{"id":6048,"date":"2014-06-02T19:02:47","date_gmt":"2014-06-02T18:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jungsi.de\/?p=6048"},"modified":"2026-06-03T13:27:20","modified_gmt":"2026-06-03T11:27:20","slug":"retro-neu-eingetroffen-atari-260-st","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/retro-neu-eingetroffen-atari-260-st\/","title":{"rendered":"Atari 260ST [Atari]"},"content":{"rendered":"<h5 class=\"wp-block-heading\">Atari 260ST \u2013 ein verwirrender Gl\u00fccksfund<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Funde fallen einem einfach in den Scho\u00df. Auf einem kleinen Flohmarkt bin ich vor Jahren \u00fcber einen <strong>Atari 260 ST<\/strong> gestolpert \u2013 zwei Tasten waren abgebrochen, sonst aber komplett: Netzteil, Staubschutzhaube f\u00fcr die Tastatur, alles dabei. Preis: 5 Euro. Da musste ich nat\u00fcrlich zuschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Inspektion verriet, dass das Ger\u00e4t im Originalzustand war. Auf der Unterseite konnte ich als Produktionsdatum <strong>11\/1985<\/strong> entziffern. Das Geh\u00e4use des 260ST ist etwas flacher als das des sp\u00e4teren 1040ST \u2013 im 260er steckt n\u00e4mlich noch kein internes Diskettenlaufwerk. Mit einem externen Laufwerk angeschlossen, startete der Rechner ohne Murren. <em>Sysinfo<\/em> meldete <strong>TOS 1.00<\/strong> und satte <strong>1 MB RAM<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die Sache mit dem Namen<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Modellbezeichnungen der fr\u00fchen ST-Serie sorgen bis heute f\u00fcr Verwirrung. Ein kurzer \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>130 ST:<\/strong> erste angek\u00fcndigte Variante mit 128 KB RAM. Wurde im April 1985 ersatzlos aus dem Programm gestrichen \u2013 mit so wenig Speicher und TOS im RAM war einfach nichts anzufangen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>260 ST:<\/strong> urspr\u00fcnglich als g\u00fcnstige Variante mit <strong>256 KB RAM<\/strong> geplant. Wegen rapide fallender Speicherpreise wanderten dann aber doch <strong>512 KB<\/strong> ins Ger\u00e4t \u2013 die Bezeichnung blieb trotzdem.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>520 ST:<\/strong> technisch praktisch identisch mit dem 260 ST. Der entscheidende Unterschied lag nicht im Speicher, sondern im <strong>Operating System<\/strong>: Der 520er hatte TOS fest in ROM-Bausteinen, der 260er nicht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer also einen 260 ST bekam, musste TOS in der Regel von Diskette nachladen \u2013 und verlor dadurch rund 192 KB Arbeitsspeicher. Die ROM-Bausteine lie\u00dfen sich f\u00fcr etwa 98 DM nachr\u00fcsten, denn die Sockel auf der Platine waren bereits vorhanden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Atari-260ST-rechte-Seite.jpg\" alt=\"Atari 260ST - rechte Seite\" class=\"wp-image-6076\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Atari-260ST-rechte-Seite.jpg 500w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Atari-260ST-rechte-Seite-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari 260ST &#8211; rechte Seite<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Blick auf die Platine<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Blick ins Innere ist aufschlussreich. Auf der Hauptplatine prangt die Atari-Typenbezeichnung <strong>C070243 Rev. C<\/strong> \u2013 das Standard-Layout f\u00fcr 260 ST, 520 ST und 520 ST+. In der Mitte thront der <strong>Motorola MC68000<\/strong> mit 8 MHz, flankiert von den typischen Atari-Customchips Shifter, MMU und GLUE. Den Sound liefert der bew\u00e4hrte <strong>Yamaha YM2149<\/strong>, den man auch aus dem MSX und vielen anderen Heimcomputern dieser \u00c4ra kennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Links am Rand sitzen die sechs <strong>TOS-Bausteine mit den Atari-Teilenummern C026302 bis C026307<\/strong> \u2013 die kompletten 192 KB von TOS 1.00 in ROM-Form. Bei genauerem Hinsehen f\u00e4llt am rechten Platinenrand auch eine <strong>Speichererweiterung auf 1 MB<\/strong> auf, vermutlich nach der bew\u00e4hrten <strong>\u201eHuckepack&#8221;-Methode<\/strong>: zus\u00e4tzliche Bausteine auf die regul\u00e4ren RAM-Chips aufgel\u00f6tet, einzelne Pins frei nach oben verdrahtet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-260ST-Platine-1024x768.webp\" alt=\"Atari 260ST Platine\" class=\"wp-image-41920\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-260ST-Platine-1024x768.webp 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-260ST-Platine-300x225.webp 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-260ST-Platine-16x12.webp 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-260ST-Platine.webp 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari 260ST Platine<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die wahrscheinliche Geschichte<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wahrscheinlich ist genau das die Geschichte dieses Ger\u00e4ts: ein <strong>260 ST, der urspr\u00fcnglich nur mit 512 KB RAM und den beiden Boot-ROMs ausgeliefert wurde<\/strong> \u2013 und der dann sp\u00e4ter beim H\u00e4ndler den klassischen Atari-Upgrade-Pfad durchlaufen hat. Die TOS-ROMs gab es bei Atari f\u00fcr rund 98 DM zum Nachr\u00fcsten, die Speichererweiterung auf 1 MB nach der Huckepack-Methode war ebenfalls offiziell sanktioniert und wurde von H\u00e4ndlern genauso ausgef\u00fchrt, wie Atari es beim 520 ST+ ab Werk tat. Im Ergebnis war ein voll aufger\u00fcsteter 260 ST technisch nicht mehr von einem 520 ST+ zu unterscheiden. F\u00fcr den damaligen K\u00e4ufer eine lohnende Sache \u2013 und f\u00fcr mich heute ein sch\u00f6nes St\u00fcck gelebter Aufr\u00fcstungsgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Lieferumfang damals<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgeliefert wurde der 260 ST normalerweise mit dem einseitigen <strong>3,5&#8243;-Diskettenlaufwerk SF354<\/strong> \u2013 360 KB Kapazit\u00e4t pro Diskette. Erst beim 1040 ST und beim Mega ST wanderte das Laufwerk dann ins Geh\u00e4use.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbrigens kein Zufall, dass die erste ST-Generation mit externem Netzteil und externer Floppy daherkam: In den USA waren Einzelger\u00e4te einfacher zuzulassen als integrierte Maschinen. Laut Atari sparte das ganze sechs Monate \u2013 genau der Vorsprung, der den <strong>\u201eJackintosh&#8221;<\/strong> ein halbes Jahr vor dem Commodore Amiga auf den Markt brachte.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Conclusion<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnf Euro, ein St\u00fcck Computergeschichte und eine eigene kleine Anekdote zur Modellpolitik der Tramiel-\u00c4ra. Was will man mehr? Jetzt hei\u00dft es: Programme und Spiele testen und schauen, was der kleine ST so kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Atari 260ST \u2013 ein verwirrender Gl\u00fccksfund Manche Funde fallen einem einfach in den Scho\u00df. 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