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Tecra 8100

Tecra 8100

Tecra 8100 im Vollausbau – Business-Notebook wird Win98-Spielerechner

Manchmal landet genau das richtige Paket in der Sammlung: In diesem Fall ein Toshiba Tecra 8100 (PT810E-029F1-TK) inklusive 10/100 Network Port Replikator, Expansion Station, mehreren SelectBay-Laufwerken, externem 3,5″-Diskettenlaufwerk, USB-Tastatur, Monitor Stand PA3021U-1OTA und einer Xircom-Netzwerkkarte.

Damit steht praktisch die komplette Docking- und Zubehörwelt bereit, die Toshiba um das Jahr 2000 für seine Business-Kundschaft im Programm hatte. Mit 512 MB RAM and Windows 98 SE ergibt das eine ideale Basis für einen typischen Win98-Gaming-PC der Jahrtausendwende – nur eben in Notebookform.

Toshiba Tecra 8100 – gehobene Business-Klasse um 2000

Die Tecra-8100-Serie wurde um das Jahr 2000 als Oberklasse-Business-Notebook eingeführt. Toshiba setzte auf Mobile Pentium III mit SpeedStep, je nach Modell zwischen 500 und 800 MHz, kombiniert mit 13,3″- oder 14,1″-TFT bei 1024×768 Auflösung. Für den europäischen Markt sind Listenpreise von rund 1.825 bis 2.344 £ (ohne MwSt.) dokumentiert, je nach Ausstattungsvariante – umgerechnet mehrere Tausend D-Mark.

Das hier vorliegende Gerät bringt folgende Eckdaten mit:

  • Modell: Tecra 8100, PT810E-029F1-TK
  • CPU: Intel Pentium III mit 750 MHz
  • RAM: 512 MB SDRAM (damit am oberen Ende dessen, was für Windows 98 SE sinnvoll ist)
  • Grafik: S3 Savage IX – typische Mobilgrafik der Zeit, Direct3D-fähig und für 2D wie frühe 3D-Spiele gut geeignet
  • Display: 14,1″ TFT, 1024×768
  • Laufwerk im Gerät: Slimline-DVD-ROM
  • Betriebssystem: Windows 98 Second Edition

Aus heutiger Sicht entsteht damit eine sehr stimmige Konfiguration: genug Leistung für Spiele der Jahre etwa 1996 bis 2001, gleichzeitig aber klar in der klassischen Win98-Ära verankert.

Toshiba Tecra 8100 - linke Seite
Toshiba Tecra 8100 – linke Seite

10/100 Network Port Replicator (PA3017E-1PRP)

Der Toshiba 10/100 Network Port Replicator II (PA3017E-1PRP) dient als Dockingstation und Bindeglied zur Erweiterungsstation. Er erweitert das Notebook um zusätzliche Anschlüsse und bildet die Basis für den Betrieb am Schreibtisch.

Typischerweise vorhanden sind:

  • integrierte 10/100-Mbit/s-Ethernet-Schnittstelle
  • VGA-Ausgang für einen externen Monitor
  • zusätzliche USB-, serielle und parallele Schnittstellen
  • Audioanschlüsse und natürlich die typische Dockingkupplung für den Tecra 8100

Im Gerät steckt zusätzlich eine Xircom CreditCard Ethernet 10/100-Upgradeable (CE3-10/100) im PCMCIA-Slot. Diese PC-Card war ursprünglich als 10-Mbit-Lösung konzipiert und konnte über ein Zusatzmodul auf 100 Mbit/s erweitert werden – ein interessantes Detail aus der Übergangszeit von 10 auf 100 Mbit und ein schönes Zeitdokument.

In der Kombination aus Port Replicator und Xircom-Karte zeigt sich gut, welchen Stellenwert Netzwerkanbindung in damaligen Firmenumgebungen hatte.

Toshiba Tecra 8100 - Rückseite
Toshiba Tecra 8100 – Rückseite

Expansion Station (PA3018E-1DST) – aus dem Notebook wird ein Desktop

Die Expansion Station PA3018E-1DST macht aus dem Tecra 8100 einen fast vollwertigen Desktop-Rechner. Sie wird über ein spezielles Kabel mit dem Port Replicator verbunden und bietet eigene Erweiterungsmöglichkeiten im Desktop-Format.

