{"id":6444,"date":"2014-11-07T13:46:36","date_gmt":"2014-11-07T12:46:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jungsi.de\/?p=6444"},"modified":"2026-08-28T11:03:03","modified_gmt":"2026-08-28T09:03:03","slug":"ti-994a-retro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/ti-994a-retro\/","title":{"rendered":"TI-99\/4A [Texas Instruments]"},"content":{"rendered":"<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Einer der Homecomputer, der mir fr\u00fcher in Zeitschriften immer wieder begegnete und mir dadurch im Ged\u00e4chtnis blieb, den ich aber nie besessen habe, war der TI-99\/4A. Als ich damals Listings aus Magazinen wie der CK (Computer Kontakt) f\u00fcr den Sinclair ZX Spectrum abtippte, war auch der TI oft mit langen Listings vertreten. In meinem Bekanntenkreis gab es jedoch niemanden, der diesen Rechner besa\u00df.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Der TI-99\/4A erschien 1981 als Nachfolger des TI-99\/4 und wurde vom damals f\u00fchrenden Halbleiterhersteller Texas Instruments aus Dallas entwickelt und produziert. In Deutschland lag der Einf\u00fchrungspreis bei rund 1.400 DM. Zum Vergleich: Ein Sinclair ZX81 kostete im selben Jahr nur knapp 400 DM, Commodores VC-20 lag bei 899 DM \u2013 der TI positionierte sich preislich also deutlich \u00fcber den Einsteigerger\u00e4ten. Nach oben hin blieb er aber immer noch g\u00fcnstiger als \u201eProfi\u201c-Rechner wie der Apple II, der hierzulande mit rund 3.000 DM (ohne Diskettenlaufwerk) zu Buche schlug. Damit war der TI-99\/4A zwar nicht der allererste 16-Bit-Heimcomputer \u2013 diese Ehre geb\u00fchrt bereits seinem 1979 erschienenen, aber kaum verbreiteten Vorg\u00e4nger TI-99\/4 \u2013, wohl aber der erste 16-Bit-Rechner mit nennenswerter Verbreitung unter Privatanwendern. Besonders in Nordamerika und Westeuropa fand er Verbreitung, erreichte mit 2,8 Millionen verkauften Ger\u00e4ten jedoch nicht die Verkaufszahlen von Commodore, Apple, Sinclair oder Amstrad. Die hohen Produktionskosten f\u00fchrten 1983 zu erheblichen Verlusten bei Texas Instruments, woraufhin im Oktober desselben Jahres die Produktion eingestellt wurde. Restbest\u00e4nde wurden kurz vor Weihnachten f\u00fcr nur 50 Dollar verkauft.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Der TI-99\/4A war dabei nicht der erste Rechner dieser Reihe: Bereits 1979 hatte TI den TI-99\/4 auf den Markt gebracht, ebenfalls mit dem TMS9900-Prozessor. Zum Preis von 1.150 US-Dollar bekam man Rechner und Monitor als Pflichtpaket \u2013 TI hatte es nicht geschafft, den eigenen HF-Modulator rechtzeitig von der FCC zulassen zu lassen, und musste daher einen modifizierten 13-Zoll-Zenith-Farbfernseher als Monitor beilegen; ein eigenes TV-Ger\u00e4t durftet ihr gar nicht anschlie\u00dfen. Erst ab Januar 1980, nach einer FCC-Ausnahmegenehmigung, lie\u00df sich der TI-99\/4 auch ohne diesen Monitor kaufen. Mit gerade einmal etwa 20.000 verkauften Ger\u00e4ten blieb er dennoch ein klarer Flop. Statt einer richtigen Tastatur besa\u00df er zudem nur ein knopfartiges Taschenrechner-Layout ganz ohne Tastenhub. Grafisch nutzte er den TMS9918 (ohne \u201eA\u201c), dem gegen\u00fcber dem sp\u00e4ter verbauten TMS9918A\/9929A der zus\u00e4tzliche Graphics-II-Modus fehlte \u2013 16 Farben und Sprites beherrschte aber schon der TI-99\/4. Mit dem TI-99\/4A \u00fcberarbeitete TI 1981 vor allem die Bedienung und die Kosten: eine vollwertige Tastatur mit echtem Tastenhub, ein serienm\u00e4\u00dfiger HF-Modulator f\u00fcr den Anschluss an jeden normalen Fernseher, ein vereinfachtes internes Design, das die Fertigung g\u00fcnstiger machte, sowie \u2013 mit der PAL-f\u00e4higen TMS9929A-Variante \u2013 erstmals die M\u00f6glichkeit, den Rechner auch in Europa zu betreiben. Nicht mit \u00fcbernommen wurde dagegen der eingebaute Gleichungsrechner (\u201eEquation Calculator\u201c) des TI-99\/4, den TI beim Nachfolger ersatzlos strich.