{"id":27549,"date":"2026-10-30T20:00:00","date_gmt":"2026-10-30T19:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jungsi.de\/?p=27549"},"modified":"2026-10-30T18:42:24","modified_gmt":"2026-10-30T17:42:24","slug":"atari-falcon-030","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/atari-falcon-030\/","title":{"rendered":"Atari Falcon 030"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">1991 war der Atari ST in seinen verschiedenen Versionen schon lange auf dem Markt. Leider konnte der Rechner in einigen Bereichen dem Konkurrenten Commodore Amiga nicht das Wasser reichen und somit wurde an einem Nachfolger gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird vermutet, dass es zwei Teams bei Atari gab, die dieses Ger\u00e4t entwickeln sollten. Da war zum einen Atari Texas \u2013 Motorola 68040 CPU, FastRAM (wie im TT), VME Bus usw. Auf der anderen Seite gab es Atari Israel, die am \u201eSparrow&#8220; arbeiteten. Der Sparrow war urspr\u00fcnglich ein Entwicklungs-Board, das in den Slot des Motorola 68000 eines Atari 1040 STE eingesetzt wurde. Daraus wurde dann ein eigenst\u00e4ndiger Prototyp entwickelt, mit dem Namen Atari FX-1 \u2013 diesem fehlte nur noch der True-Color-Modus und ein paar PCM-Sound-Kan\u00e4le. Diese Rechner verwendeten ein modifiziertes TOS des Atari Mega STe, das die neuen Grafik-Modi unterst\u00fctzte. Von diesen Ger\u00e4ten wurden ca. 150 St\u00fcck produziert und an Entwickler ausgeliefert. Die letzten Modelle hatten dann TOS 4.0, der Falcon dann 4.01 sowie 4.04. TOS 4.92 wurde nicht mehr ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sparrow\/FX-1 sollte einen noch besseren Grafikprozessor bieten, der aber mit der meisten Software inkompatibel war. Ein neuer Chip wurde entwickelt, der mehr Kompatibilit\u00e4t mit ST\/E-Software bot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1992 wurde auf der CeBIT der FX-1 vorgestellt und feierte als Falcon 030 (Sparrow) ein halbes Jahr sp\u00e4ter auf der Atari-Messe in D\u00fcsseldorf seine Premiere. Produziert wurde das Ger\u00e4t in Taiwan von Fremdherstellern, da Atari selbst keine eigenen Produktionsst\u00e4tten mehr besa\u00df. Die Markteinf\u00fchrung in Deutschland war im November 1992 \u2013 der empfohlene Verkaufspreis (4 MByte RAM und 65 MB Festplatte) lag bei 2.298 DM.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-linke-Seite-1024x768.jpg\" alt=\"Atari Falcon030 - Anschl\u00fcsse linke Seite\" class=\"wp-image-41927\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-linke-Seite-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-linke-Seite-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-linke-Seite-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-linke-Seite.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari Falcon 030 &#8211; Anschl\u00fcsse auf der linken Seite f\u00fcr Joystick, Cartridge sowie Midi-In und Out<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1993 wurde noch an der Falcon Microbox gearbeitet, von der es auch Prototypen gibt, was aber nur ein leicht verbessertes Grundger\u00e4t war, aber noch weit von den Visionen des amerikanischen Teams entfernt war. Leider wurde der Vertrieb des Falcon bereits im Laufe des Jahres 1994 wieder eingestellt, da sich Atari voll auf die Spielekonsole Jaguar konzentrieren wollte. 1995 erwarb die Hamburger Firma C-Lab eine Lizenz und lie\u00df in Taiwan eigene Versionen (Falcon MK-I usw.) produzieren.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">The technology<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck des Falcon ist der Motorola 68030 mit 16 MHz (1987 auf den Markt gekommen) und ein Digital Signal Processor (DSP) Motorola 56001, was dem Rechner seine Multimedia-F\u00e4higkeiten verleiht. Durch die unterschiedlich verwendeten Bitraten im Ger\u00e4t (16-Bit-Datenbus, 24-Bit-Adressbus) wird der Prozessor ausgebremst und der Arbeitsspeicher auf maximal 14 MB begrenzt. Der DSP leistet bis zu 16 MIPS und sollte haupts\u00e4chlich die Audioausgabe steuern, konnte aber auch bei Fraktalberechnung, 3D-Projektion und JPEG-Dekomprimierung unterst\u00fctzen. Damit kann der Falcon sogar MP3s abspielen, obwohl es dieses Format damals noch nicht gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Grafikchip wurde der VIDEL eingesetzt \u2013 der Nachfolger des ST-Shifters, der