Das CD-i (Compact Disc Interactive) ist ein interaktiver CD-Spieler, der von Philips entwickelt und von Dezember 1991 bis Ende 1998 unterstützt wurde. Das Ziel des Systems war es, mehr Funktionen zu bieten als ein Audio-CD-Spieler oder eine Spielekonsole, das ganze aber zu einem geringeren Preis als ein PC mit CD-Laufwerk. Dies wurde u. a. erreicht, da kein Diskettenlaufwerk, Tastatur, Maus, Monitor und kein vollständiges Betriebssystem benötigt wurde. Als „CD-i” wird auch der CD-Standard bezeichnet, der von den Geräten unterstützt wird und auch als „Green Book” bekannt ist – entwickelt von Philips and Sony.
Neben Spielen wurden Lern- und Multimedia-Titel entwickelt, wie z. B. interaktive Lexika und Touren durch Museen, die in der Zeit vor dem allgemeinen Internetzugang sehr beliebt waren.
Die Entwicklung des CD-i-Formats begann 1984, das erste CD-i-Gerät wurde 1991 veröffentlicht und kostete ca. 700 Dollar (in Europa war der Einführungspreis höher, teils um die 1.000 Dollar). Es konnte CD-i-, Audio-CD-, CD+G- (CD+Grafik), Karaoke-, Photo- und Video-CDs abspielen. Für die Video-CDs wurde aber eine optional erhältliche „Digital Video Card” benötigt.
In Europa wurde das System als „Home Entertainment System” vermarktet, in den USA dagegen als Spiel- und Lern-Maschine. CD-i wurde Ende 1998 eingestellt und war ein kommerzieller Fehlschlag, der Philips in den USA ca. 1 Milliarde Dollar kostete.
Das von mir erworbene CD-i 450, das zur Serie 400 gehört (Modelle: 450, 470 and 490), kam 1994 auf den Markt. Diese Modelle sind schlanke Einheiten, die primär für Konsolen- und Bildungsmärkte konzipiert wurden. Das 450 war ein günstiges Modell, das entwickelt wurde, um mit den Spielkonsolen zu konkurrieren. In dieser Version ist eine Infrarot-Fernbedienung nicht standardmäßig enthalten, sondern optional erhältlich.