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Technology<\/strong><br \/>Prozessor: TMS9900 (16-Bit, 3 MHz)<br \/>Speicher: 256 Byte statisches RAM (CPU-eigenes Scratchpad-RAM) + 16 KB DRAM als reiner Video-Speicher<br \/>Grafik: TMS9929A (PAL)<br \/>Sound: TMS9919<br \/>Datentr\u00e4ger: Steckmodule, Tonkassetten, 5 1\/4 Zoll Disketten<br \/>Betriebssystem: TI Basic, TI DOS<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Grund f\u00fcr den Misserfolg des TI-99\/4A war ein etwas ungl\u00fcckliches Hardwaredesign, das direkt mit dem Speicher zusammenh\u00e4ngt. Die 16 KB RAM im Rechner sind n\u00e4mlich nicht frei nutzbarer Arbeitsspeicher, sondern geh\u00f6ren exklusiv dem Grafikchip. Die eigentliche CPU besitzt nur 256 Byte eigenen, aber daf\u00fcr schnellen statischen RAMs \u2013 dort liegen unter anderem die Arbeitsregister des Prozessors, denn der TMS9900 hat selbst keine echten internen Register, sondern arbeitet \u00fcber einen Workspace-Zeiger im RAM.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wollt ihr auf die 16 KB im Grafikchip zugreifen, geht das nur indirekt: Ihr m\u00fcsst dem Videochip zuerst eine Zieladresse \u00fcbergeben und k\u00f6nnt dann Byte f\u00fcr Byte lesen oder schreiben \u2013 ein waschechter Flaschenhals, denn jeder einzelne Zugriff auf Variablen oder Programmcode l\u00e4uft auf diesem langsamen Umweg. Im Graphics-I-Modus von TI Basic standen euch immerhin 12 KB davon zur Verf\u00fcgung. Maschinenprogramme lie\u00dfen sich trotzdem nicht ausf\u00fchren \u2013 daf\u00fcr reichten die 256 Byte CPU-RAM bei Weitem nicht aus, weshalb ihr die PEB (Peripheral Expansion Box) mit 32 KB Speichererweiterung sowie ein Diskettenlaufwerk mit separatem Controller gebraucht habt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Vermarktung passte zu diesem etwas ungl\u00fccklichen Start: Auf der Verpackung stand bewusst nicht die technische Modellbezeichnung TI-99\/4A, sondern schlicht gro\u00df \u201eTexas Instruments Home Computer\u201c. Der Begriff \u201eHomecomputer\u201c war 1981 schlie\u00dflich noch neu und musste vielen K\u00e4ufern in Werbeanzeigen erst erkl\u00e4rt werden \u2013 ein Heimcomputer war zu diesem Zeitpunkt f\u00fcr die meisten Menschen noch ein v\u00f6llig abstraktes Konzept.<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>das <em>TI BASIC<\/em> ist sehr langsam \u2013 zum einen wurde es nicht in Maschinensprache entwickelt, sondern in GPL, wodurch jeder Befehl zur Laufzeit erst in TMS9900-Maschinencode \u00fcbersetzt werden musste. Zum anderen liegen Programme und Variablen im 16-KB-Videospeicher, auf den die CPU eben nur seriell, Byte f\u00fcr Byte, \u00fcber den Grafikchip zugreifen kann \u2013 beides zusammen bremst das System sp\u00fcrbar aus<\/li>\n<li>die Netzteile hatten Fehler \u2013 leider hatte der <em>TI<\/em> auch keine entsprechende Absicherung, sodass wohl der eine oder andere Rechner den Geist aufgab<\/li>\n<li>die