zwischen 25 und 50 MHz arbeiten konnte \u2013 im Falcon meist mit 32 MHz. Leider muss sich dieser den Arbeitsspeicher mit dem restlichen System teilen, da kein eigener Grafikspeicher zur Verf\u00fcgung stand. Es war ein 16-Bit-True-Color-Modus mit 65.536 gleichzeitig darstellbaren Farben m\u00f6glich. Der Falcon kann sowohl VGA-Bildschirme als auch die Bildschirme der ST-Reihe verwenden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-hinten-mitte-1024x768.jpg\" alt=\"Atari Falcon030 - Anschl\u00fcsse hinten mitte\" class=\"wp-image-41925\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-hinten-mitte-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-hinten-mitte-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-hinten-mitte-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Anschluesse-hinten-mitte.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari Falcon 030 &#8211; Anschl\u00fcsse f\u00fcr Kopfh\u00f6rer, Mikrofon, SCSI, Monitor, Fernseher und Drucker<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Laufwerk konnten extern SCSI-Ger\u00e4te angeschlossen werden, und im Inneren des Falcon befand sich eine IDE-Schnittstelle f\u00fcr die oft g\u00fcnstigeren, aber nicht so schnellen Festplatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist auch der Einsatz eines Coprozessors vom Typ Motorola 68881 oder 68882 m\u00f6glich, der den Prozessor um den Befehlssatz der Gleitkommaoperationen erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Soundchip wird ein Yamaha YM3439-F eingesetzt, der kompatibel zu den ST-Modellen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Systemeinstellungen sowie Datum und Uhrzeit werden in einem Dallas DS12887 (oder dem kompatiblen ST MK48T87) gespeichert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das integrierte HD-Diskettenlaufwerk bietet eine Kapazit\u00e4t von 1,44 MB pro 3,5&#8243;-Diskette. Oft war in den Falcons auch eine 2,5&#8243;-IDE-Festplatte verbaut (40, 60, 80 oder 120 MB).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Betriebssystem diente TOS 4 (4.01 \/ 4.02 \/ 4.04), das wesentliche Upgrades wie Untermen\u00fcs, farbige Icons, 3D-Look und Pop-ups enth\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Seriennummer<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anhand der Seriennummer kann das Produktionsdatum entschl\u00fcsselt werden. Die Geh\u00e4usenummer meines Falcon lautet <strong>Y 43602 3001180<\/strong> \u2013 interessant dabei sind die zweite und dritte Stelle. Die \u201e3&#8243; steht in dem Fall f\u00fcr 1993 und die \u201e6&#8243; f\u00fcr Juni (06). Ab Oktober wird statt einer Zahl ein Buchstabe verwendet (A = Oktober usw.). \u201eY4&#8243; steht f\u00fcr die Fabrik, in der das Ger\u00e4t produziert wurde (in meinem Fall in Taiwan). Die letzten \u201eoffiziellen&#8220; Ger\u00e4te wurden vermutlich im September 1993 hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-1024x768.jpg\" alt=\"Atari Falcon030 - Seriennummer\" class=\"wp-image-41932\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-16x12.jpg 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari Falcon 030 &#8211; Seriennummer Geh\u00e4use<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hauptplatine des Falcon tr\u00e4gt immer eine andere Seriennummer als das Geh\u00e4use. Bei meinem Ger\u00e4t lautet die Mainboard-Nummer <strong>Y43602 006931<\/strong> \u2013 die ersten Stellen sind identisch zum Geh\u00e4use (gleiche Fabrik, gleicher Monat, gleiches Jahr), die hinteren Stellen unterscheiden sich aber durch eine eigene fortlaufende Nummerierung. Geh\u00e4use und Platine stammen damit nachweislich aus derselben Produktionscharge im Juni 1993.