Nach dem klassischen Game Boy folgt nun der Sprung zum Game Boy Advance. Der GBA ist der erste Game Boy mit komplett neuer Hardware-Architektur. Trotz der grundlegenden Änderungen kann das 2001 erschienene Gerät (Japan: 21. März, USA: 11. Juni, Europa: 22. Juni) alle Game-Boy- und Game-Boy-Color-Spiele verarbeiten.
Technisch entspricht der GBA etwa einem verbesserten Super Nintendo. Er hat ein größeres Bild und eine veränderte Form (Quer- statt Hochformat). Auf Kritikpunkte wie die für größere Hände unpassenden Tasten und die fehlende Beleuchtung des Bildschirms reagierte Nintendo später mit dem stark verbesserten Game Boy Advance SP. Die gesamte GBA-Familie, also inklusive SP und dem 2005 erschienenen Micro, verkaufte sich rund 81,5 Millionen Mal.
Entstehung
Intern lief das Gerät bei Nintendo unter dem Projektnamen „Advanced Game Boy“ (AGB). Daher trägt es auch die Modellnummer AGB-001. Die Idee dahinter ist älter, als man denkt: Schon in den frühen 90er-Jahren arbeitete Nintendo an einem Prototyp mit Farbdisplay und 32-Bit-ARM-Prozessor, der unter dem Namen „Project Atlantis“ lief. Das Projekt wurde 1997 zunächst auf Eis gelegt. Der GBA brachte die Idee einige Jahre später auf den Markt.
Meine Meinung
Das Styling des Gerätes ist ganz okay, und es liegt auch ordentlich in (meinen) Händen. Der Bildschirm ist aber eine Katastrophe: Ohne Beleuchtung ist kaum etwas zu erkennen …
Mein GBA ist ein rotes Modell, das ich 2017 gekauft habe. Bei diesem Gerät wurde die Bildschirmabdeckung erneuert, und es funktioniert ohne Probleme. Dabei waren 14 Spiele auf Modul, eine bunte Mischung aus Rennspielen, Lizenztiteln und ein paar Klassikern.
Die 14 Spiele im Überblick
- Need for Speed: Carbon – Own the City
- Need for Speed: Most Wanted
- GT Advance 3: Pro Concept Racing
- Crazy Frog Racer
- Star Wars: Flight of the Falcon
- Disney’s Aladdin
- Rayman 3: Hoodlum Havoc
- 007: NightFire
- Tetris Worlds
- Columns Crown
- Findet Nemo
- Die Wilden Fußballkerle: Entscheidung im Teufelstopf
- Beyblade G-Revolution
- Paperboy & Rampage

Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bildschirm | 4,08 cm × 6,12 cm (2,9 Zoll); 240 × 160 Pixel; reflektiver TFT-Bildschirm mit max. 32.768 Farben |
| CPU | 16,78 MHz 32-Bit-RISC-CPU (ARM7TDMI, ARM-Architektur) |
| Zweite CPU | 8-Bit-CPU (Sharp LR35902, Z80/8080-Derivat) mit 4,19 bzw. 8,39 MHz, nur für die Abwärtskompatibilität zu Game Boy und Game Boy Color |
| Speicher | 32 KB IWRAM (1 Zyklus/32 Bit), 96 KB VRAM (1–2 Zyklen), 256 KB EWRAM (6 Zyklen/32 Bit) |
| Klang | Lautsprecher (mono) / Kopfhörer (stereo) |
| Mehrspieler | Bis zu vier Spieler (mit GBAs oder GBA-SPs) bzw. zwei Spieler (mit Game Boy oder Game Boy Color) |
| Stromversorgung | 2 × 1,5 Volt AA |
| Batterielaufzeit | ca. 15 Stunden |
| Abmessungen | 8,2 cm hoch × 14,45 cm breit × 2,45 cm tief |
| Gewicht | 140 g |
| Steckmodul | 3,4 cm hoch × 6,0 cm breit × 1,3 cm tief; maximal 256 Mbit (32 MByte) |
| Kompatibilität | Spielt alle alten Game-Boy- und Game-Boy-Color-Spiele ab |