Tastatur war etwas \u201eproblematisch\u201c \u2013 zu wenige Tasten und ein seltsames Layout<\/li>\n<li>der Joystick-Anschluss war nicht Atari kompatibel und entsprach damit nicht dem Standard<\/li>\n<li>der Hauptprozessor TMS9900 war anspruchsvoll in der Programmierung, aber nicht so weit verbreitet wie z.B. der Z80 oder der 6502 von MOS. Daher fehlte der Anreiz, Programme in Maschinensprache zu schreiben<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Grafik und Sound<\/strong><br \/>F\u00fcr die Grafikausgabe ist der TMS9918A (bzw. in der PAL-Version der TMS9929A) zust\u00e4ndig \u2013 derselbe Videochip, der sp\u00e4ter auch im ColecoVision, im MSX-Standard und in Segas SG-1000 zum Einsatz kam. Er liefert eine feste Aufl\u00f6sung von 256\u00d7192 Pixeln aus einer Palette von 16 Farben (15 sichtbare Farben plus Transparent). Im Graphics-Modus sind Bildschirm und Zeichensatz in 8\u00d78-Pixel-Kacheln organisiert, wobei jede Kachel nur zwei Farben gleichzeitig darstellen kann \u2013 ein \u00e4hnliches Prinzip wie der Farbklecks-Effekt beim ZX Spectrum, nur eben pro 8\u00d78-Kachel statt pro 8\u00d78-Attributzelle.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr bewegte Objekte stehen euch 32 Hardware-Sprites zur Verf\u00fcgung, von denen aber maximal vier gleichzeitig auf derselben Bildschirmzeile erscheinen d\u00fcrfen \u2013 ein f\u00fcnftes Sprite in derselben Zeile l\u00e4sst die anderen flackern. Jedes Sprite ist einfarbig, entweder 8\u00d78 oder 16\u00d716 Pixel gro\u00df und l\u00e4sst sich per \u201eMagnify\u201c-Bit auf die doppelte Kantenl\u00e4nge vergr\u00f6\u00dfern (16\u00d716 bzw. 32\u00d732). Zum Vergleich: Der C64 kam mit nur 8 Sprites aus, die daf\u00fcr aber mehrfarbig sein konnten und pro Sprite eine h\u00f6here Aufl\u00f6sung erlaubten; der ZX Spectrum hatte \u00fcberhaupt keine Hardware-Sprites, dort musste jede Bewegung komplett in Software nachgebildet werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine echte Schw\u00e4che des TMS9918A ist das fehlende Hardware-Scrolling. Anders als etwa beim Atari 400\/800, dessen ANTIC-Chip weiches Scrollen in beide Richtungen direkt unterst\u00fctzte, oder auch beim C64, der zumindest \u00fcber Scroll-Register f\u00fcr ein feines Verschieben um wenige Pixel verf\u00fcgte, musste beim TI jede Bildschirmbewegung durch Neuzeichnen der Kacheln in Software erfolgen. Das kostete zus\u00e4tzliche Rechenzeit \u2013 ausgerechnet auf einem System, dessen CPU ohnehin schon \u00fcber den langsamen, seriellen Umweg auf den Video-RAM zugreifen musste (siehe oben). Spiele mit seitlichem Scrolling wirken auf dem TI-99\/4A deshalb sp\u00fcrbar ruckeliger als etwa auf dem Atari.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Sound sieht es \u00e4hnlich zwiesp\u00e4ltig aus: Der TMS9919 bietet drei Rechteck-Kan\u00e4le f\u00fcr T\u00f6ne sowie einen Rauschgenerator, mit einem Tonumfang von etwa 110 Hz bis 115 kHz. Er ist im Kern identisch mit dem sp\u00e4ter als SN76489 bekannten Baustein, der unter anderem im BBC Micro, im ColecoVision und in Segas Master System steckte. Was ihm fehlt, ist eine H\u00fcllkurvensteuerung (ADSR), wie sie der AY-3-8912 (u. a. im MSX oder sp\u00e4ter im ZX Spectrum 128) oder gar der legend\u00e4re SID-Chip im C64 bieten \u2013 Letzterer liefert zus\u00e4tzlich Filter und Ringmodulation und gilt bis heute als einer der ausdrucksst\u00e4rksten Homecomputer-Soundchips \u00fcberhaupt. Der TI-Sound wirkt dagegen eher n\u00fcchtern-funktional, \u00e4hnlich wie bei der VIC-20-eigenen Klangerzeugung.