Sinclair ZX Spectrum

RetroQuest II

RetroQuest II

RetroQuest II
Autor: MisterManic
Jahr: 2022
Genre: Plattformer
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Mit RetroQuest II: Las Torres de la Desesperación legt Mauri Fernández, auch bekannt als MisterManiac, 2022 einen Nachfolger zu seinem ersten Spectrum-Spiel aus dem Jahr 2016 vor. Das Ergebnis ist ein solider, anständig umgesetzter Plattformer – mit bekannten Stärken und ebenso bekannten Schwächen.

Die Geschichte – so weit es eine gibt

Das Ziel ist klar: Erklimmt den goldenen Turm und sichert euch den Schatz, der euch angeblich alles geben kann, was ihr euch wünscht. Mehr Story gibt es nicht, und das ist auch völlig in Ordnung. RetroQuest II ist ein Spiel, das seine Karten von Anfang an offen auf den Tisch legt. Ihr sammelt, ihr springt, ihr weicht aus – und das Spiel funktioniert genau auf dieser Ebene.

Vertikaler Aufstieg statt horizontales Wandern

Gegenüber dem Vorgänger hat sich Fernández für eine stärker vertikal ausgerichtete Struktur entschieden – „More fun in a vertical way!“, wie er selbst schreibt. Das Ziel ist der goldene Turm, und entsprechend geht es in RetroQuest II in erster Linie nach oben. Unterwegs sammelt ihr 30 Diamanten, von denen sich nahezu in jedem Bildschirm einer befindet. Die Sammeltätigkeit geht also zügig voran.

Ein nettes spielerisches Detail sind die Steinblöcke, die den Zugang zu neuen Bereichen versperren. Um sie zu öffnen, müsst ihr zunächst einen passenden Schlüssel finden – was euch gelegentlich dazu zwingt, bereits bekannte Abschnitte erneut zu durchqueren, bis ihr das Level im Kopf habt. Das ist kein großes Hindernis, gibt dem Spiel aber eine kleine Extraportion Struktur jenseits des reinen Sammelns.

Retro Quest II - Screen 1
Retro Quest II – Screen 1

Solide, aber keine Überraschungen

RetroQuest II setzt auf das MK1-Framework (auch bekannt als La Churrera), das in der hispanischen ZX-Spectrum-Homebrew-Szene weit verbreitet ist. Wer Spiele kennt, die auf diesem Motor basieren, weiß, was einen erwartet: flüssige Grundmechanik, aber auch die typischen Eigenheiten des Systems – darunter Sprünge, die sich eher nach Arcade als nach Physik anfühlen, und ein Sounddesign, das nicht jedem gefällt.

Grafisch macht RetroQuest II gegenüber dem ersten Teil einen spürbaren Schritt nach vorne. Die Screens sind stimmiger gestaltet und insgesamt ansehnlicher – wer die frühe Arbeit des Entwicklers kennt, wird die Entwicklung merken. Das Spieldesign selbst bleibt jedoch im typischen Rahmen des Engines und bietet wenig, das über das Genre hinausgeht.

Der Schwierigkeitsgrad ist angenehm moderat. Wer mit dem MK1-Motor vertraut ist, wird RetroQuest II zügig durchspielen – erfahrene Spieler sind in etwa zehn Minuten durch. Wer die Mechaniken noch kennenlernen muss, darf mit einer bis zwei Stunden rechnen. Ein kurzes Vergnügen, aber kein schlechtes.

Retro Quest II - Screen 2
Retro Quest II – Screen 2

Technisches

Das Spiel läuft auf dem 48K-Spectrum und unterstützt Kempston- und Sinclair-Joystick. Die Tasten sind nicht umdefinierbar. Entwickler ist Mauri Fernández unter dem Alias MisterManiac, der RetroQuest II als explizit spaßigeren und anspruchsvolleren Nachfolger seines ersten Spectrum-Titels beschreibt.

Fazit

RetroQuest II: Las Torres de la Desesperación ist ein gepflegter, technisch ordentlich umgesetzter Plattformer, der genau das liefert, was er verspricht: unkomplizierter Spectrum-Spielspaß mit vertikaler Ausrichtung, Diamanten einsammeln, Schlüssel suchen und Türme erklimmen. Wer originelle Spielmechaniken sucht, wird woanders fündig werden müssen. Wer aber einfach ein kurzweiliges Homebrew-Abenteuer für den Spectrum sucht, bekommt hier eine solide Wahl – kostenlos obendrauf.

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