Yokai Monk
Autor: Ariel Endaraues (Poe Games)
Jahr: 2022
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Konzept
Ein Kloster wird von Dämonen und Geistern überrannt, die Mönche haben keine Chance. Nur einer bleibt übrig: der junge Sheng-Li, bekannt als der Yokai-Mönch, der die Technik des wandernden Geistes beherrscht. Gefangen in seiner Zelle erinnert er sich an seine wahre Stärke – sein Körper mag eingesperrt sein, sein Geist ist es nicht. Mit dieser Prämisse schickt euch Yokai Monk auf eine ungewöhnliche Mission: Ihr müsst nicht kämpfen, sondern besitzen.
Gameplay-Mechaniken
Der Clou des Spiels: Sheng-Lis Geist verlässt seinen Körper und schlüpft in die Feinde selbst. Jeder besessene Gegner bringt eine eigene Fähigkeit mit, und genau darin liegt das eigentliche Spiel. Der Dämon Oni ist der Einzige, der schießen kann. Der Schirm-Yokai Karakasa schwebt durch die Luft. Die Kröte Ogama bringt keine besonderen Kräfte mit, der fleischfressende Pakkunn frisst andere Monster gleich mit auf, der Maulwurf Moru durchdringt Wände, und der Wurm Mushi krabbelt zwar geschickt, kann aber nicht springen. Ziel jedes Levels ist es, sämtliche Gegner zu eliminieren – entweder mithilfe der Umgebung oder indem ihr sie gegeneinander ausspielt. Sind keine Feinde mehr übrig, kehrt der Geist zum Mönch zurück, der sich dann zur Tür und damit zum nächsten Level aufmachen kann.
Level-Struktur
Statt vorgegebener Muster verlangt jedes Level von euch, die Eigenheiten der jeweils vorhandenen Gegnertypen zu erkennen und sie sinnvoll miteinander zu kombinieren. Mal reicht es, einen Feind gegen eine Wand zu lenken, mal müsst ihr zwei Gegnertypen so positionieren, dass sie sich gegenseitig ausschalten. Die Level bauen so aufeinander auf, dass neue Fähigkeiten schrittweise eingeführt und dann mit bereits bekannten kombiniert werden.
Lernkurve
Zu Beginn wirkt die Grundidee simpel, entfaltet ihre Tiefe aber erst mit wachsender Gegnervielfalt. Je mehr unterschiedliche Yokai gleichzeitig im Level auftauchen, desto mehr wird aus dem Besitz-Mechanismus ein waschechtes Kombinationsrätsel. Wer sich auf das ungewöhnliche Prinzip einlässt, wird mit einem echten Aha-Erlebnis belohnt – hier zählt Grips statt Reflexe.
Technik
Entwickelt wurde Yokai Monk mit dem Arcade Game Designer von Jonathan Cauldwell und dessen Erweiterung AGDx von Allan Turvey, die Musik entstand mit dem Musicizer von David Saphier. Code und Grafik stammen von Ariel Endaraues, das Ladebild von Juan Antonio Fernández, die Musik von Mr. Rancio und die Illustration von Felipe Monge Corbalán. Getestet haben Alexis Vorian und Javi Ortiz. Erschienen ist das Spiel am 5. Oktober 2022 über Poe Games aus Argentinien, später folgte sogar eine physische Kassettenversion. Gesteuert wird per Tastatur:
- O: nach links
- P: nach rechts
- Q: nach oben / springen (als besessener Gegner)
- A: nach unten / Geist freilassen
- Leertaste: schießen (nur als Oni)
- R: Level neu starten
- H: zurück zum ersten Level
Fazit
Yokai Monk beweist, dass man auch auf dem Spectrum noch echte Frischluft ins Genre bringen kann. Statt Sprung-und-Lauf-Routine gibt es hier ein cleveres Besitz-Puzzle, bei dem jeder Gegner zur Waffe wird. Kompakt, originell und mit ordentlich Denksport – ein Pflichttitel für alle, die Rätsel dem reinen Reflextest vorziehen.

![Yokai Monk [Sinclair ZX Spectrum]](https://www.jungsi.de/blog/wp-content/uploads/Yokai-Monk-Ladescreen.webp)
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