Atari Portfolio

Portolio Zubehör [Atari Portfolio]

Portolio Zubehör [Atari Portfolio]

Atari Portfolio – Zubehör aus meiner Sammlung: Serial/Parallel Interface, Memory Expander Plus und DIP Pocket PC Peripheral

Nachdem ich mich im Portfolio-Artikel schon ausführlich mit dem Gerät selbst beschäftigt habe, möchte ich diesmal ein paar der Erweiterungen zeigen, die bei mir komplett in Originalverpackung im Regal stehen. Gerade beim Atari Portfolio ist Zubehör mehr als „nice to have“ – erst damit wird aus dem winzigen Palmtop ein erstaunlich praktisches Arbeitsgerät (zumindest nach 1989er Maßstäben).

Im Fokus stehen heute vier Teile:

  • das Serial Interface (serielle Schnittstelle)
  • das Parallel Interface bzw. „Smart Parallel Interface“
  • der Memory Expander Plus
  • das DIP Pocket PC Peripheral (DIP-Variante/Branding aus dem Portfolio-Umfeld)

Warum Zubehör beim Portfolio so spannend ist

Der Portfolio ist zwar MS-DOS-kompatibel, aber durch seine spezielle Hardware ist er ohne passende Schnittstellen ziemlich „in sich geschlossen“. Genau hier setzen die Module an, die rechts am Erweiterungsbus angedockt werden: Kommunikation nach außen (Drucker, PC/Mac, Modem/Terminal-Setups) und – ganz wichtig – mehr Arbeitsspeicher.

Atari Portfolio Serial Interface (HPC-102)

Das Serial Interface ist im Grunde die Brücke in die RS-232-Welt. Damit wird der Portfolio plötzlich interessant für alles, was seriell spricht: Datenaustausch, Terminal-Verbindungen, Messgeräte/Industriegeräte (ja – genau diese Nerd-Schiene liebe ich an solchen Maschinen) oder schlicht ein klassisches Nullmodem-Setup.

Praktisch ist das Modul vor allem, weil serielle Kommunikation oft weniger zickig ist als man denkt: Baudrate einstellen, passende Verkabelung, und man ist dabei. Gerade für Terminal-Emulationen oder einfache Transfers kann das heute noch Spaß machen – auch, weil man sehr schön „spürt“, wie damals gearbeitet wurde.

Atari Portfolio Parallel / Smart Parallel Interface (HPC-101)

Das Parallel- bzw. Smart Parallel Interface wird häufig mit zwei typischen Einsätzen verbunden:

  1. Drucken
    Klassisch: Portfolio → Parallelport → Drucker. Das war damals ein echter Mehrwert, denn damit konnten Texte, Tabellen oder Listen ohne Umweg „raus“ – vorausgesetzt, der Drucker verstand die Sprache, die man ihm serviert (und man hatte die Geduld für Setup-Zeichenfolgen und passende Einstellungen).
  2. Datentransfer zum PC
    Mindestens genauso wichtig: der Dateitransfer. Mit dem Smart Parallel Interface und der passenden Transfer-Software konnte man Daten zwischen Portfolio und Desktop-PC schieben – in der Praxis oft der bequemste Weg, um Dateien zu sichern oder Programme auf das Gerät zu bekommen.

Für mich ist dieses Modul eines der „Schlüsselstücke“, weil es den Portfolio aus der Inselposition holt und ihn in ein größeres Setup integriert.

Memory Expander Plus (HPC-104) – mehr RAM, mehr Möglichkeiten

Der Memory Expander Plus ist eine der Erweiterungen, die man beim Portfolio fast schon als Pflicht bezeichnen kann. Pro Modul kommen 256 KB RAM dazu – aus 128 KB werden so 384 KB. Und das ist beim Portfolio nicht nur eine Zahl: Mehr RAM bedeutet spürbar weniger Enge, mehr Platz für Anwendungen und vor allem mehr Luft bei DOS-typischen Workflows.

Richtig spannend: Man kann zwei Memory-Expander-Plus-Module kaskadieren. Damit landet man bei insgesamt 640 KB – und der Portfolio rückt (zumindest RAM-seitig) näher an das heran, was man von klassischen DOS-Rechnern kennt. Außerdem bringt der erste Expander Plus typischerweise auch einen zweiten Memory-Card-Slot (B:), was im Alltag ebenfalls enorm praktisch ist.

DIP Pocket PC Peripheral – das Zubehör aus der „DIP-Welt“

Der Atari Portfolio hat ja diese sehr spannende Doppelidentität: technisch und softwareseitig kommt viel von DIP Research – und unter DIP gab es den DIP Pocket PC als (re-)gebrandete Variante. Entsprechend existiert Zubehör, das nicht Atari- sondern DIP-gelabelt ist, aber funktional in der gleichen Familie spielt.

Wenn bei mir „DIP Pocket PC Peripheral“ auf der Schachtel steht, ist das für die Sammlung besonders reizvoll, weil es diese Hersteller-/Lizenzgeschichte direkt sichtbar macht: Nicht nur ein Modul für den Portfolio, sondern ein Stück der Parallelwelt, aus der der Portfolio überhaupt erst hervorgegangen ist.

Je nachdem, um welches konkrete DIP-Peripheral es sich handelt, ist der praktische Nutzen ähnlich wie bei den Atari-Modulen (Schnittstellen, Speicher, Kommunikation). Sammlerisch ist es für mich aber vor allem deshalb interessant, weil DIP-Zubehör oft seltener auftaucht und optisch/labeltechnisch eine schöne Ergänzung zur Atari-Linie ist.

Warum Originalverpackung hier für mich den Unterschied macht

Gerade beim Portfolio-Zubehör finde ich OVP extrem dankbar, weil:

  • die kleinen Module ohne Schachtel schnell „irgendwie“ wirken (wie Adapter/Steckerware)
  • Handbücher und Beileger erklären oft, wofür das Teil im Alltag gedacht war
  • man die Produktlogik (HPC-Nummern, Kabel, Disketten/Tools) viel besser nachvollziehen kann

Und genau das macht für mich den Reiz aus: Nicht nur Hardware besitzen, sondern ein komplettes Kapitel „mobiles DOS 1989“ im Regal haben.

dip Pocket PC peripheral
dip Pocket PC peripheral

Fazit: Kleine Module, großer Effekt

Der Atari Portfolio ist schon allein ein faszinierendes Stück Technikgeschichte – aber mit Serial/Parallel Interface und Memory Expander Plus wird er deutlich „ganzer“. Und das DIP Pocket PC Peripheral setzt dem aus Sammlersicht die Krone auf, weil es die DIP/Atari-Verflechtung greifbar macht.

Wenn ich den Portfolio heute aufbaue, sind das genau die Teile, die ich als erstes daneben lege – weil sie den kleinen Rechner aus der Vitrinenrolle herausholen und ihn wieder in das verwandeln, was er damals sein sollte: ein echter Arbeits-PC für die Jackentasche.

Atari Portfolio with memory expander, parallel interface and memory cards

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