Technische Spezifikationen
| CPU | Audio | CD-i-Zubehör |
| 16/32-bit 68070 CISC Chip | Soundchip: MCD 221 | CD-i Maus |
| Taktfrequenz von 15,5 MHz | ADPCM Acht-Kanal-Sound | CD-I KeyControl (Tastatur) |
| Anzeige | 16-Bit-Stereoton | Roller controller |
| Grafikchip: SCC66470, lapäter MCD 212 | Digitalausgang | CD-i-Trackball |
| Auflösung: 384×280 bis 768×560 | Operating System | E/A-Port-Splitter |
| Farben 16.7 Millionen mit 32,768 auf dem Bildschirm | CD-RTOS (basierend auf Microwares OS-9) | Touchpad-Controller (Gravis PC GamePad) |
| MPEG 1 Cartridge Plug-In für VideoCD und Digital Video | Sonstiges | Gamepad-Controller |
| 1 MB Hauptspeicher | IR Wireless Controller | |
| Single-Speed-CD-ROM-Laufwerk | Unterstützung für RAM-Erweiterung und Video-CD (MPEG-1) mit DV Cart | |
| Peacekeeper Revolver |
Software
ZDie Versuche, auf dem Spielemarkt Fuß zu fassen, blieben erfolglos, da das System strikt als Multimedia-Player konzipiert war und daher im Vergleich zu anderen auf dem Markt befindlichen Gaming-Plattformen in vielen Belangen technisch unterlegen war.
Trotzdem kam es zu einem Franchise mit Nintendo – auch wenn die Spiele nicht von Nintendo selbst entwickelt wurden: Hotel Mario, Zelda: The Wand of Gamelon, Link: The Faces of Evil and Zelda’s Adventure. Der Hintergrund ist eine der kuriosesten Episoden der Spielegeschichte: Nintendo hatte ursprünglich mit Sony an einer CD-ROM-Erweiterung für das SNES zusammengearbeitet. Als Sony sich zu weitreichende Lizenzrechte sicherte, brach Nintendo den Deal überraschend ab und wandte sich stattdessen an Philips. Als Teil dieses neuen Abkommens erhielt Philips das Recht, Nintendo-Charaktere in CD-i-Spielen zu verwenden – eine CD-ROM-Erweiterung für das SNES erschien trotzdem nie. Sony nutzte die Arbeit unterdessen für eine eigene Konsole: die PlayStation. Bedauerlicherweise sind die Zelda-Spiele für den CD-i so ziemlich die schlechtesten Spiele dieser Franchise.
Die meisten guten CD-i-Spiele hatten viel mit interaktiven FMV (Full Motion Videos) zu tun, da dies die eindeutige Stärke des Systems war und keine andere Konsole in dieser Qualität mithalten konnte. Highlights stellten sicherlich Space Ace, Dragon’s Lair, The 7th Guest usw. dar, jedoch wurden auch die American Lasergames-Lightgunspiele fast 1:1 von der Laserdisc-Vorlage umgesetzt (Mad Dog McCree, Space Pirates usw.)
Philips selbst veröffentlichte eine Reihe von Filmen als gewöhnliche VCD oder im eigenen CD-i-Format. So erschienen unter anderem die ersten sieben Star-Trek-Filme, die Beverly Hills Cop-Reihe und die Nackte Kanone-Trilogie auf diesem Medium.
Bis 2009 wurde von einer deutschen Softwarefirma Lernsoftware für Fahrschulen entwickelt, sodass eine Begegnung mit der Konsole auf dem Weg zum Führerschein nicht so ungewöhnlich war.
Für viele der guten Spiele (und die Video-CDs) ist die MPEG-1-Cartridge zwingend notwendig und dringend zu empfehlen! zwingend notwendig und ist dringend zu empfehlen!!

Empfehlenswerte Titel
- Burn:Cycle
- Myst
- The 7th Guest (benötigt MPEG-1-Cartridge)
- Litil Divil
- The Apprentice (Super-Plattformer)
- Mad Dog McCree
- Mad Dog II: The Lost Gold
- Space Ace
- Dragon’s Lair
- Voyeur (Flaggschiff-FMV-Titel, eines der ersten Spiele mit Full Motion Video als integralem Spielmechanismus)

Übrigens können von den Original-CDs Kopien erstellt werden, um diese zu schützen. 🙂 Sollte beim Erstellen einer dieser Kopien ein Problem auftreten – z. B. eine Fehlermeldung in Bezug auf CDi/2335 – muss der Eintrag in der CUE-Datei angepasst werden: MODE2 hilft in diesem Fall.
Fehlermeldung „Speicher voll”
Typisches CD-i-Problem. Der Speicher ist zusammen mit einer Batterie in einem sogenannten „Timekeeper”-Chip untergebracht. Ist die Batterie leer, kommen Meldungen wie „Speicher voll”, zum Teil geht dann sogar das Gamepad nicht mehr! Leider kann man die Batterie nicht einfach tauschen, und auch der Timekeeper-Chip ist fest verlötet. Man kann entweder den Timekeeper-Chip aufbohren und eine externe Batterie anlöten, oder – wenn man den passenden Ersatz findet – den Chip selbst austauschen. Beides ist viel Aufwand und eine ziemliche Fummelarbeit…
Links
Reparatur Timekeeper
Conclusion
Das CD-i hatte keine guten Voraussetzungen. Die Entwicklung dauerte viel zu lange und die Positionierung des Geräts war nicht eindeutig. Als Spielkonsole war es dann doch etwas zu schwach. Trotzdem war das CD-i ein Vorreiter dessen, was später zu MPEG-Video werden sollte. Aus dieser Zeit, in der Probleme beseitigt und Standards festgelegt wurden, hat Philips noch immer Patente, durch die ein Vermögen verdient wird.













