Der 10. Juli war landschaftlich der vielfältigste Tag der ganzen Tour – in weniger als 400 Kilometern durchquert man gefühlt vier verschiedene Klimazonen.
Los geht es vom South Thompson Inn, noch bevor die Hitze des Vortags wieder einsetzt. Der erste Stopp kommt kurz nach Kamloops: der Kamloops Lake Viewpoint auf dem Trans-Canada Highway. Der See liegt tief im Tal, spiegelglatt und von kahlen, gelbbraunen Hügeln umgeben – typische Interior-Landschaft, weit und trocken. Weiter geht es durch Cache Creek, wo die Halbwüste ihren Höhepunkt erreicht: Salbei am Straßenrand, keine Bäume, kaum Schatten.
Dann biegt die Route nach Westen auf den Highway 12 nach Lillooet – und hier beginnt das eigentliche Spektakel. Der Fraser River Canyon bei Lillooet ist eine andere Kategorie. Der Fluss ist milchig grün, breit und wild, eingebettet zwischen steilen, erodierten Berghängen. Am Fraser River Viewpoint hoch über der Stadt blickt man auf das Tal hinunter, wo Thompson und Fraser aufeinandertreffen – zwei Flüsse, zwei Farben, ein beeindruckender Zusammenfluss. Und direkt darunter: alte Eisenbahnbrücken aus dem frühen 20. Jahrhundert, die aussehen, als wären sie aus einem Western.
Nach Lillooet beginnt die Duffey Lake Road – der Highway 99 durch die Coast Mountains, auf über 1.100 Meter hinauf. Die Landschaft wechselt schlagartig: Weg mit der Halbwüste, her mit Urwald, Schneebergen und einem kristallklaren Bergsee. Hier fühlt man zum ersten Mal auf dieser Reise wieder etwas wie Kühle. Gut so.
Das letzte Stück führt durch Pemberton und dann den Sea to Sky Highway hinunter nach Whistler. Ankunft am Abend – und direkt in den laufenden Crankworx-Betrieb: Der Fitzsimmons Express lädt Mountainbiker nach oben, die Dirt-Rampen sind frisch aufgebaut, überall Lärm und Betrieb. Wir gehen nur schauen. Ein kurzer Spaziergang durch das Whistler Village bis zu den Olympischen Ringen – Denkmal der Winterspiele 2010 – beendet einen langen, abwechslungsreichen Tag.































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