Lock’N’Chase
Autor: Bob Smith
Jahr: 2025
Genre: Arcade
Rechner: Sinclair ZX Spectrum
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Midnight Brew Collection 2025, Teil 2: Lock’n’Chase
Ein Klassiker ohne Spectrum-Port
Lock’n’Chase erschien 1981 in den Spielhallen – entwickelt von Data East Corporation, kurz DECO, die in den frühen Achtzigern mit einer ganzen Reihe solider Arcade-Titel von sich reden machten. Das Spiel fand seinen Weg auf diverse Heimsysteme der Zeit, darunter den Mattel Intellivision. Was es bis heute nie gab: eine offizielle Umsetzung für den ZX Spectrum. Bob Smith hat das 2025 geändert – und das Ergebnis landete direkt in der Midnight Brew Collection.
Konzept
Ihr spielt Lupin, einen Dieb, der durch die Korridore eines Banktresors navigiert. Das Ziel ist denkbar einfach: alle Münzen einsammeln und zur Ausgangstür gelangen. Klingt unkompliziert. Wird es aber nicht, denn vier Polizisten namens Super D sind euch ständig auf den Fersen. Die Ähnlichkeiten zu Pac-Man sind offensichtlich – Labyrinth, Verfolger, Sammelaufgabe – aber Lock’n’Chase hat seinen eigenen Dreh. Lupin kann Türen hinter sich schließen und so die Verfolger kurzzeitig abblocken. Das ist der entscheidende taktische Unterschied, der aus einem simplen Katz-und-Maus-Spiel etwas mit echtem Tiefgang macht.
Gameplay-Mechaniken
Die Grundmechanik ist schnell verstanden: Münzen sammeln, Verfolger umgehen, Tür schließen, weiter. Hinzu kommen gelegentlich auftauchende Schatztruhen und Geldsäcke, die ihr mitnehmen könnt, wenn der Weg frei ist. Die seitlichen Tunnel ermöglichen schnelle Ausbrüche aus brenzligen Situationen. Türen öffnen sich von selbst wieder – ihr könnt also nicht einfach eine Seite des Labyrinths dauerhaft abriegeln. Ihr müsst ständig abwägen: einsammeln oder ausweichen, Tür schließen oder Tempo halten. Das hält die Entscheidungen interessant.
Spielstruktur
Das Spiel besteht aus sich wiederholenden Runden im gleichen Labyrinth, die mit jeder Runde schwieriger werden. Super D wird schneller und aggressiver. Wer das Original kennt, weiß: Es gibt keinen entspannten Mittelteil. Der Druck bleibt durchgehend hoch.
Lernkurve
Moderat bis steil. Die Steuerung sitzt nach wenigen Minuten. Das Verständnis dafür, wann man eine Tür schließen sollte und wann nicht, braucht länger. Wer zu häufig Türen einsetzt, sperrt sich mitunter selbst den Weg ab. Wer zu selten schließt, hat vier Polizisten im Nacken. Das Optimum zu finden ist das Herzstück des Spiels.

Technik
Bob Smith hat sorgfältig gearbeitet – und hatte gute Unterstützung. Lee Bee steuerte die Spieler- und Gegner-Sprites bei und ist für die gesamte AY-Musik sowie die Soundeffekte auf 128K-Maschinen verantwortlich. Allan Turvey, der als Publisher der Midnight Brew Collection ohnehin dabei war, kümmerte sich um den Beeper-Sound für 48K-Systeme ohne AY-Chip. Auf einem 128K-Spectrum klingt das Spiel entsprechend rund – auf einem Basis-48K-Gerät gibt es zumindest Beeper-Unterstützung. Die Steuerung ist frei konfigurierbar, Kempston, Cursor und Interface 2 werden ebenfalls unterstützt.
Conclusion
Lock’n’Chase ist einer der Höhepunkte der Midnight Brew Collection 2025. Bob Smith hat sich die Aufgabe, das Arcade-Original möglichst spieltreu umzusetzen, nicht leicht gemacht – und das hört und sieht man. Die Zusammenarbeit mit Lee Bee und Allan Turvey hat dem Spiel sowohl klanglich als auch optisch das gewisse Etwas gegeben. Wer Pac-Man mag, aber einen taktischeren Twist bevorzugt, ist hier genau richtig. Lupin wartet.



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