Nach den heißen Quellen vom Vortag hieß es am 6. Juli früh wieder in den Sattel. Die Route führte südwärts, raus aus dem Columbia Valley, vorbei am Moyie Lake – einem dieser kleinen, stillen Seen, die man am Straßenrand kaum erwartet und dann doch kurz anhält, weil das Wasser einfach zu blau ist, um daran vorbeizufahren.
Weiter auf dem Highway 3 Richtung Westen, durch Creston und dann nordwärts dem Kootenay Lake entlang. Und dann kommt sie: die Kootenay Lake Fähre, bedient von der Osprey 2000 – angeblich die längste kostenlose Fähre der Welt, rund 35 Minuten über den See von Kootenay Bay nach Balfour. Kostenlos, pünktlich, und mit einem Ausblick, für den man anderswo Eintritt zahlen würde. Das Motorrad parkt auf dem Deck, man stellt den Motor ab und schaut einfach zu, wie die Berge am Horizont langsam näherkommen. Solche unerwarteten Pausen sind oft die besten Momente einer Reise.
Auf der anderen Seite des Sees dann die letzten Kilometer nach Nelson – und die Ankunft über die Big Orange Bridge, die markante orangefarbene Stahlbrücke, die über den West Arm des Kootenay Lake führt. Das ist der Moment, in dem man merkt: diese Stadt ist anders. Kleiner, entspannter, mit einem eigenen Rhythmus.
Nelson ist eine dieser seltenen Städte, die tatsächlich so sind wie ihr Ruf: historische Innenstadt aus der Silberbergbau-Ära, gut erhaltene Gründerzeitarchitektur, Cafés, Kunstgalerien, Bikes überall. Das Adventure Hotel auf der Vernon Street passt gut dazu – kein Luxushotel, aber mit Charakter und mitten im Geschehen.
Den Abend verbrachten wir auf der Baker Street beim Broken Hill – Burger, Pommes, ein kühles Bier. Dann noch ein kurzer Abendspaziergang durch die Ward Street, vorbei an den alten Backsteinbauten, die im langen Sommerlicht besonders gut wirken.
Nelson ist eine Stadt, in der man länger bleiben könnte. Haben wir aber nicht. Weiter geht’s.






































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