Commodore C128

Commodore 128 [Commodore]

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Commodore 128 [Commodore]

Aller guten Dinge sind drei – daher der dritte Commodore Rechner in meiner Sammlung – nach Commodore 64 und Amiga 500 nun der Commodore 128 (hundertachtundzwanziger). Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass diesen Rechner einer meiner besten Freunde in den 80ern hatte und wir nächtelang damit gespielt haben. Ich konnte ihn zusammen mit einem Diskettenlaufwerk VC1570 erhalten – das Netzteil, eine Staubschutzhaube und ein Video-Kabel waren ebenfalls dabei. Mit dem Videokabel ist es möglich, den 80-Zeichen-Modus des 128ers per Scart auf einem Bildschirm darzustellen.

Entstehungsgeschichte

Die Entwicklung des C128 begann im Spätsommer 1984 unter enormem Zeitdruck. Nachdem sich die 264er-Serie (C16, C116, Plus/4) als Flop erwiesen hatte, wollten die Commodore-Ingenieure Fred Bowen und Bil Herd die Fehler dieses Vorgängers beheben und einen neuen 8-Bit-Rechner entwickeln, der – anders als der Plus/4 – vollständig zum C64 kompatibel sein sollte. Diese Entscheidung trafen die beiden zunächst im Alleingang, ohne dass das Management davon wusste. Ausschlaggebend war unter anderem eine Begegnung Herds mit einer Anwenderin, deren selbstgeschriebene C64-Lernsoftware auf dem Plus/4 nicht lief. Als die Marketingabteilung von den Kompatibilitätsplänen erfuhr, forderte sie prompt hundertprozentige C64-Kompatibilität – genau die Vorgabe, die dem C128 am Ende seine Drei-Systeme-Architektur bescherte: Da der C64 CP/M-Software bereits über ein steckbares Z80-Modul unterstützt hatte, musste auch der Nachfolger diese Fähigkeit bieten. Statt eines Steckmoduls bekam der C128 einen fest eingebauten Zilog Z80A spendiert, wodurch neben dem nativen 128er-Modus und dem C64-Modus ein dritter, eigenständiger CP/M-Modus entstand.

Im September 1984 gab Commodore-Geschäftsführer Marshall Smith offiziell den Startschuss für die Entwicklung – zu diesem Zeitpunkt blieben dem Team nur rund vier Monate, um den Rechner rechtzeitig zur Winter CES im Januar 1985 in Las Vegas präsentieren zu können. Projektleiter war der damals gerade Anfang 20-jährige Bil Herd, der zuvor schon am Plus/4 mitgearbeitet hatte; das Entwicklerteam nannte sich selbstironisch die „C128 Animals“. Zum Kernteam gehörten außerdem Dave Haynie (Timing, PLA-Emulator, DRAM), Frank Palaia (Z80-Integration und Speichererweiterung – er brachte die Anbindung des eigentlich doppelt so schnellen Z80A erst im Dezember 1984 zum Laufen, wofür dessen Takt auf rund 2,04 MHz gedrosselt wurde) sowie Dave DiOrio für das IC-Design. Auf der Softwareseite zeichneten Fred Bowen (Kernal/Betriebssystem), Terry Ryan (BASIC V7.0) und Von Ertwine (CP/M-3.0-Portierung) verantwortlich. Übrigens: Wer auf einem echten C128 SYS 32800,123,45,6 eingibt, bekommt bis heute die Namen des Entwicklerteams als Easter Egg angezeigt.

Der Rechner wurde im Januar 1985 auf der Winter CES in Las Vegas vorgestellt, dem europäischen Publikum dann im April 1985 auf der Hannover-Messe anhand eines Prototyps mit deutscher Tastatur. Der C128 war der letzte 8-Bit-Rechner von Commodore. In Deutschland kostete er zum Marktstart 1.198 DM. 1986 erschien die Version C128D, bei der Tastatur und Rechner getrennt waren (ähnlich Atari Mega ST) – später gefolgt von der überarbeiteten C128D-CR („Cost Reduced“), bei der Rechner- und Laufwerkselektronik auf einer gemeinsamen Platine zusammengefasst wurden. Er ist nahezu vollständig softwarekompatibel zum C64. Bis 1990 wurden weltweit mehr als vier Millionen Stück des Rechners verkauft.