Die wichtigsten Merkmale:

  • 2 PCI-Slots (ein Slot in halber Länge, ein Slot in ¾-Länge)
  • 1× 3,5″-Einschub – beispielsweise für eine IDE-Festplatte als Datenlaufwerk
  • 1× 5,25″-Schacht – etwa für ein CD-/DVD-Laufwerk oder einen Wechselrahmen
  • eigener EIDE-Controller und ein separates Netzteil

Damit lässt sich klassische Desktop-Hardware an das Notebook anbinden. Für ein Win98-Gamingsystem bieten sich unter anderem folgende Erweiterungen an:

  • eine PCI-USB-2.0-Karte, um schnell Daten von USB-Sticks oder externen Festplatten zu übertragen und moderne Eingabegeräte anzuschließen
  • eine PCI-Soundkarte, etwa eine Sound Blaster Live! 5.1, um EAX-Effekte nutzen zu können und die Klangqualität zu verbessern

Durch diese Kombination wird aus einem mobilen Business-Gerät ein vollwertiger Schreibtischrechner mit Aufrüstmöglichkeiten, wie man sie eher aus der klassischen PC-Welt kennt.

Expansion Station - schäg Oben
Expansion Station – schäg Oben

Monitor Stand (PA3021U-1OTA) – der passende Unterbau

Zum Paket gehört außerdem der Monitor Stand PA3021U-1OTA. Unter der Bezeichnung PA3021U-1OTR/10TR ist dieser Stand als Zubehör für den Tecra 8100 dokumentiert und wird im offiziellen Toshiba-Preisführer als „Dark Grey Monitor Stand“ bzw. Monitorstand speziell für diese Plattform geführt.

Ursprünglich war der Stand dafür gedacht,

  • einen CRT- oder frühen LCD-Monitor in ergonomischer Höhe zu platzieren
  • darunter Platz für Port Replicator und / oder Expansion Station zu schaffen
  • Kabel und Zubehör optisch sauber zu bündeln

Mit Tecra, Port Replicator, Expansion Station und Monitor Stand entsteht ein sehr kompakter, geschlossen wirkender Arbeitsplatz: unten die Docking-/Erweiterungseinheit, darüber der externe Monitor, daneben Tastatur und Maus. Genauso sahen viele „Serienarbeitsplätze“ in Büros um das Jahr 2000 aus – nur dass hier noch der Retro-Gaming-Faktor dazukommt.

Bemerkenswert ist auch der Preis: Im britischen Preisführer von April 2001 ist der Monitorstand unter der Nummer PA3021U-1OTR mit einem typischen Kaufpreis von 355 £ (zzgl. MwSt.) aufgeführt – allein der Stand kostete also fast so viel wie ein kompletter Einstiegs-PC.

Monitor Stand - rechts oben
Monitor Stand – rechts oben

SelectBay: ZIP, CD und DVD im Wechsel

Eine Besonderheit der Tecra-Serie ist der SelectBay-Schacht. Je nach Bedarf konnten verschiedene Module eingesetzt werden: optische Laufwerke, ZIP-Laufwerke, zusätzliche Festplatten oder Zweitakkus.

In diesem Paket sind gleich mehrere SelectBay-Module enthalten:

  • Toshiba SelectBay ZIP 100 (Part 2793002) – ein internes ZIP-100-Laufwerk im speziellen SelectBay-Formfaktor. In den späten 90ern waren ZIP-Laufwerke eine verbreitete Lösung für Datentransfer und Backups, besonders im professionellen Umfeld.
  • Toshiba SelectBay CD – TEAC CD-224E (Part 1977047B-30) – ein Slimline-IDE-CD-ROM mit typischer 24-facher Geschwindigkeit, wie sie bei Notebooks dieser Zeit häufig zu finden war.
  • Toshiba SelectBay DVD – SD-C2612 – ein Slimline-DVD-ROM-Laufwerk, das die Tecra-Plattform in Richtung Multimedia erweitert.

Im Tecra selbst ist derzeit ein DVD-ROM verbaut; die übrigen Module lassen sich je nach Einsatzzweck in die SelectBay einsetzen. In Verbindung mit einem passenden Adapter wäre auch der Einsatz in der 5,25″-Position der Expansion Station möglich.

Externes Diskettenlaufwerk & Tastatur

Da der Tecra 8100 kein fest eingebautes 3,5″-Diskettenlaufwerk besitzt, griff Toshiba auf ein externes 3,5″-FDD im sogenannten FDD Attachment Case zurück. Dieses Laufwerk wird über eine spezielle Schnittstelle angebunden und ermöglicht weiterhin den Zugriff auf klassische Disketten – wichtig für alte Installationsmedien, Savegames oder Tools.