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TI-994A-Unterseite-1024x768.jpg\" alt=\"TI 994A - Unterseite\" class=\"wp-image-40745\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TI-994A-Unterseite-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TI-994A-Unterseite-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TI-994A-Unterseite.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">TI -99\/4A \u2013 Unterseite<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Geh\u00e4use<\/strong><br \/>Das Geh\u00e4use ist rechteckig, aus Kunststoff gefertigt und oben mit geb\u00fcrstetem Aluminium versehen. Rechts befindet sich der Schacht f\u00fcr Steckmodule, der Einschaltknopf sitzt unten rechts an der Vorderseite. Eine Reset-Taste fehlt. Die Tastatur hat 48 Tasten und keine deutsche Belegung \u2013 die Tasten blieben immer im US-QWERTY-Layout. \u00dcber die Funktionstaste (rechts neben der Leertaste) lassen sich einige Zeichen auf Buchstabentasten erreichen, darunter auch die Pfeiltasten, die nicht separat vorhanden sind (z. B. \u201ePfeil oben\u201c = FCTN+E). Da die Mehrfachbelegungen dadurch nicht sofort ersichtlich waren, klebte TI oberhalb der Tastatur eine gedruckte Tastaturschablone mit einer \u00dcbersicht aller Funktionstasten-Kombinationen \u2013 bei f\u00fcr den deutschsprachigen Raum bestimmten Ger\u00e4ten sogar in deutscher \u00dcbersetzung (z. B. \u201eWORT-TAB\u201c, \u201eBILDSCHIRMFARBE\u201c, \u201eAUTOMATIK (WORD WRAP)\u201c).<\/p>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Links liegt der Anschluss f\u00fcr den Joystick, der nicht mit dem Atari-Standard kompatibel ist (heute gibt es passende Adapter). Rechts ist der Expansionport f\u00fcr verschiedene Peripherieger\u00e4te. Hinten befindet sich eine Sub-D-Buchse f\u00fcr den Anschluss eines Kassettenrecorders, daneben die Netzteilbuchse. Weiter rechts gibt es je nach Version eine f\u00fcnfpolige DIN-Buchse (NTSC) oder eine sechspolige DIN-Buchse (PAL\/SECAM) zum Anschluss eines Bildschirms.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TV-PAL-Encoder-PHA-2030-Oberseite-1-768x1024.jpg\" alt=\"TV PAL Encoder PHA 2030 \" class=\"wp-image-40746\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TV-PAL-Encoder-PHA-2030-Oberseite-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TV-PAL-Encoder-PHA-2030-Oberseite-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/TV-PAL-Encoder-PHA-2030-Oberseite-1.jpg 1050w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">TV PAL Encoder PHA 2030 <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Steckmodule<\/strong><br \/>Die Steckmodule wurden meist direkt von TI produziert und waren mit recht hohen Herstellungskosten verbunden. In der Regel enthalten sie einen 6-KB-GROM-Chip, bieten jedoch Platz f\u00fcr bis zu f\u00fcnf Chips (30 KB). Drittanbieter mussten leider teure Lizenzen von TI erwerben, um eigene Steckmodule anbieten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Schon im Sommer 1981 reagierte man auf das schwache TI-Basic, indem das TI Extended Basic als Modul auf den Markt kam. Es war weitgehend kompatibel zum Vorg\u00e4nger, bot jedoch 35 zus\u00e4tzliche Befehle, Anweisungen, Funktionen, Subroutinen und logische Operationen. Damit lie\u00dfen sich Sprites programmieren und Unterprogramme in Maschinensprache nutzen. Die Programmausf\u00fchrung wurde sp\u00fcrbar schneller, da gro\u00dfe Teile nicht in GPL, sondern direkt in Maschinensprache geschrieben waren. Mit 32 KB ROM war das TI Extended Basic sehr umfangreich, belegte jedoch zus\u00e4tzlich 2 KB RAM, sodass nur noch 14 KB RAM f\u00fcr VRAM und Programmspeicher \u00fcbrig blieben. 