Sinclair ZX Spectrum

Smelly Cat [Sinclair ZX Spectrum]

Smelly Cat [Sinclair ZX Spectrum]

Smelly Cat
Autor: Juan Leal (Floppingsoft)
Jahr: 2022
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Vom Straßenkater zum Versuchskaninchen

Rayo hatte sich sein Leben eigentlich ganz gemütlich eingerichtet: Der Kater streunt durch die Straßen, ist voller Flöhe, riecht entsprechend und stört sich kein bisschen daran. Dann fangen ihn eines Tages Wissenschaftler ein und stecken ihn in einen Komplex aus Räumen, wo er Intelligenztests über sich ergehen lassen muss. Ihr helft ihm, sich freizuspielen, und das heißt in „Smelly Cat“ vor allem eines: in jedem Screen sämtliche Fischgräten einsammeln. Erst dann geht es weiter.

Hinter dem Spiel steckt Juan Leal alias Floppingsoft, der es zum 40. Geburtstag des ZX Spectrum als sein erstes Projekt begonnen hat. Im September 2022 erschien zunächst eine Demo, kurz nach dem Jahreswechsel folgte die fertige Fassung.

Stinkwolke statt Schwert

Rayo läuft und springt angenehm flott, und wer Hoch und Sprung gleichzeitig drückt, kommt noch ein Stück höher. Dazu hat er eine Spezialität, die dem Spiel seinen Namen gibt: Auf Knopfdruck schleudert er eine Stinkwolke los. Die wirkt allerdings nur bei Gegnern mit feiner Nase, Hunden zum Beispiel, die danach ein paar Sekunden wie festgenagelt dastehen. Alles andere, was durch die Räume kreucht, müsst ihr umgehen. So wird jeder Screen zu einem kleinen Denkspiel: Wo lauert was, wann kommt die Wolke zum Einsatz, in welcher Reihenfolge sammelt ihr die Gräten ein? Nebenbei hinterlässt Rayo beim Laufen eine übelriechende Spur, ein herrlich alberner Zug. Sieben Leben stehen euch dabei zur Verfügung.

Smelly Cat - Screen
Smelly Cat – Screen
Von friedlich bis fies

Die Demo umfasste zehn Level, die fertige Fassung bringt es auf mehr als 30. Am Anfang geht es noch friedlich zu, hier gewöhnt ihr euch an Steuerung und Sprungweite. Später warten mehrere Gegner gleichzeitig auf euch, dazu Fallen im Gelände, die nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind. Ihr tastet euch also vor, merkt euch die Gefahrenstellen und kommt beim nächsten Anlauf ein Stück weiter.

Fordernd, aber fair

Der Schwierigkeitsgrad zieht mit jedem Level an, ohne unfair zu werden. Was zählt, sind präzise Sprünge, gutes Timing und der kluge Einsatz der Stinkwolke. Wer vor allem sehen möchte, wie die Geschichte ausgeht, findet auf der Download-Seite eine kostenlose Variante mit unendlich vielen Leben. Und wer an einem Screen verzweifelt, bekommt dort auch eine Karte und ein Walkthrough als RZX-Datei.

Was unter der Haube steckt

Entwickelt wurde das Spiel mit dem Multi-Platform Arcade Game Designer (MPAGD) von Jonathan Cauldwell. Code und Grafik stammen von Juan Leal, die Menümusik von Pedro Pimenta, der Ladebildschirm von Valen Abreu. Es läuft auf dem 48K- und dem 128K-Spectrum, die Musik kommt über den AY-Chip, und die Tasten lassen sich frei belegen. Im Download stecken die TAP-Datei (rund 47 KB), eine DSK-Version, MGT-Images für Disciple und Plus D sowie Windows-Fassungen. Gespielt werden kann in sieben Sprachen, darunter Deutsch. Der Download ist kostenlos, wer mag, unterstützt den Entwickler mit einer freiwilligen Spende.

Ein Erstlingswerk mit Charme

Unterm Strich ist „Smelly Cat“ ein rundum sympathischer Plattformer, der aus einer schlichten Idee viel herausholt. Ein stinkender Kater, ein Labor voller Fallen und eine Stinkwolke, die Gegner nicht erledigt, sondern nur ausbremst. Das Spiel fordert, ohne zu frustrieren, sieht liebevoll aus und klingt gut. Für ein Erstlingswerk ist das beachtlich. Wer knackige, faire Spectrum-Kost mit Charme sucht, sollte Rayo bei seiner Flucht begleiten.

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