Sinclair ZX Spectrum

Ringo [Sinclair ZX Spectrum]

Ringo [Sinclair ZX Spectrum]

Ringo
Autor: Denis Grachev (RetroSouls)
Jahr: 2022
Rechner: Sinclair ZX Spectrum (128K)
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Sterne sammeln im Dämmerland

Stellt euch vor, es ist Winter, draußen wird es früh dunkel, und die Sterne, die eure Wohnung erleuchten, sind weg. Genau das ist das Problem der Snoogles. Sie nutzen magische Sterne als Licht für ihre Häuser – und selbst eine Tasse heißer Preiselbeertee macht im Dunkeln keinen Spaß.

Hier kommt Ringo ins Spiel, ein junger Snoogle. Er steigt in die unterirdischen Labyrinthe des Dämmerlands hinab und sammelt so viele Sterne ein, wie er findet. Eine charmante Geschichte, die nie mehr will, als sie ist. Das passt.

Blöcke setzen, Wege bauen

Ringo läuft, springt und lässt sich durch Plattformen nach unten fallen. Das Besondere steckt auf der Feuertaste. Mit ihr setzt ihr direkt vor Ringo einen Block, und zwar in die Richtung, in die er gerade schaut. Ein weiterer Druck entfernt den Block wieder.

Aus diesem simplen Prinzip entsteht ein echtes Knobelspiel. Ihr baut euch Treppen, überbrückt Lücken und räumt Hindernisse aus dem Weg. Bewegt wird per OPQA, gefeuert mit M oder Leertaste. Wer lieber zum Joystick greift, nutzt Kempston oder Sinclair 1 und 2.

Ein Logik-Platformer also, der mehr Kopf als Reflexe verlangt. Ihr überlegt, wo ein Block fehlt, und setzt ihn.

Mehr Spectrum, als der Spectrum erlaubt

Ringo entstand in einem experimentellen Grafikmodus der Entwickler. Das Ergebnis ist deutlich farbenreicher, als man es von der Plattform gewohnt ist. Die Welt scrollt in mehrere Richtungen und ist viel größer als der Bildschirm. Im Vordergrund rieselt Schnee, ein Effekt, den man auf dem Spectrum selten sieht.

Ringo - Screen
Ringo – Screen

Dazu kommt ein AY-Soundtrack von Oleg Nikitin (n1k-O). Er liefert für Menü, die einzelnen Welten und das Finale jeweils eigene Stücke. Das Ladebild stammt von Ivan Seleznev, die Schrift von Damien Guard. Wer Old Tower oder GLUF von RetroSouls kennt, erkennt die Handschrift sofort.

Entspannt knobeln

Der Einstieg ist freundlich. Ein Tutorial erklärt die Grundlagen, ihr habt unendlich viele Leben, und die Level haben kein Zeitlimit. Frust kommt deshalb kaum auf. Ihr probiert, scheitert, probiert noch mal.

Das Spielgefühl erinnert eher an ein modernes Handyspiel als an einen klassischen Spectrum-Titel – und das ist hier ausdrücklich ein Kompliment. Die Aufgaben werden mit den Welten komplexer, der Druck bleibt aber draußen.

Technik und Bezug

Ringo braucht einen 128K-Spectrum, denn der AY-Sound und der Grafikmodus setzen das voraus. Idee, Code, Design und Soundeffekte stammen von Denis Grachev. Erschienen ist das Spiel am 1. Dezember 2022 als TAP-Datei mit rund 57 KB.

Ihr bekommt es auf itch.io nach dem Prinzip „Zahlt, was ihr wollt“. Eine Demo könnt ihr direkt im Browser ausprobieren. 2023 erschien das Spiel zusätzlich als physische Edition von Bitfans. Aus der Community gibt es außerdem eine +3-Version auf Diskette.

Conclusion

Ringo ist ein kleines Kunststück. Das Blocksetzen ist schnell erklärt und bleibt trotzdem interessant, die Grafik wirkt wie von einem anderen System, und der Soundtrack bleibt im Ohr. Dazu kommt ein Spielfluss, der euch nie ausbremst.

Wer Logikplattformer mag, sollte sich Ringo nicht entgehen lassen. Er kostet so viel, wie ihr zahlen wollt, und das ist angesichts dieser Qualität ein starkes Angebot.

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