Sinclair ZX Spectrum

Paleto Jones & Bartolo’s flute [Sinclair ZX Spectrum]

Paleto Jones & Bartolo’s flute [Sinclair ZX Spectrum]

Paleto Jones & Bartolo’s flute
Autor: Mananuk
Jahr:
2022
System: Sinclair ZX Spectrum
Download

Die Spanier wissen, wie man einen Nachfolger baut.

Mananuk, Entwickler aus dem iberischen Retro-Indie-Umfeld, legte 2021 mit Paleto Jones y la Tumba del Tío Ramón einen quirligen Action-Platformer für den ZX Spectrum 48K vor. Ein Jahr später folgte die Fortsetzung: Paleto Jones y la Flauta de Bartolo — auf Deutsch in etwa „Paleto Jones und die Flöte des Bartolo”. Kostenlos, spielfertig in zwei Sprachversionen, und genau so unbarmherzig wie der erste Teil.

Das Konzept ist klassisch und schnörkellos.

Der junge Jones hat eine neue Mission: Er sucht die sagenumwobene Flöte des Bartolo, ein Artefakt mit angeblich übermenschlicher Macht, das tief in der Grotta Azzurra verborgen liegt. Wer jetzt an einen gewissen Archäologen mit Hut denkt, liegt nicht ganz falsch — der Name „Jones” ist kein Zufall. Die Story wird in wenigen Sätzen auf dem Ladebildschirm erzählt, mehr braucht es nicht. Ihr springt, ihr weicht aus, ihr überlegt, wie ihr von A nach B kommt. Das reicht als Motivation vollkommen.

Das Gameplay folgt dem bewährten ZX-Spectrum-Platformer-Rezept.

Ihr steuert Paleto durch mehrere thematisch unterschiedliche Bereiche — Höhlen, Ruinen, Abschnitte mit beweglichen Plattformen. Gegner wie Fledermäuse und Skelette kreuzen euren Weg, Stachelgruben und andere Fallen lauern an den unangenehmsten Stellen. Das Spielprinzip ist klar: Laufen, Springen, Timing. Wer einen Abschnitt kennt, schafft ihn. Wer ihn nicht kennt, stirbt. Mehrfach. Das gehört dazu.

Paleto Jones - Screen
Paleto Jones – Screen
Die Level-Struktur orientiert sich am klassischen Kachelraster des Spectrums.

Jeder Bereich hat seinen eigenen visuellen Charakter, der im Rahmen der technischen Möglichkeiten des 48K-Rechners überraschend abwechslungsreich wirkt. Die Grafik ist klar lesbar, Sprites und Hintergründe stören sich gegenseitig kaum — das ist beim Spectrum keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass Mananuk sein Handwerk kennt.

Die Lernkurve ist steil, aber fair.

Das Spiel gibt euch keine Hand. Es gibt keine Speicherpunkte, keine Lebensanzeige im modernen Sinne, kein Tutorial. Ihr lernt durch Scheitern — und das ist im besten Sinne altmodisch. Wer mit dem ersten Teil vertraut ist, weiß, was ihn erwartet. Einsteiger sollten sich auf eine kurze, aber intensive Eingewöhnungsphase einstellen.

Technisch basiert das Spiel auf der MK1 Engine der Mojon Twins — auch bekannt als „La Churrera”, einem Open-Source-Framework, das spanische Retro-Entwickler seit Jahren für ZX-Spectrum-Homebrews nutzen. Die Engine ermöglicht flüssige Sprites, Soundeffekte und eine solide Kollisionsabfrage, ohne das 48K-System zu überfordern. Das Ergebnis klingt und spielt sich wie ein Produkt, das in die Mid-80s-Ära des Spectrums gepasst hätte — und das ist ein Kompliment. Das Spiel ist als TAP-Datei in einer spanischen und einer englischen Version verfügbar und damit sowohl für Emulatoren als auch für echte Hardware nutzbar.

Fazit

Paleto Jones und die Flöte des Bartolo ist kurzweiliger, knackiger Spectrum-Platformer-Stoff. Mananuk versteht es, mit bescheidenen Mitteln ein stimmiges Erlebnis zu bauen. Wer den ersten Teil mochte, findet hier mehr vom Gleichen — und das ist genau richtig so. Wer noch nie von der Serie gehört hat: Der zweite Teil funktioniert auch als Einstieg, denn groß ist die Story ohnehin nicht. Kostenlos auf itch.io, kein Grund zum Zögern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert