Acorn BBC Micro

IFEL BeebMMC V5 [Acorn BCC Micro]

IFEL BeebMMC V5 [Acorn BCC Micro]

IFEL BeebMMC V5 am BBC Micro Model B: SD statt Floppy – mein Setup, Befehle und Troubleshooting

Der BBC Micro ist für mich einer dieser Rechner, bei denen man sehr schnell merkt, warum er damals im Bildungsbereich so beliebt war: solide Technik, logisch aufgebaut – und mit den richtigen Erweiterungen heute noch erstaunlich alltagstauglich. In diesem Beitrag fasse ich meine bisherigen Erkenntnisse zum IFEL BeebMMC V5 (BBC Micro MMC/SD Interface) zusammen – inklusive meines ROM-Layouts, den wichtigsten Befehlen rund um BEEB.MMB und ein paar hilfreichen Troubleshooting-Tipps aus den IFEL-Dokumenten.

Was ist das IFEL BeebMMC V5?

Das BeebMMC ist ein MMC-/SD-Interface für den BBC Micro, das über den User Port angebunden wird. Statt Disketten oder Kassetten arbeitet man mit einer SD-Karte – in meinem Fall mit dem klassischen Containerformat BEEB.MMB.

Die Grundidee ist genial simpel: Auf der SD-Karte liegt eine Datei (BEEB.MMB), die intern eine große Sammlung „virtueller DFS-Disketten“ enthält. Für den BBC fühlt sich das so an, als hätte man hunderte Disketten griffbereit – nur eben ohne Laufwerksgeräusche und ohne Medienwechsel.

Mein Hardware-Setup

Ich verwende einen BBC Micro Model B (Issue 7) und habe zwei Welten parallel eingerichtet:

  • IFEL BeebMMC V5 am User Port (SmartSPI)
  • Floppy-Controller mit WD1772 and DFS 2.26 für echtes Disketten-Feeling und für Datentransfers

Dazu kommen Sideways RAM/ROM-Boards, die ich vor allem für ROM-Experimente und Tools nutzen möchte.

Acorn BBC Micro Model B - ROMs MMC und Disk eingesetzt
Acorn BBC Micro Model B – ROMs MMC und Disk eingesetzt

ROM-Layout: warum die Reihenfolge wichtig ist

Der BBC priorisiert ROMs nach Slotnummer – ROM 15 hat die höchste Priorität, dann 14, 13, 12 usw. Das ist wichtig, wenn mehrere Filing Systems im System stecken (DFS, SPI/MMC, …).

Nach einigem Ausprobieren läuft mein Setup jetzt stabil so:

  • ROM 15: SPI 0.91
  • ROM 14: DFS 2.26
  • ROM 12: BASIC (Original-BASIC-ROM)

Warum BASIC wieder extra? Als ich SPI auf ROM 15 gelegt habe, wurde „BASIC nicht gefunden“ – vermutlich, weil mein Kombi-ROM (SPI + BASIC2) nicht so eingeblendet war, wie ich es erwartet hatte. Mit dem originalen BASIC-ROM in ROM 12 ist der Start zuverlässig, und ich kann trotzdem jederzeit zwischen den Filing Systems wechseln.

Umschalten zwischen Floppy und SD

Das ist in meinem Alltag das Wichtigste – und funktioniert jetzt sehr elegant:

  • *DISC → zurück zu DFS 2.26 (Floppy)
  • *CARD → auf SPI/MMC (BeebMMC)

Das Umschalten ist schnell und macht das Setup extrem flexibel.

Arbeiten mit BEEB.MMB: die wichtigsten Befehle

Ich nutze BEEB.MMB, und *DCAT funktioniert bei mir – super, weil man damit schnell durch die Slots browsen kann.

Mein Standard-Workflow sieht so aus:

  • *CARD
    (MMC-Filing System aktivieren)
  • *DCAT
    (zeigt die virtuellen Disks/Slots in der BEEB.MMB)
  • *DIN <Nummer>
    (legt Slot Nummer X als „aktuelle Disk“ ein)
  • *CAT
    (Directory der eingelegten Disk anzeigen)

Danach kann ich Programme starten wie gewohnt, z. B. mit *RUN oder per CHAIN.

BeebMMC - Auswahlmenü
BeebMMC – Auswahlmenü

ROMs aus der MMB in Sideways-RAM laden (RLOAD)

Ein richtig schöner Bonus: Laut IFEL-Doku kann man ROM-Images direkt von der MMC laden und in Sideways RAM ablegen – praktisch wie „ROM testen ohne EPROM-Brenner“.

Das Tool dafür heißt RLOAD. Typischer Ablauf:

  1. *CARD
  2. Utility-Disk einlegen (in der Doku wird z. B. Disk 300 genannt)
  3. ROM ins Sideways-RAM laden, z. B.:
    *RLOAD BUTIL B Q

Das Q steht für „Quick Load“ (schneller, nutzt aber RAM als Puffer). Anschließend empfiehlt sich ein Ctrl-Break, damit der BBC die neuen ROMs sauber einsammelt.

Wichtig: Manche ROMs brauchen Sideways-RAM ohne Write-Protect – das gilt insbesondere für Copier-ROMs, die den ROM-Adressraum als Arbeitsfläche nutzen.

Disketten in die MMB sichern: COP114 als Brücke Floppy ↔ MMC

Wenn man Floppy und BeebMMC parallel hat, ist das der eigentliche Jackpot: Disketten lassen sich bequem auf die SD sichern.

In der IFEL-Doku wird dafür COP114 (MMC-DFS Copier ROM) beschrieben. Damit kann man u. a.:

  • Dateien von Floppy auf MMC kopieren (DTOM)
  • komplette Disks „imaging“ (IDTOM)

Für einen späteren Beitrag will ich das noch im Detail testen – aber als Ansatz ist das genau der “Missing Link”, den man für echte Archivarbeit braucht.

Typische Probleme und schnelle Checks

Aus dem IFEL-„Problems“-PDF sind ein paar Punkte besonders hilfreich, die ich mir für den Praxisbetrieb auf jeden Fall gemerkt habe:

  • Wenn *CARD / *MMC „Bad command“ liefern: ROM-Sitz/Orientierung prüfen (Kerbe!)
  • Bei Card?-Fehlern: User-Port-Verkabelung/Kontakte prüfen, ggf. User-VIA neu stecken
  • Sehr spannend: Es gibt VIA-Chips, die im Shift-Register-Modus „falsch takten“ (9 statt 8 Pulse). Ein VIA-Tausch (User ↔ System) kann hier ein harter, aber effektiver Test sein.

Außerdem gibt es im PDF sogar eine ROM-Checksum-Prüfung (für SmartSPI 0.91 wird ein Sollwert genannt) – das ist typisch britisch: pragmatisch, technisch, hilfreich.

Disk-Images am PC zur BEEB.MMB hinzufügen

Wenn ich neue Disk-Images am PC habe (z. B. .ssd), ist der Standardweg:

  • BEEB.MMB vom SD auf den PC kopieren
  • mit einem Tool wie MMBExplorer die Images in freie Slots schreiben
  • BEEB.MMB wieder zurück auf die SD kopieren
  • am BBC: *CARD*DCAT*DIN <Slot>

So lässt sich die Sammlung am PC bequem pflegen, ohne am BBC endlos kopieren zu müssen.

MMBExplorer
MMBExplorer

Conclusion

Mit dem IFEL BeebMMC V5 bekommt der BBC Micro eine moderne, praktische Massenspeicherlösung – und in Kombination mit einem WD1772/DFS-Setup kann man sogar richtig gut archivieren: Disketten rein, SD raus, fertig.

Mein aktuelles ROM-Layout (SPI 15 / DFS 14 / BASIC 12) ist stabil und alltagstauglich, und mit *DISC / *CARD ist das Umschalten zwischen beiden Welten ein echter Komfortgewinn.

Im nächsten Schritt will ich tiefer in die Tools (COP114, RLOAD, FFIND/SEDMMC) einsteigen – denn da steckt noch sehr viel Potenzial drin, wenn man größere Disk-Sammlungen verwalten oder retten will.

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