Letzte Aktualisierung am 20. März 2026 von Jungsi
Wer meinen Blog schon länger verfolgt (gibt es so jemanden überhaupt? 🙂 ) kennt bereits meine Berichte zur SatanDisk und zum GigaFile. Jetzt ist die Neuauflage der sogenannten UltraSatan erschienen. Dieses Gerät war lange Zeit nicht erhältlich (außer zu überhöhten Preisen auf Ebay). Nun hat der aus meinen Beiträgen bekannte polnische Entwickler Lotharek eine neue Version aufgelegt, nachdem er sich zuvor die Erlaubnis des ursprünglichen Entwicklers Jookie gesichert hatte. Die Vorarbeiten begannen bereits im Herbst des vergangenen Jahres, und die Auslieferung erfolgte in der zweiten Märzhälfte.
Hier eine kurze Übersetzung der Beschreibung zur UltraSatan von Jookies Seite:
Warum der Name?
- der Projektname ist vom Vorgängerprojekt abgeleitet – SatanDisk. UltraSatan ist der verbesserte Nachfolger zur SatanDisk – deshalb „Ultra“
- es hat nichts mit Satanismus oder Okkultismus zu tun
Warum UltraSatan?
- aus dem gleichen Grund wie „Warum SatanDisk?“ (MMC und SD-Karten sind billig, leise usw.)
- es hat 2 Slots für SD/MMC Karten, ersetzt also zwei SatanDisks an einem Compuer
- die SD/MMC Karten sind „hot-pluggable“, d.h. für den Kartenwechsel muss das Gerät nicht ausgeschaltet werden
- hat eine batteriegepufferten Uhren-Chip
- bis zu vier verschiedene Firmwares können geladen werden ohne das zusätzliche Hardware benötigt wird
- es hat eine Basis-Firmware, sodass das Gerät auch weiter laufen sollte, auch wenn ein Firmware-Upgrade schiefgeht
- ist schneller als die SatanDisk
Spezifikationen:
- wird mit dem ACSI Anschluss des Atari ST verbunden
- unterstützt MMC, DS und SDHC-Karten – geprüft mit Karten von 16MB bis 8GB
- Treiber: ICD Pro (free) und HDDriver (kommerziell)
- Open-Source – alle Pläne, Firmware und Sourcen sind frei verfügbar, sodass sie sich jeder selbst bauen kann
- der Name des Gerätes kann geändert werden (der Name, der angezeigt wird, wenn der Festplattentreiber die verbundenen Geräte anzeigt)

Auf der Website von Lotharek gibt es eine interne und eine externe Version. Für den Einbau in den Atari Mega ST und Mega STE sind passende Adapter erhältlich. Außerdem wird das DB19-ASCI-Kabel angeboten, das auch für den externen Anschluss benötigt wird. Für das externe Gerät ist zusätzlich ein Netzteil mit Micro-USB-Anschluss erforderlich, wie es auch bei Mobiltelefonen üblich ist.
Als Vorbesteller habe ich mir das externe Gerät gesichert und dazu kostenlos ein ASCI-Kabel sowie eine vorkonfigurierte SD-Karte erhalten. Das Gerät wirkt sehr hochwertig – die Platine sitzt in einem stabilen Gehäuse im typischen Atari-Grau. Auf der Rückseite befindet sich ein Ein-/Ausschalter. Die SD-Karten-Slots sind eher einfacher Bauart und nicht ganz so hochwertig wie jene im GigaFile von Wolfgang Förster.

Der erste Einsatz ist praktisch Plug & Play: Gerät anschließen, einschalten (die LEDs blinken kurz), die mitgelieferte Karte einlegen und den Rechner starten. Der auf der Karte installierte ICD-Treiber läuft ohne Probleme, der Desktop ist bereits eingerichtet. Die Demos auf der zweiten Partition lassen sich problemlos starten. Danach habe ich in den zweiten Slot eine für die Gigafile mit HDDriver vorbereitete Karte eingelegt, den Rechner kurz zurückgesetzt, und ICD erkennt sofort die zweite Karte samt ihrer Partitionen. Nach dem Start einfach die Laufwerke anmelden und schon kann man auf die Daten der zweiten Karte zugreifen.
Nächster Test: Booten mit einer Karte, die mit HDDriver eingerichtet wurde – UltraSatan und die Karte wurden erkannt, aber dann kam die Fehlermeldung: „Fehler beim Lesen der Partitionsdaten“! Nachdem auch das Einrichten anderer Karten mit HDDriver immer wieder am gleichen Fehler scheiterte, habe ich mich per Mail an Lotharek gewandt und sofort eine Antwort bekommen: Der Fehler lag tatsächlich bei HDDriver. Also gleich Uwe Seimet, den Programmierer von HDDriver, angeschrieben und sehr schnell die aktuellste Version des Treibers „8.46“ erhalten. Treiber auf der vorhandenen SD-Karte einfach aktualisiert – und schon funktionierte auch das Booten mit HDDriver!
Als nächstes habe ich mir eine zweite SD-Karte eingerichtet – kompatibel zu Windows – einfacher geht der Austausch zwischen den beiden Welten fast nicht mehr. 🙂
Man muss zum Datenaustausch nicht immer den Atari resetten – wenn man den HDDriver verwendet, wird das von dem Programm „mediachange“ erledigt.
Inzwischen gibt es auch noch einen alternativen Treiber von Pera Putnik, der auf das UltraSatan abgestimmt ist (ist nicht so vielfältig einsetzbar wie HDDriver) und kostet nur 10 €!)
Die Software gibt es hier: PP Hard Disk Drivers
Wie schon bei der GigaFile habe ich auch hier einen Geschwindigkeitstest mit HowFast durchgeführt. Meine Vermutung hat sich bestätigt: Die UltraSatan ist zwar schneller als die SuperSatan, kommt aber bei weitem nicht an die GigaFile heran. Die gemessene Lesegeschwindigkeit lag zwischen 700 und 800 kb/s, während die GigaFile fast 1.200 kb/s erreichte.
Ein praktischer Nebeneffekt ist die in der UltraSatan eingebaute Uhr – auf meinem Atari haben schon lange alle Uhren den Geist aufgegeben, aber mit der Satan wird das umgangen. Es gibt ein kleines Programm, mit dem sich die Uhr einstellen lässt. Liegt die passende Software zudem im AutoStart-Ordner, bleibt die Uhr immer auf dem aktuellen Stand.
Die Software ist hier zu finden: UltraSatan Uhr
Fazit
Ein großartiges Gerät – perfekt geeignet für den schnellen Datenaustausch mit der PC-Welt. Wer Wert auf Geschwindigkeit legt, kommt an der GigaFile einfach nicht vorbei!