1982 kostete das Modul 95,95 US-Dollar und war erst ab 1984 in deutschsprachigen L\u00e4ndern verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Auch bei der Hardware selbst gab es im Lauf der Produktionszeit Ver\u00e4nderungen: Auf das urspr\u00fcngliche silber-schwarze Geh\u00e4use von 1981 folgte 1982 eine beigefarbene Variante, \u00e4u\u00dferlich kaum vom Vorg\u00e4nger zu unterscheiden. Intern brachte TI im August 1983 dann eine \u00fcberarbeitete, kostenoptimierte Hauptplatine \u2013 von TI selbst \u201eQI\u201c (Quality Improved) genannt. In dieser Revision steckte eine unangenehme \u00dcberraschung f\u00fcr Fremdhersteller: eine Sperre, die Steckmodule ohne g\u00fcltige TI-Lizenzkennung am Start hinderte, um Drittanbieter ohne teure Lizenzvereinbarung endg\u00fcltig auszubremsen. Ob eine Konsole betroffen ist, verr\u00e4t der Copyright-Vermerk auf dem bunten Startbildschirm \u2013 1981 hei\u00dft keine Sperre, 1983 hei\u00dft Sperre aktiv.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-99-4A-komplett.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-99-4A-komplett.jpg\" alt=\"TI-99 4A komplett\" class=\"wp-image-7702\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-99-4A-komplett.jpg 500w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-99-4A-komplett-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">TI-99 4A komplett<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Extensions<\/strong><br \/>An den Expansionsport konnten einige wichtige Erweiterungen angeschlossen werden. An der rechten Seite des TI-99\/4A lie\u00dfen sich diese Sidecars direkt aneinanderstecken, ganz ohne Kabel \u2013 ein Erweiterungsmodul reihte sich an das n\u00e4chste. Dazu z\u00e4hlen vor allem:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>PHP1500 Solid State Speech Synthesizer (Erweiterungsmodul f\u00fcr k\u00fcnstliche Sprachausgabe)<\/li>\n<li>PHP1800 Disk Drive Controller Sidecar (Steuereinheit des Diskettenlaufwerks)<\/li>\n<li>PHP1850 Disk Memory Drive (5\u00bc-Zoll-Diskettenlaufwerk)<\/li>\n<li>PHP2200 32 Kilobyte Memory Expansion Sidecar (32-KB-RAM-Speichererweiterung)<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis stie\u00df diese Kette schnell an ihre Grenzen: Je mehr Sidecars angeschlossen waren, desto instabiler wurde das System, und der Platzbedarf auf dem Schreibtisch wuchs entsprechend. Da diese Erweiterungen sehr viel Platz ben\u00f6tigten, brachte <em>TI<\/em> im Januar 1982 das <em>Peripheral Expansion System PHP1200<\/em> auf den Markt \u2013 eine kompaktere Steckkarten-L\u00f6sung. In dem rechteckigen Metallgeh\u00e4use war Platz f\u00fcr acht Steckpl\u00e4tze (einer wird f\u00fcr die Verbindung zum TI ben\u00f6tigt) und bis zu zwei 5 1\/4-Zoll-Diskettenlaufwerke. Es hatte einen Ventilator und eine eigene Stromversorgung. Folgende Karten waren von <em>TI<\/em> erh\u00e4ltlich:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>PHP1220 RS-232 Interface (Druckerschnittstelle)<\/li>\n<li>PHP1240 Disk Controller (Steuereinheit des Diskettenlaufwerks)<\/li>\n<li>PHP1250 Disk