Bei dem ZX-Team Meeting 2015 konnte ich für meine Sammlung eine Cheetah Defender Lightgun in Originalverpackung erstehen. Die Erweiterung kam 1989 auf den Markt und kostete damals 25 Pfund – inklusive sechs passender Spiele. Kein schlechter Deal für die Zeit.
Cheetah Marketing – wer steckte dahinter?
Bevor wir zur Pistole selbst kommen, lohnt ein kurzer Blick auf den Hersteller. Cheetah Marketing Ltd war ein britisches Unternehmen aus Cardiff, das von den Brüdern Howard und Michael Jacobson geführt wurde und sich im Besitz der Cannon Street Investments befand. Bekannt wurde Cheetah zunächst durch Joysticks für C64 und ZX Spectrum – etwa den Cheetah 125, den Mach 1 und den infrarot-basierten R.A.T. Im Laufe der 1980er erweiterte die Firma ihr Sortiment massiv in Richtung Musikperipherie: der SpecDrum (ein digitaler Drumcomputer für den Spectrum, von dem sich im ersten Jahr über 30.000 Einheiten verkauften), ein Sound Sampler, MIDI-Interfaces und schließlich eigene Synthesizer und Keyboard-Controller. Unter den externen Designern, mit denen Cheetah zusammenarbeitete, waren übrigens Ian Jannaway, der später Novation Digital Music Systems gründete, und Mike Lynch, der später Autonomy Corporation ins Leben rief.
1993 traf die britische Rezession den Mutterkonzern Cannon Street Investments hart – Cheetah wurde geschlossen. Die Musiksparte wurde von Chris Wright und Nick Owen übernommen und als Soundscape Digital Technology Ltd weitergeführt; die Joystick- und Peripheriesparte ging an ein anderes Unternehmen der Cannon Street-Gruppe.
Die Defender Lightgun erschien also in der Spätphase von Cheetahs Joystick-Ära – kurz bevor sich die Firma vollständig auf Musikgeräte konzentrierte.
Die Pistole in der Zeitschriften-Kritik
Leider ist die Quellenlage zur Defender Lightgun überschaubar. Erhalten hat sich eine zeitgenössische Rezension aus einer britischen Sinclair-Zeitschrift, deren Kernaussagen hier übersetzt wiedergegeben sind:
Wie wir alle wissen, sind Lightguns grundsätzlich Spaß, wenn auch ein eingeschränkter Zusatz zum Spielspaß mit dem Spectrum. Die erste war einige Jahre vorher die Stack Light Rifle – die war aber Schrott. Der Höhepunkt war natürlich die kürzlich erschienene Amstrad/Spectrum Light Phaser. Aber auch diese bot Enttäuschungen, besonders die wirklich windige Konstruktion und die schrecklichen schwarzen und weißen Streifen, die es quer über Operation Wolf verteilte.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich eine Joystick-Firma in den Kampf stürzte – und die erste, die das machte, war der populäre Joystick- und Spaßboxen-Hersteller Cheetah Marketing.
Die Defender ist ein nettes Stück Arbeit. Der geformte Plastikkörper ist dunkelgrau mit hellen roten Handgriffen. Das Design ist modern und sieht stabil aus, hat aber immer noch Tendenzen zu „Buck Rogers“. Der Handgriff ist nach vorne geneigt, um das Zielen und Halten zu erleichtern, und Gewichte wurden dem Gehäuse hinzugefügt, um das Gefühl und die Balance zu verbessern.
Was die Genauigkeit betrifft, scheint die Defender sehr genau zu sein. Die meiste Zeit, die der Autor auf etwas gezielt hat, hat er auch getroffen – was eins von zwei Dingen bedeuten kann: Entweder ist die Pistole wirklich so genau, oder die Software ist wirklich gut beim Lesen der Pistole. Ihr müsst wirklich im rechten Winkel zum Bildschirm stehen und nicht zu nahe – sonst ist der Fokus der Waffe weg.
Die mitgelieferten Spiele
Im Lieferumfang enthalten waren sechs Spiele:
- Jungle Warfare
- Advanced Pinball Simulator
- F16 Fighting Falcon
- Supercar Trans Am
- Bronx Street Cop
- Billy the Kid
In der Schlussfolgerung sieht die Defender besser aus und ist billiger als ihre aktuellen Mitbewerber, die Spiele sind besser, und sie ist grundsätzlich einfach fantastischer.
Praxiserfahrung
Meine eigenen Erfahrungen beim Testen der Lightgun sind leider ernüchternd: Die Pistole funktioniert bei mir selten richtig – oder zumindest nicht so genau, dass es wirklich Spaß machen würde. Die Idee hinter dem Peripheral ist sicher nicht schlecht, war aber zu dieser Zeit technisch nicht einfach befriedigend umzusetzen.
Versionen und Kompatibilität
Es gibt verschiedene Versionen der Lightgun – 48K und 128K, möglicherweise auch unterschiedliche Softwareversionen:
- mit Kempston-Anschluss
- Anschluss für RS232 am +2
- funktioniert mit CRT-Bildschirm mit SCART
Weiterführende Links
Spectrum Computing – Lightgun-Software
Wikipedia – Liste der Light-Gun-Spiele für den ZX Spectrum
The Spectrum Show Ep32 – ab ca. 5:30 Minuten – in englischer Sprache:

