Sega Game Gear

Master Gear Converter

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Master Gear Converter

Der Master Gear Converter ist ein Zubehör für die Sega Game Gear Handheld-Konsole, mit dem es möglich ist, auch Spiele des Sega Master System zu nutzen. Er ist außerdem unter den Namen Master Gear, Gear Master Converter oder Master Gear Adapter bekannt.

Über die genaue Entstehungsgeschichte des Geräts ist wenig bekannt, außer dass es von der Firma Kalpus aus Hongkong entwickelt und 1991 veröffentlicht wurde. Es gibt viele verschiedene Varianten: In den USA vertrieb Majesco eine eigene Version, und auch Sega selbst brachte eine offizielle Ausführung heraus. Meine Version stammt von der Firma Vidis aus Hamburg – auf der Schachtel prangt der Slogan „Verwandelt Den Game Gear in Ein Tragbares Master System“. Die Vidis-Ausgabe ist im deutschsprachigen Raum heute nicht mehr allzu häufig anzutreffen und damit für Sammler durchaus interessant.

Der Converter wird einfach in den Cartridge-Slot des Game Gear gesteckt, die Master System-Cartridge dann in den Converter – ganz ähnlich wie der Power Base Converter beim Sega Mega Drive. Das Prinzip funktioniert so reibungslos, weil der Game Gear im Grunde ein aufgerüstetes Master System ist: Beide Geräte nutzen denselben Z80-Prozessor und sind hardwareseitig nahezu identisch. Natürlich lassen sich dabei nicht alle Features des großen Bruders nutzen – so bleibt etwa der FM-Sound, den die FM Sound Unit für das Master System bietet, außen vor.

Ebenfalls nicht nutzbar sind die Sega Cards – jene scheckkartengroßen Spielmodule des Master Systems –, es sei denn, man greift auf einen sogenannten Card Catcher in Kombination mit einem Master System Region Converter zurück. Dabei handelt es sich um weiteres Drittanbieter-Zubehör, das den fehlenden Card-Slot des Game Gear nachrüstet.

Zum Bildschirm: Das Master System rechnet mit einer Auflösung von 256×192 Pixeln, der Game Gear-Bildschirm stellt jedoch nur 160×144 Pixel dar. Das Bild wird dabei nicht skaliert, sondern beschnitten – am Rand fehlt jeweils ein Streifen. Bei vielen Spielen fällt das kaum auf, bei anderen können Sprites, Texte oder HUD-Elemente dadurch angeschnitten wirken. Das ist letztlich der größte Wermutstropfen des Converters.

Für Spiele mit Zwei-Spieler-Modus lässt sich das Master Link Cable anschließen und so ein zweiter Controller zur Steuerung nutzen. Da alle Game Gear-Konsolen keine Regionalbeschränkungen kennen, gilt das auch für den Converter – japanische und amerikanische Master System-Cartridges laufen damit genauso.

Nicht alle Titel laufen dabei einwandfrei: Lord of the Sword, Phantasy Star and OutRun gehören zu den bekannten Problemfällen, bei denen spezifische Hardware-Eigenheiten des Master Systems zu Kompatibilitätsproblemen führen. Die überwiegende Mehrheit des Master System-Katalogs funktioniert jedoch problemlos.

Der Master Gear Converter ist eine nette Ergänzung für jede Sega-Sammlung und erweitert das Spielangebot des Game Gear um einen Großteil der umfangreichen Master System-Bibliothek.