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SHG Black Point FS 2000 [SHG]

SHG Black Point FS 2000 [SHG]

Bei eBay habe ich ein Komplettset ersteigert, das sich als echter Fund herausgestellt hat: die SHG Black Point FS 2000, eine Pong-Konsole der ersten Generation aus den späten 1970er Jahren, mit vier Modulen in Originalverpackung. Für 76 Euro inklusive Versand – weit unter dem, was ein solches Set auf dem Sammlermarkt normalerweise kostet. Der Vorbesitzer hat das Gerät gereinigt und funktionsgetestet, und die Beschreibung war ehrlich: Im Batteriefach ist in der Vergangenheit eine Batterie ausgelaufen, an den Federn sind noch Rostreste vorhanden. Wer das Gerät über das beiliegende Netzteil betreibt – und das sollte man bei einem Gerät dieses Alters ohnehin tun – stört das nicht.

The device

Die FS 2000 ist kompakt und für ihr Alter in einem sehr guten Zustand. Auf der Oberseite befinden sich die Einstellregler für Spielgeschwindigkeit, Winkel, Schlägerlänge, Netz und Aufschlag – klassische Pong-Parameter, die man von Konsolen dieser Ära kennt. Auf der Rückseite sitzen der Netzteilanschluss, der RF-Ausgang für den Fernseher sowie der Modulschacht. Die Konsole wird entweder über ein Netzteil (9–11 Volt, 90 mA) oder mit sechs 1,5-Volt-Batterien betrieben.

Die beiden Controller sind Paddle-Regler mit Drehknopf – simpel, robust, zweckmäßig. Das originale Netzteil ist im Set dabei, was bei Geräten dieses Alters keine Selbstverständlichkeit ist.

SHG Black Point FS2000
SHG Black Point FS2000

Die Module

Das Set enthält vier Module, alle in Originalverpackung – und genau das macht dieses Exemplar besonders. Im Einzelnen:

FS 1201 – Zehn elektronische Fernsehspiele in Farbe war das Standard-Basispaket der Black Point und liegt praktisch jedem Komplettsystem bei. Es enthält zehn Varianten klassischer Ball-und-Schläger-Spiele: Tennis, Squash, Handball, Hockey und weitere Abwandlungen davon. Wer ein Black-Point-Set kauft, hat dieses Modul fast immer dabei.

Zehn elektronische Fernsehspiele in Farbe
Zehn elektronische Fernsehspiele in Farbe

FS 1202 – Grand Prix and FS 1203 – Motorradrennen sind die beiden gesuchteren Module aus der Black-Point-Familie. Rennspiele waren in der PC-50x-Ära ein echtes Verkaufsargument – die Entwickler versuchten, über das klassische Pong-Schema hinauszugehen. Beide Module tauchen deutlich seltener auf als das Basispaket und bestimmen den Sammlerwert dieses Sets maßgeblich.

KS 1207 – 1000-Treffer-Spiel ist das seltenste Modul in diesem Set. Es taucht auf dem Sammlermarkt erheblich seltener auf als die sportorientierten Module und ist entsprechend gesucht.

Technique and classification

Die FS 2000 enthält keinen Prozessor, kein RAM, kein ROM. Die gesamte Spiellogik steckt in den Modulen selbst – in Form von AY-3-8xxx-Chips der GIMINI-Reihe von General Instruments. Diese dedizierten Chips übernehmen Spielmechanik, Controller-Abfrage, Ton- und Bilderzeugung in einem einzigen Bauteil. Die Konsole selbst ist damit im Grunde nur ein Gehäuse mit Spannungsversorgung, Reglern und RF-Modulator.

Motorradrennen - Cartridge
Motorradrennen – Cartridge

Das macht die FS 2000 trotz ihres Modulschachts zu einer Konsole der ersten Generation. Ein Modulschacht allein ist kein Merkmal der zweiten Generation – entscheidend ist, was im Modul steckt. Hier steckt Hardware, keine Software. Die zweite Konsolengeneration beginnt erst mit echten Mikroprozessoren: dem Fairchild Channel F (1976) und dem Atari 2600 (1977). Wer mehr zur Einordnung der Konsolengenerationen lesen möchte, findet dazu einen eigenen Artikel auf jungsi.de.
-> Konsolengenerationen – Versuch einer Einordnung

SHG – wer steckt dahinter?

SHG steht für Süddeutsche Elektro-Hausgeräte GmbH & Co. KG – ein deutsches Unternehmen, das die Konsole auf dem deutschen Markt vertrieben hat. Hergestellt wurde die FS 2000 von Radofin in Hongkong, einem der wichtigsten Produzenten von PC-50x-Konsolen in den späten 1970er Jahren. Das Muster ist identisch mit dem vieler anderer Telespiel-Anbieter der damaligen Zeit: deutsches Vertriebsunternehmen, Produktion in Hongkong. Der Originalpreis lag bei 168 DM – damals ein stolzer Preis, der die Konsole klar als Premiumprodukt im Pong-Segment positionierte.

Die PC-50x-Familie

Die SHG Black Point FS 2000 ist Teil der sogenannten PC-50x-Familie – einer Gruppe von Konsolen, die zwischen 1977 und den frühen 1980er Jahren in Europa weit verbreitet war. Die Bezeichnung PC-50x leitet sich von den Seriennummern der Cartridges ab (PC-501, PC-502 usw.). Allen Konsolen dieser Familie gemeinsam ist das Fehlen eines zentralen Prozessors und die Verwendung von AY-3-8xxx-Chips in den Modulen.

Innerhalb der Black-Point-Linie gab es mehrere Modelle: Die FS 1001 and FS 1002 sind festprogrammierte Konsolen ohne Modulschacht – vier beziehungsweise zehn eingebaute Spiele, kein Wechselmodul. Die FS 1003 and FS 2000 sind die modularen Varianten, wobei sich beide im Netzteilanschluss und der Spannungsversorgung unterscheiden. Ein weiteres Mitglied der PC-50x-Familie in der Sammlung des Simbacher Computer Museums ist die Poppy MPT-03 – ebenfalls ein Gerät dieser Ära, ebenfalls mit Modulschacht, ebenfalls erste Generation.

SHG Black Point FS2000 - Controller
SHG Black Point FS2000 – Controller

An modernen Fernsehern

Der RF-Ausgang der FS 2000 ist mit heutigen Flachbildschirmen nicht direkt kompatibel. Wer das Gerät an einem modernen Fernseher betreiben möchte, hat zwei Optionen: einen RF-zu-HDMI-Konverter mit einstellbarem VHF-Bereich, oder einen AV-Mod direkt am Chip – letzteres erfordert etwas Löterfahrung, liefert dafür ein sauberes Composite-Signal. Auf einem Röhrenfernseher funktioniert das Gerät selbstverständlich ohne jeden Zusatzaufwand.

Conclusion

Die SHG Black Point FS 2000 ist ein schöner Vertreter der PC-50x-Ära – und mit vier Modulen in Originalverpackung, darunter die selteneren Rennspiel-Module und das 1000-Treffer-Spiel, ein überdurchschnittlich vollständiges Exemplar. Bei 168 DM Originalpreis war das Gerät damals kein Schnäppchen. Für 76 Euro im Jahr 2025 – mit allem dabei – definitiv eines.

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