Sinclair ZX Spectrum

Wycheweald/Hafoc Tor

Wycheweald/Hafoc Tor

Wycheweald/Hafoc Tor
Autor: Red Zebra
Jahr: 2023/2024
Genre: RPG
Rechner: Sinclair ZX Spectrum 48K/128K
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Midnight Brew Collection 2025, Teil 3: Wycheweald & Hafoc Tor

Zwei Spiele auf einer Kassette. Das ist bei der Midnight Brew Collection kein Zufall, sondern Programm: Wycheweald und Hafoc Tor sind nicht nur thematisch verwandt – Hafoc Tor ist die direkte Fortsetzung. Und beide stammen aus der Feder von Red Zebra, einem der rätselhaftesten Entwickler der aktuellen ZX-Spectrum-Szene.

Red Zebra – Wer steckt dahinter?

Das weiß eigentlich niemand so genau. Red Zebra tauchte am 1. Januar 2023 vollkommen aus dem Nichts auf – mit einem fertigen, polierten RPG, das sofort als ernsthafter GOTY-Kandidat gehandelt wurde. Seitdem ist die Identität hinter dem Pseudonym unbekannt geblieben. Was bleibt, sind zwei außergewöhnliche Spiele.

Wycheweald – Konzept

Wycheweald – auf Altenglisch so viel wie „Hexenwald” oder „verwunschenes Gehölz” – ist ein erstpersoniges Rollenspiel-Abenteuer für den ZX Spectrum. Wer Bloodwych oder Iron Lord kennt, weiß ungefähr, in welche Richtung es geht: Ihr erkundet eine weitläufige Welt aus der Egoperspektive, führt rundenbasierte Kämpfe, löst kleinere Rätsel und trefft NPCs, mit denen ihr in Dialog treten könnt. Das alles auf einem Rechner mit 48 oder 128 Kilobyte RAM.

Wycheweald - Screen
Wycheweald – Screen

Wycheweald – Gameplay-Mechaniken

Die Welt ist größer als erwartet. Wer denkt, er habe alles gesehen, entdeckt einen neuen Abschnitt – ein Schloss, eine Festung, ein Dorf, einen alten Friedhof. Die Karte wächst mit der Erkundung. Eine Auto-Map und eine Minikarte helfen bei der Orientierung. Kämpfe laufen rundenbasiert und animiert ab, Dialoge mit NPCs sind ausgearbeitet. Auf 48K-Maschinen läuft das Spiel ebenfalls – allerdings ohne Musik, ohne NPC-Portraits und mit stark gekürzten Dialogen. Wer die volle Erfahrung will, braucht einen 128K-Spectrum.

Hafoc Tor – Konzept

Dezember 2024, wieder ohne große Vorankündigung: Red Zebra liefert die Fortsetzung. Hafoc Tor – „Falkenspitze” auf Altenglisch – setzt die Geschichte in einer völlig neuen Kampagne fort. Der Motor wurde überarbeitet, die Spielwelt ist offener und die Ziele sind nicht-linear gestaltet. Wer Wycheweald kennt, findet sich sofort zurecht – und merkt trotzdem schnell, dass hier nachgelegt wurde.

Hafoc Tor – Gameplay-Mechaniken

Neue Kampfoptionen erweitern das taktische Repertoire gegenüber dem Vorgänger. Die offenere Weltstruktur bedeutet, dass es keine starre Reihenfolge gibt, in der ihr Aufgaben angehen müsst. Das erhöht die Wiederspielbarkeit und gibt der Erkundung mehr Gewicht. Die bewährten Elemente aus Wycheweald sind alle wieder da – scrollende texturierte 3D-Welt, animierter Rundenkampf, Auto-Map und Minikarte – aber schärfer und umfangreicher. Auf 48K läuft Hafoc Tor wie sein Vorgänger, mit reduzierten Grafiken und ohne Musik.

Hafoc Tor - Ladescreen
Hafoc Tor – Ladescreen

Lernkurve

Wycheweald ist für RPG-Einsteiger zugänglich, aber nicht banal. Die ersten Schritte in der Welt sind lehrreich statt frustrierend. Wer Hafoc Tor direkt ohne Vorgänger spielt, wird sich wahrscheinlich etwas verloren fühlen – der Einstieg über Wycheweald ist empfehlenswert. Beide Spiele sind auf lange Spielsitzungen ausgelegt. Das ist kein Kaugummi, das ist ein Menü.

Hafoc Tor - Screen
Hafoc Tor – Screen

Conclusion

Zwei Spiele, eine Kassette, ein Entwickler – und einer der stärksten Beiträge der gesamten Midnight Brew Collection 2025. Red Zebra hat mit Wycheweald und Hafoc Tor gezeigt, was auf einem ZX Spectrum möglich ist, wenn jemand wirklich weiß, was er tut. Erstpersonige RPGs mit dieser Tiefe und Weltgröße sind auf der Hardware eine Seltenheit. Wer Zeit mitbringt, bekommt hier zwei Spiele, die diese Zeit respektieren.

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