Erfolg und Rezensionen

In Deutschland wurde der C128 unter anderem in der Fachzeitschrift „64’er“ ausführlich getestet – bereits die Ausgabe 7/1985 widmete dem Rechner, CP/M und dem neuen Laufwerk 1571 einen mehrteiligen Test, in dem Platine, Prozessoren und Chipsatz bis ins Detail seziert wurden. Wegen der großen Nachfrage brachte der Markt & Technik Verlag außerdem eigene „128’er“-Sonderhefte heraus. Die Resonanz blieb insgesamt zwiegespalten: Gelobt wurden die CP/M-Kompatibilität und das komfortablere BASIC V7.0, kritisiert dagegen die schon damals als angestaubt empfundene Systemarchitektur mit zwei Prozessoren, zwei Grafikchips und Bankswitching sowie das dünne Softwareangebot speziell für den 128er-Modus. Kommerziell war der Rechner trotzdem ein Erfolg: Die hohen Verkaufszahlen in Westdeutschland erklären sich auch dadurch, dass Commodore die Geräte bereits ein Jahr nach Marktstart, ab 1986, zu Schleuderpreisen über die Supermarktkette Aldi verkaufte – viele Käufer waren zudem treue Commodore-Kunden, die zuvor schon einen C64 oder Plus/4 besessen hatten. Bei einer Umfrage der „64’er“ aus dem Frühjahr 1990 gaben immerhin 26 Prozent der befragten Westdeutschen an, einen C128 zu besitzen.

Interessant ist der Rechner vor allem, da er zwei 8-Bit-Hauptprozessoren unterschiedlicher Hersteller verwendet. Der 8-Bit-MOS 8502 ist für den C64/C128-Bereich zuständig und läuft im C128-Modus mit 2 MHz (im C64-Modus dagegen nur mit 1 MHz), mit dem 8-Bit-Zilog Z80A, der im CP/M-Modus ebenfalls mit rund 2 MHz arbeitet, können CP/M-Programme verwendet werden.

Passend zum Rechner gab es auch neue Diskettenlaufwerke – VC1570/1571. Das VC1570 wurde ursprünglich nur als Interimsmodell entwickelt, weil die eigentlich für den C128 vorgesehene 1571 zum Marktstart noch nicht in ausreichender Stückzahl lieferbar war. Es kam im gleichen Gehäuse wie der Vorgänger VC1541 auf den Markt (nur die Farbe wurde dem C128 angepasst) und hatte einen Schreib-/Lesekopf. Das VC1571, das in der Form dem C128 angepasst wurde, hatte zwei Schreib-/Leseköpfe.

Commodore 128
Commodore 128

Im C64-Modus steht Commodore BASIC V2.0, im C128-Modus das stark erweiterte BASIC V7.0 zur Verfügung. Der 162 Instruktionen umfassende Befehlssatz bietet neben allen Befehlen der Vorgängerversionen – BASIC V2.0, V3.5 (Plus/4) sowie V4.0 – weitere Befehle für die strukturierte Programmierung, Fehlerbehandlung, Klang- und Grafikerzeugung usw.

Tips
Final Cartridge III am C128
– im C128-Modus: Cartridge Reset => C64-Modus wird gestartet,
– im C64-Modus: Rechner Reset => C128-Modus wird gestartet,
– in beiden Modi mit Cartridge Reset + Commodore Taste in den Desktop des FCIII,
– im Desktop mit Cartridge Reset + Run/Stop in den C64-Modus
– im Desktop mit Cartridge Reset + Commodore Taste in den C128-Modus
– und nur Cartridge Reset im Desktop drücken, setzt den Desktop zurück

Commodore 128 - Anschlüsse Rückseite
Commodore 128 – Anschlüsse Rückseite
28 - Anschlüsse Rückseite
28 – Anschlüsse Rückseite

 

Commodore 128 - Anschlüsse linke Seite
Commodore 128 – Anschlüsse linke Seite

Links
CP/M Plus
Commercial Specific Software/Hardware list

Spezielle Spiele für den 128er-Modus blieben Mangelware, dafür gibt es relativ viele kommerzielle Anwendungsprogramme für den Rechner.
Tips and Tricks

Spiele (speziell für den 128er)
The Rocky Horror Show
Kikstart
Ultima IV
Ultima V: Warriors of Destiny
The Last V8
Thai Boxing
Trinity
Tetris 80
Beyond Zork
Uridium+
Ferrari F1
Elite 128
Das Ding
Burgerwhop
Bureaucracy
Solitär 80
Wumpus 2.0
Mah-Jongg
Invaders 128
Trader v2.2
Zork: The Great Underground Empire
Wizardry: Proving Grounds of the Mad Overlord
Wizardry II: Knight of Diamonds
Wizardry III: Legacy of Llylgamyn
Wizardry V: Heart of the Maelstrom
Wishbringer
The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
Leather Goddesses of Phobos
Sherlock: The Riddle of the Crown Jewels

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