Ergänzt wird das Paket durch eine Toshiba-Tastatur KU-8933 im Desktop-Format. Die Tastatur entspricht dem typischen 104-Tasten-Layout jener Zeit und rundet den Arbeitsplatz am externen Monitor ab. Zusammen mit Monitorstand, Notebook in der Dockingstation und externer Maus entsteht so ein sehr authentisches Bild eines Büroarbeitsplatzes um das Jahr 2000.

Preise und Markterfolg

Der Tecra 8100 war klar im professionellen Unternehmensumfeld positioniert. Die im Preisführer ausgewiesenen Konfigurationen liegen – je nach Ausstattung – zwischen rund 1.800 und 2.300 £ (ohne Mehrwertsteuer). Für den deutschen Markt ergeben sich damit je nach Wechselkurs typische Preise im Bereich mehrerer Tausend D-Mark.

Die modulare Dockinglösung aus Port Replicator, Expansion Station und Monitor Stand schlug zusätzlich mit mehreren Hundert Pfund zu Buche; allein der Monitorstand PA3021U-1OTR ist mit 355 £ (zzgl. MwSt.) ausgewiesen.

Im Gegenzug bot Toshiba eine Plattform, bei der Netzteile, Dockingstationen und Zubehör über mehrere Gerätegenerationen hinweg kompatibel blieben. Diese „Common Platform“-Strategie war aus Sicht größerer IT-Abteilungen ein wichtiges Argument und trug zum Markterfolg der Tecra-Serie bei. In zeitgenössischen Tests wird der Tecra 8100 häufig als leistungsfähiges und gut ausgestattetes Business-Notebook beschrieben, das sich auch als Desktop-Ersatz eignet – genau das Bild, das sich hier in der Sammlung nun widerspiegelt.(yumpu.com)

Geeignete Spiele für den Tecra 8100 unter Windows 98 SE

Mit Pentium III 750 MHz, 512 MB RAM and S3 Savage IX eignet sich das Gerät hervorragend für eine breite Palette an Spielen der späten 90er bis frühen 2000er-Jahre. Der Schwerpunkt liegt dabei auf 2D-Titeln und frühen 3D-Spielen.

Ego-Shooter & Action:

  • Half-Life und die Erweiterungen Opposing Force sowie Blue Shift
  • Unreal and Unreal Tournament
  • Quake II and Quake III Arena (bei moderaten Detailstufen)
  • Deus Ex

Echtzeitstrategie & Taktik:

  • StarCraft + Brood War
  • Command & Conquer: Tiberian Sun
  • Age of Empires II + The Conquerors
  • Commandos: Behind Enemy Lines and Beyond the Call of Duty

Rollenspiele & Action-RPG:

  • Diablo II (veröffentlicht 2000, passt zeitlich perfekt)
  • Baldur’s Gate + Tales of the Sword Coast
  • Baldur’s Gate II mit etwas reduzierten grafischen Details

Rennspiele:

  • Need for Speed III: Hot Pursuit
  • Need for Speed: High Stakes
  • Colin McRae Rally
  • Midtown Madness

Dazu kommen zahlreiche 2D-Titel wie Worms Armageddon, Heroes of Might and Magic III und klassische Point-and-Click-Adventures, die auf der Hardware ebenfalls sehr gut laufen.

Mit einer passenden PCI-Soundkarte in der Expansion Station – beispielsweise einer Sound Blaster Live! 5.1 – lässt sich das Ganze klanglich noch einmal aufwerten. Viele Spiele der Zeit unterstützen EAX-Effekte, die auf einer solchen Karte besonders gut zur Geltung kommen.

Conclusion

Das vorliegende Paket aus Tecra 8100, Network Port Replicator, Expansion Station, Monitor Stand PA3021U-1OTA, mehreren SelectBay-Laufwerken, externer Diskette, Desktop-Tastatur und zusätzlicher Netzwerkkarte zeigt sehr anschaulich, wie Toshiba um das Jahr 2000 den Spagat zwischen mobiler Nutzung und Desktop-Ersatz gelöst hat.

Im beruflichen Alltag war eine derartige Konfiguration eine kostspielige, aber äußerst flexible Lösung. Aus heutiger Sicht entsteht daraus eine spannende Win98-Retro-Spielestation, die gleichzeitig ein komplettes Arbeitsplatz-Szenario dieser Zeit konserviert – von der ZIP-Disk über das DVD-Laufwerk bis hin zur Dockingstation mit PCI-Erweiterungen und dem passenden Monitorstand als Krönung des Setups.

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