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ZX Touch Firmware 1.13 [ZX Touch]

ZX Touch Firmware 1.13 [ZX Touch]
WiFi, exFAT und das neue FX-System

ZX Touch Firmware 1.13: WiFi, exFAT und das neue FX-System

Nach der letzten Firmware-Runde legt der ZX Touch mit Version 1.13 gleich nochmal deutlich nach. Neben praktischen Alltagsverbesserungen bringt dieses Update mit dem ZX Touch FX System eine Funktion mit, die eurem Spectrum-Erlebnis eine völlig neue visuelle Dimension verleiht – ohne dabei auch nur ein Byte an den Original-ROMs zu verändern.

Schauen wir uns an, was sich mit 1.13 alles tut.

Wichtiger Hinweis vorab: Nach dem Update solltet ihr euer Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen, damit die neuen Parameter sauber initialisiert werden.

WiFi ist endlich da

Der ZX Touch spricht ab sofort WiFi, und damit öffnen sich zwei neue Wege, Dateien auf und vom Gerät zu bekommen:

Web File Manager (WFM) läuft direkt im Browser – ganz ohne zusätzliche Software. Ideal, wenn ihr mal eben schnell ein paar Spiele rüberkopieren oder etwas herunterladen wollt, und das funktioniert genauso am PC wie am Tablet oder Smartphone.

FTP-Server ist die Wahl für alle, die es ernster meinen: größere Dateimengen, wiederholte Transfers, das Zusammenstellen kompletter ZTG-Pakete. Hier braucht ihr einen FTP-Client wie FileZilla oder WinSCP.

Zu beachten: Beide Dienste erlauben jeweils nur eine aktive Verbindung gleichzeitig, und der FTP-Server unterstützt ausschließlich den Active-Modus (PORT) – Passive-Mode (PASV) wird nicht unterstützt. Solltet ihr eine ältere WiFi-Modul-Firmware auf eurem Gerät haben, lohnt sich außerdem das Update über die WiFi-Einstellungen: Es bringt mDNS-Unterstützung (ihr müsst euch die IP-Adresse nicht mehr merken) und schnellere Transfers.

ZX Touch - WiFi Connectrion
ZX Touch – WiFi Connectrion
Das FX-System: ZX Spectrum-Grafik neu gedacht

Das ist zweifellos das Herzstück dieser Firmware. Das FX-System legt eine Echtzeit-Bildverbesserung über die Emulator-Ausgabe – und das Beste daran: das Original-Spiel bleibt komplett unangetastet. ROM, Spiellogik, Timing, alles läuft exakt wie gehabt. Nur das, was ihr auf dem Bildschirm seht, verändert sich – teilweise so drastisch, dass manche Titel fast wie Remakes wirken.

Fünf Komponenten arbeiten dabei zusammen, jede für sich nutzbar, in Kombination aber am wirkungsvollsten:

Farbpalette ersetzt die Basisfarben des Spectrum. Vorgefertigte Presets wie Classic ZX, Soft CRT, Warm Film oder auch augenzwinkernde Optionen wie C64, Green Phosphor und Amber Phosphor stehen bereit, daneben lässt sich eine komplett eigene Palette anlegen.

Edge Colour Shader erkennt Kanten im Bild und gibt Objekten eine feine Umrandung samt Binnenschattierung. Gerade bei den Spectrum-typischen Flächenfarben sorgt das für spürbar mehr Tiefe, ohne dass sich an der eigentlichen Grafik etwas ändert.

Foreground Transparency steuert, wie stark das Original-Bild noch durchscheint. Bei 100 % verschwindet die Spectrum-Grafik komplett – praktisch für Titelbildschirme, die dann vollständig durch eigene Artwork ersetzt werden, während das Spiel im Hintergrund ganz normal weiterläuft.

In-game Backgrounds machen ausgewählte Farben transparent und legen hochauflösende Bilder dahinter. Große einfarbige Flächen – Himmel, Boden, leerer Raum – werden so durch echte Illustrationen ersetzt, während die eigentliche Spielgrafik unverändert für Gameplay und Struktur sorgt.

FX Manager schließlich ist die Automatisierungsebene obendrüber: Er erkennt anhand kleiner Bildschirmausschnitte (Marker), in welcher Szene sich das Spiel gerade befindet, und schaltet automatisch zwischen bis zu zehn gespeicherten Konfigurationen (Slots) um. So bekommt das Menü einen anderen Look als das eigentliche Gameplay, einzelne Level können eigene Hintergründe erhalten, und Übergänge passieren, ohne dass ihr eingreifen müsst.

Die mitgelieferten Vergleichsbeispiele – darunter Atic Atac, Zynaps, 3D Pinball, Manic Miner, Jetpac und Match Day II – zeigen eindrucksvoll, wie viel visuelle Bandbreite in dem System steckt, von dezenter Aufwertung bis zur kompletten Verwandlung.

Wer sich direkt an eigene FX-Konfigurationen wagen möchte, braucht vor allem etwas Geduld beim Ausprobieren von Palette, Shader und Markern. Auf der offiziellen ZX-Touch-Webseite werden bereits fertige FX-ZTG-Pakete bereitgestellt – aus Lizenzgründen ohne die Spiel-ROMs selbst, die müsst ihr wie gewohnt legal selbst beisteuern.

ZX Touch - R-Type ohne FX
ZX Touch – R-Type ohne FX
ZX Touch - R-Type mit FX
ZX Touch – R-Type mit FX
Größere SD-Karten dank exFAT

Bisher war bei FAT32 und damit bei 32 GB Schluss. Firmware 1.13 unterstützt jetzt zusätzlich exFAT-formatierte SD-Karten, wodurch auch größere Kartengrößen kein Problem mehr sind. Ein Wermutstropfen: Das separate FUT-Tool für Firmware-Updates selbst braucht weiterhin eine FAT32-Karte – exFAT wird dort (noch) nicht unterstützt.

Mehr Dashboards, endlos navigierbar

Die maximale Anzahl an Dashboards wächst von 50 auf 100. Wer so viele Dashboards nutzt, wird sich zudem über die neue zirkulare Navigation freuen: Am Ende angekommen, springt ihr direkt wieder zum ersten Dashboard zurück – und umgekehrt. Bei großen Sammlungen spart das spürbar Zeit.

Aufgeräumter Dateibrowser

Wer seine SD-Karte am Mac vorbereitet, kennt das Problem: .DS_Store, .Spotlight-V100, .Trashes und Co. verstopfen die Dateiliste. Damit ist jetzt Schluss – versteckte Dateien und Ordner mit führendem Punkt werden im Dateibrowser nicht mehr angezeigt.

ZX Touch - Game Browser
ZX Touch – Game Browser
Conclusion

Firmware 1.13 ist mehr als nur ein Wartungs-Update. Während WiFi, exFAT-Support und die aufgeräumte Dateiverwaltung den Alltag spürbar erleichtern, ist das FX-System der eigentliche große Wurf: Es zeigt, wie viel visuelles Potenzial noch in der über 40 Jahre alten Spectrum-Hardware steckt, ganz ohne die Originale anzutasten. Für alle, die schon immer mal einen Klassiker wie Jetpac oder Manic Miner in neuem Glanz erleben wollten, lohnt sich ein Blick auf jeden Fall.

Das aktualisierte User Manual sowie der komplette FX Guide stehen zusammen mit der Firmware zum Download bereit.

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