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Sega Master System II [Sega]

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Sega Master System II [Sega]

Das Sega Master System II will ich zur Vervollständigung erwähnen, da ich das ursprüngliche Master System bereits in einem anderen Artikel vorgestellt hatte -> Sega Master System.

Mein erstes Master System II habe ich im August 2020 zusammen mit fünf Spielen in OVP bei eBay erworben, um die Sammlung zu ergänzen.

Sega hatte die US-Rechte für das Master System 1987 an Tonka abgetreten. Der Grund dafür war, dass Nintendo zu dem Zeitpunkt 83 % des nordamerikanischen Marktes beherrschte und Sega der Meinung war, dass Tonka die Konsole besser vermarkten könnte, während sich Sega selbst auf den europäischen Markt konzentrieren wollte. Leider scheiterte auch Tonka an dem Vorhaben, wofür einer der Gründe war, dass Nintendo es Entwicklern nicht erlaubte, Spiele auch für andere Systeme zu entwickeln.

1990 kam dann der Nachfolger, das Sega Genesis (Mega Drive), auf den Markt, und Sega kaufte die Rechte am Master System von Tonka zurück.

Bei dem Gerät handelt es sich um eine neu gestaltete Version der ursprünglichen Konsole. Das Ziel war eine günstigere Konsole, was durch den Verzicht auf den Schacht für die Sega Cards, die Reset-Taste, die Power-LED und den RGB-Anschluss erreicht wurde. Es blieb der Modulschacht, die Pausentaste und der Ein-/Ausschalter. Das Master System II erschien weltweit mit Ausnahme Japans und Koreas.

Die Käufer interessierten sich aber nicht für die veraltete Technik, und Sega nahm 1992 die Konsole wieder vom Markt, bis auf Europa, wo sie noch bis zum Start des Sega Saturn 1995 vertrieben wurde.

Im Master System II war anfangs das Spiel „Alex Kidd in Miracle World” fest integriert; spätere Produktionschargen enthielten stattdessen „Sonic the Hedgehog”.

Ein zweites Exemplar mit Überraschung

Ein zweites Exemplar kam auf ganz anderem Weg dazu: Ich habe es am Wochenende bei einer Abholung in Stuttgart von Sebastian erhalten, der mir aus seinem umfangreichen Bestand einen ganzen Schwung an Heimcomputern und Konsolen überlassen hat.

Bei diesem zweiten Gerät ist mir sofort etwas aufgefallen: Neben dem Netzteilanschluss („AC-Adaptor”) besitzt es eine 8-polige DIN-Buchse sowie drei zusätzliche Cinch-Buchsen für Composite-Video und Stereo-Ton. Das ist alles andere als Standard. Das reguläre Master System II gibt sein Bild ab Werk ausschließlich über RF (Antennenkabel) aus – die deutlich unschärfere und anfälligere Variante gegenüber Composite oder gar RGB. Lediglich die französische Werksversion besitzt eine vergleichbare 8-polige DIN-Buchse für natives RGB, allerdings ganz ohne Video-Encoder-Chip und damit auch ohne Cinch-Ausgänge – das schließt bei meinem Exemplar die französische Variante also aus.

Es handelt sich damit vermutlich um einen nachträglichen AV-Mod, wie er in der Sammler-Szene gut dokumentiert ist: Unter der Platine, dort wo normalerweise der RF-Modulator sitzt, gibt es ab Werk bereits unbestückte Lötpunkte für eine 8-polige DIN-Buchse. Bastler nutzen diese, um Composite-Video und Ton direkt vor dem RF-Modulator abzugreifen und über zusätzliche Buchsen nach außen zu führen – für ein deutlich saubereres Bild als per Antennenkabel.

Ein beiliegendes Kabel mit 5-poligem DIN-Stecker auf der einen und 3,5-mm-Klinkenstecker auf der anderen Seite hat die Sache noch spannender gemacht. Es passt exakt in die 8-polige DIN-Buchse und belegt dabei offenbar nur zwei der acht Kontakte: Masse und den Mono-Ton. Das deckt sich mit der Standard-Pinbelegung dieses Anschlusstyps (bekannt von Sega Genesis/Mega Drive Modell 1):

PinSignal
1Composite Video
2Masse
3Audio Mono
4Grün (RGB)
5+5V DC
6Sync
7Rot (RGB)
8Blau (RGB)

Wer auch immer diesen Umbau vorgenommen hat, wollte offenbar Bild und Ton bewusst getrennt ausgeben: das Composite-Bild über die drei Cinch-Buchsen, den Ton separat über die DIN-Buchse und den Klinkenstecker – zum Beispiel für den Anschluss an eine Hi-Fi-Anlage oder Kopfhörer. Ein schönes Beispiel dafür, wie kreativ Sammler und Bastler bis heute mit den technischen Einschränkungen des Master System II umgehen.

Ausblick: Ausbau zur vollwertigen Bildausgabe

Spannend ist, dass sich die vorhandene 8-polige DIN-Buchse mit überschaubarem Aufwand noch erweitern ließe, um zusätzlich ein Bildsignal auszugeben. Da Composite-Video bei diesem Anschlusstyp auf Pin 1 liegt und dieses Signal am Video-Encoder-Chip (CXA1145 oder MB3514) bereits vorhanden ist, müsste lediglich eine zusätzliche Lötverbindung vom Encoder-Ausgang zu Pin 1 der DIN-Buchse gelegt werden.

Für echtes RGB wird es etwas aufwendiger: Die RGB-Signale müssten direkt am VDP (Grafikchip) oder vor dem Encoder-Chip abgegriffen und auf die Pins 4 (Grün), 6 (Sync) sowie 7/8 (Rot/Blau) gelegt werden – der klassische „RGB-Mod”, der in der Modding-Szene für Master-System-Platinen gut dokumentiert ist.

Ist die Buchse einmal vollständig nach dem Sega-Standard verdrahtet, würde ein handelsübliches Sega-Genesis-Modell-1-AV-Kabel oder ein passend konfektioniertes SCART-Kabel genügen, da dieselbe Buchsenform auch beim Genesis/Mega Drive Modell 1 verwendet wird. Ein Umbau, den ich mir für dieses Exemplar durchaus noch vorstellen könnte.

Zubehör: Der Sega Control Stick (Modell 3060)

Mit dabei war außerdem ein original Sega Control Stick, Modell 3060 – ein von Sega selbst 1986 herausgebrachtes Joystick-Zubehör für das Master System. Er ist bewusst schlicht gehalten: keine Turbo- oder Zeitlupenfunktion, dafür zwei Feuerknöpfe wie beim Standard-Controller des Master System. Statt eines klassischen Kugelgriffs kommt ein Steuerknüppel zum Einsatz, der eher an einen Schaltknauf erinnert, und der – untypisch für Arcade-Sticks – rechts neben statt links von den Feuerknöpfen sitzt. Wie bei den meisten Sega-Joysticks dieser Zeit arbeitet der Stick nicht mit Mikroschaltern, sondern mit Gummikontakten.

Dank des genormten neunpoligen Anschlusses (kompatibel zum Atari-Standard) lässt sich der Control Stick nicht nur am Master System, sondern auch an anderen Systemen mit diesem Anschluss betreiben, etwa am Sega Mega Drive/Genesis, dem Atari 2600 oder dem Commodore 64.