich überarbeitet: mehr Texte, aufwendigere Grafiken, ohrwurmverdächtige Musik und kleine Anpassungen an der Spielmechanik. Sie selbst sprechen vom dritten, verlorenen Kapitel von Ramiros Streichen – eine Anspielung auf „The Caped Crusader“, das ebenfalls zwei Spiele auf der Kaufkassette und ein drittes auf einer Cover-Tape hatte.

Pilzjagd im Sonnenlicht
Ihr steuert Ramiro mit O und P nach links und rechts, springt mit Q oder der Leertaste und gleitet mit A durch die Luft. Alternativ geht es per Joystick, auch Sinclair-Schnittstelle. Euer Ziel steht fest: zehn blutige Pilze und vier besonders seltene Exemplare, die Pilze mit Busen aus den Krypten unter dem Wald.
Der Haken? Die mörderischen Waldtiere, die sich selbst von blutigen Pilzen ernähren, kommen nachts heraus. Also bleibt nur der Tag. Und der ist für einen Vampir alles andere als gesund. Ein Zauber hält Ramiro zwar eine Weile am Leben, aber nicht ewig. Das gibt der Pilzsuche einen schönen Zeitdruck.
Die Steuerung ist schnell gelernt. Die Spectrum-Fassung gilt zudem als etwas gnädiger als die Amstrad-Version.
Krypten, Höhlen und reimende Gestalten
Der Wald ist, wie bei der Churrera üblich, in einzelne Bildschirme aufgeteilt. In der Mitte liegen Höhlen mit den Krypten, in denen die vier Spezialpilze wachsen. Dort treibt sich eine Truppe herum, die ihre Namen offenbar aus einem Reimlexikon hat: Tamara la tía rara, Alberto el tuerto, Donoso el seboso und Camila la wila. Den Tipp mit den Pilzen bekommt Ramiro übrigens von seinem Freund, dem Brujo Mariquita de la Varita, einem echten Feinschmecker.
Churrera, Ohrwürmer und zwei Sprachen
Unter der Haube arbeitet die hauseigene MK1-Engine „La Churrera“ der Mojon Twins, ergänzt um die Sprite-Bibliothek splib2 von Alvin Albrecht. Die Musik stammt von Davidian (Murciano), für Grafik und Cover zeichnen na_th_an und anjuel verantwortlich. Getestet wurde von Mojonia, Javier Quero, anakintf, runplot und Alfonsico Presley.
Das Spiel liegt auf Spanisch und Englisch als rund 41 KB große TAP-Datei vor. Bei 48K-Modellen tippt ihr LOAD „“ und ENTER, bei 128K-Geräten genügt ENTER. Es gibt auch eine Amstrad-CPC-Version, samt DSK-Abbild von Trocoloco. Der Download läuft nach dem Prinzip „Zahl, was es dir wert ist“.
Fazit
„Ramiro el Vampiro III“ ist genau das, was man von den Mojon Twins erwartet: liebevoll gemacht, herrlich albern und spielerisch flott. Der Sonnenzeitdruck, der Gleitflug und die Musik tragen das Pilzabenteuer locker durch die kurze Spielzeit. Wer Spectrum-Plattformer mit Humor mag, lädt es sich runter. Und wer sich für Vampir-Familiendramen erwärmen kann, hat gleich noch ein Argument mehr.

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