Memory Drive (5\u00bc-Zoll-Diskettenlaufwerk, doppelte Bauh\u00f6he)<\/li>\n<li>PHP1260 32 Kilobyte Memory Expansion (32-KB-RAM-Speichererweiterung)<\/li>\n<li>PHP1270 P-Code Version 4.0 (Interpreter f\u00fcr UCSD-Pascal)<\/li>\n<li>PHP1280 Pascal Development System<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-Speech-Synthesizer-Draufsicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"375\" height=\"500\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-Speech-Synthesizer-Draufsicht.jpg\" alt=\"TI-99\/4A - Speech-Synthesizer\" class=\"wp-image-7705\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-Speech-Synthesizer-Draufsicht.jpg 375w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-Speech-Synthesizer-Draufsicht-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">TI-99\/4A \u2013 Speech-Synthesizer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\"><strong>Software<\/strong><br \/>Die meisten Programme erschienen als Steckmodule und wurden gr\u00f6\u00dftenteils von TI selbst produziert und vertrieben. Beliebte Titel waren etwa Blasto, Car Wars, Hunt the Wumpus, Munchman, TI Invaders und Tombstone City. Von Drittanbietern stammten unter anderem Dig-Dug, Donkey Kong, Jungle Hunt, Moon Patrol, Pac-Man und Pole Position von Atarisoft, Q-Bert von Parker Brothers, Buck Rogers und Star Trek von SEGA, Space Bandits von Milton Bradley sowie Microsurgeon und Super Demon Attack von Imagic. Einige Spiele gab es auch auf Diskette, wof\u00fcr jedoch ein 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk und die 32-KB-RAM-Erweiterung n\u00f6tig waren.<\/p>\n<div>Mit meinem \u00fcber Ebay gekauften TI-99\/4A hatte ich Gl\u00fcck: Das Ger\u00e4t ist in gutem Zustand (europ\u00e4ische Version mit Netzteil) und kam mit der Erweiterung PHP1500 Solid State Speech Synthesizer, dem HF-Modulator, zwei Joysticks sowie drei Modulen (TI Extended Basic, TI Invaders und Tombstone). F\u00fcr den Anschluss an einen Bildschirm besorgte ich mir von RetroComputershack aus England ein YUV-Kabel, das sich mit der GBS8200-Platine (wie in meinem QL-Bericht) verbinden l\u00e4sst, um problemlos ein VGA-TFT anzusteuern. Nat\u00fcrlich kann man mit diesem Kabel auch direkt einen Fernseher mit passenden Anschl\u00fcssen nutzen.<\/div><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer der Homecomputer, der mir fr\u00fcher in Zeitschriften immer wieder begegnete und mir dadurch im Ged\u00e4chtnis blieb, den ich aber nie besessen habe, war der \u2026<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":7700,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[447],"tags":[4737,4750,449],"class_list":["post-6444","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ti-994a","tag-hardware","tag-heimcomputer","tag-texas-instruments"],"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"21143a818e534418b324aabab70f2d9c","server":"","url":"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/21143a818e534418b324aabab70f2d9c"},"wp-worthy-type":"normal","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/TI-99-4A.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6444","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6444"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6444\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44197,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6444\/revisions\/44197"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}