Grafik und Klang
Bei der Grafik zeigt sich der Super-Nintendo-Vergleich deutlich. Der GBA kann bis zu vier Hintergrundebenen darstellen und bis zu 128 Hardware-Sprites verwalten. Damit sind auch Effekte möglich, die an den Mode 7 des SNES erinnern. Beim Ton arbeiten zwei Direct-Sound-Kanäle für Samples zusammen mit den alten Game-Boy-Soundkanälen, die für die Kompatibilität erhalten blieben. Das erklärt auch den typischen GBA-Klang: Er ist deutlich kräftiger als beim Game Boy Color, aber über den kleinen Mono-Lautsprecher bleibt er trotzdem recht blechern.
Prozessor und Speicheranbindung
Obwohl der GBA als 32-Bit-System vermarktet wurde, setzt Nintendo aus Kostengründen auf eine Mischung aus 16- und 32-Bit-Bussen. Der Großteil des Speichers hängt nur an einem 16-Bit-Bus. Viele Spiele nutzen deshalb den platzsparenden Thumb-Befehlssatz des ARM-Prozessors, der mit 16 statt 32 Bit pro Befehl auskommt und so besser zu dieser Anbindung passt. Für Technikfans ein spannendes Detail, weil man dem Gerät diese Kompromisse im Alltag nicht anmerkt.
Spielmodule
Die Spiele wurden weiterhin auf Modulen ausgeliefert. Diese sind deutlich kleiner als beim Vorgänger, bieten aber weit mehr Speicherplatz, bis zu 32 MByte. Auch beim Arbeitsspeicher legt der GBA kräftig zu: Der Game Boy Color hatte 32 KB, der GBA bringt es allein beim Arbeitsspeicher (ohne Video-RAM) auf 288 KB, also etwa das Neunfache.
Auch beim Speichern der Spielstände gab es Änderungen: Viele Spiele sichern jetzt auf Flash- oder EEPROM-Speicher und benötigen keine Pufferbatterie mehr. Andere nutzen weiterhin SRAM mit Batterie.
Start und Konkurrenz
Zu den Starttiteln gehörten unter anderem Super Mario Advance und F-Zero: Maximum Velocity. Wie schon beim SNES gab es auch danach viele Umsetzungen von Klassikern der 8- und 16-Bit-Ära. Konkurrenz kam von Neo Geo Pocket Color und WonderSwan, später auch vom Nokia N-Gage. Gegen diese Geräte konnte sich Nintendo klar durchsetzen. Das meistverkaufte GBA-Spiel ist Pokémon Rubin/Saphir mit rund 16 Millionen verkauften Exemplaren.
2004 folgte mit dem Nintendo DS der Nachfolger. Er spielt GBA-Module über einen zweiten Schacht weiterhin ab und schließt damit die Handheld-Linie elegant ab.
Zubehör
Linkkabel und Wireless Adapter
Manche Spiele ließen sich nun zu mehreren mit nur einem Modul spielen. Dafür brauchte jeder Spieler einen eigenen GBA. Für zwei Spieler war ein Linkkabel nötig, für drei zwei Linkkabel und für vier drei Linkkabel. 2004 kam der Wireless Adapter, der unter anderem Pokémon Feuerrot und Blattgrün beilag.
GameCube-Link-Kabel und Game Boy Player
Mit einem ähnlichen Kabel ließ sich der Nintendo GameCube mit dem GBA verbinden. Das Kabel bietet einen Anschluss für den GBA sowie eine Controllerbuchse des GameCube. Bei bestimmten GameCube-Spielen konnten so erweiterte Informationen auf dem GBA angezeigt werden, oder der GBA diente als Controller. Außerdem passen manche Spiele direkt zusammen, zum Beispiel Sonic Adventure 2 Battle und Sonic Advance.
Wer GBA-Spiele lieber auf dem Fernseher spielen wollte, griff zum Game Boy Player: einem Aufsatz für den GameCube, der GBA-Module aufnimmt.
e-Reader
Der e-Reader war ein Zusatzgerät, das ins Modulfach gesteckt wurde. Er las Karten mit aufgedruckten Dot-Codes ein, über die sich Mini-Spiele oder Zusatzinhalte für bestimmte Titel laden ließen.
Beleuchtung
Weil der Bildschirm unbeleuchtet war, gab es einen eigenen Markt für Aufsteck-Lampen von Drittherstellern. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie ernst das Problem genommen wurde.
Everdrive GBA
Mit dem Everdrive GBA können (fast) alle Spiele von einer SD-Karte gestartet werden.
Der GBA heute
In der Retro-Szene ist der GBA nach wie vor beliebt. Viele Fans bauen heute ein IPS-Display mit Hintergrundbeleuchtung ein. Damit lässt sich genau das Hauptproblem des Originals beheben. Falls ihr einen GBA habt, lohnt sich ein Blick auf solche Umbauten, denn der Unterschied ist enorm.
Auch die Pufferbatterien in den Modulen sind ein Thema: Nach rund 20 Jahren sind sie oft leer. Besonders bekannt ist das bei Pokémon Rubin, Saphir und Smaragd, wo die Batterie die Echtzeituhr des Spiels versorgt. Wer solche Module hat, sollte die Batterie im Auge behalten oder tauschen.


Top Games
- WarioWare: Twisted!
- Castlevania: Aria of Sorrow
- The Legend of Zelda: A Link to the Past & Four Swords
- Advance Wars
- Tony Hawk’s Pro Skater 2
- Mario Golf: Advance Tour
- Super Mario Advance 3: Yoshi’s Island
- Final Fantasy VI Advance
- Metroid: Zero Mission
- Pokémon Rubin/Saphir
- Super Mario Advance 4: Super Mario Bros. 3
- Mario & Luigi: Superstar Saga
- Ultimate Card Games
- Final Fantasy Tactics Advance
- Mario Tennis: Power Tour

![Game Boy Advance [Nintendo]](https://www.jungsi.de/blog/wp-content/uploads/Gameboy-Advance-Oberseite.jpg)
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