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-Platine-1024x768.webp\" alt=\"Atari Falcon030 - Seriennummer Platine\" class=\"wp-image-41933\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-Platine-1024x768.webp 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-Platine-300x225.webp 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-Platine-16x12.webp 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Seriennummer-Platine.webp 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari Falcon 030 &#8211; Seriennummer Platine<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anzahl, wie viele Atari Falcon hergestellt wurden, ist nicht ganz klar \u2013 es wird aber von ca. 13.000 verkauften Ger\u00e4ten ausgegangen und 3.000 bis 4.000 St\u00fcck, die auf Lager waren, als Atari in Konkurs ging. Nach den letzten Informationen wurden von Atari selbst 22.000 St\u00fcck produziert (von C-Lab sollen ca. 1.600 produziert worden sein). Die Firma C-Lab hat aber 1994 anscheinend nochmal komplette Falcons bestellt und angeblich im August 1995 erhalten. Die St\u00fcckzahl ist aber unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Mein Falcon im Einsatz<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Falcon wurde mit 4 MB Arbeitsspeicher ausgeliefert und sp\u00e4ter auf 14 MB erweitert. Als ich ihn vor vielen Jahren erstanden habe, war eine interne IDE-Festplatte verbaut und extern eine SCSI-Festplatte, ein SCSI-CDROM sowie ein passendes IOMEGA ZIP-Laufwerk.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe das Ger\u00e4t gerne genutzt, um seine Multimedia-F\u00e4higkeiten vorzuf\u00fchren. Ein beliebter Demo-Trick: MP3-Dateien vom externen SCSI-CD-Laufwerk mit <strong>FalcAmp<\/strong> abspielen \u2013 und parallel dazu ganz normal weiterarbeiten. Dass ein Rechner aus dem Jahr 1992 das \u00fcberhaupt schafft, lag nat\u00fcrlich am DSP, der die Dekodierung \u00fcbernahm und die CPU daf\u00fcr weitgehend freihielt. F\u00fcr die damalige Zeit war das beeindruckend, schlie\u00dflich gab es das MP3-Format bei Erscheinen des Falcon noch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Laufe der Zeit habe ich das Ger\u00e4t auch hardwareseitig etwas umgebaut: Die interne 2,5&#8243;-IDE-Festplatte habe ich durch eine <strong>4-GB-CF-Karte<\/strong> ersetzt \u2013 leise, schnell und ohne mechanischen Verschlei\u00df. Als Festplattentreiber kam wie bei meinen anderen Atari-Rechnern <strong>HDDriver<\/strong> zum Einsatz, der die Karte sauber partitioniert und verwaltet. Au\u00dferdem habe ich einen <strong>mathematischen Coprozessor<\/strong> (Motorola MC68882FN20A, 20-MHz-Variante) nachger\u00fcstet, der die CPU bei Gleitkommaoperationen entlastet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"410\" height=\"307\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Falcon-komplett.jpg\" alt=\"Atari Falcon 030 im Einsatz\" class=\"wp-image-1427\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Falcon-komplett.jpg 410w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Falcon-komplett-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Atari Falcon 030 im Einsatz &#8211; altes Foto<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Ein Blick ins Innere<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach all den Jahren wurde es Zeit, dem Falcon einmal unter die Haube zu schauen. Das Geh\u00e4use ist mit wenigen Schrauben ge\u00f6ffnet, danach kommt eine erstaunlich aufger\u00e4umte Platine zum Vorschein, auf der sich die wichtigsten Bausteine identifizieren lassen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>CPU<\/strong>: Motorola 68030 (Atari-Label SC414230FE16) mit 16 MHz<\/li>\n\n\n\n<li><strong>FPU<\/strong>: Motorola MC68882FN20A in einem PLCC-Sockel \u2013 die 20-MHz-Variante, von mir nachger\u00fcstet<\/li>\n\n\n\n<li><strong>DSP<\/strong>: Motorola DSP56001 (in der Atari-Variante SSP4240220FJ33) mit 32-MHz-Quarz, intern auf 16 MHz halbiert<\/li>\n\n\n\n<li><strong>VIDEL<\/strong>: Atari-Custom-Chip C302829-001, hergestellt von LSI Logic, mit 25,175-MHz-Pixeltakt<\/li>\n\n\n\n<li><strong>COMBEL<\/strong>: Atari C302995-001, ein 208-poliger Custom-Chip, der die Funktionen von GLUE, MMU und weiteren Logik-ICs zusammenfasst<\/li>\n\n\n\n<li><strong>SDMA<\/strong>: Atari C302996-001, der Sound-DMA-Controller, der Datenstr\u00f6me zwischen DSP, Audio-Codec, Festplatte und Floppy koordiniert<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Audio-Codec<\/strong>: Crystal Semiconductor CS4216 \u2013 ein 16-Bit-Stereo-ADC\/DAC f\u00fcr die analogen Audio-Ein- und Ausg\u00e4nge<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sound chip<\/strong>: Yamaha YM3439-F, die CMOS-Variante des klassischen YM2149, f\u00fcr ST-Kompatibilit\u00e4t<\/li>\n\n\n\n<li><strong>MFP<\/strong>: Motorola MC68901FN f\u00fcr serielle Schnittstelle, Timer und Interrupts<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zwei ACIAs<\/strong>: ST EF68B50P, einer f\u00fcr MIDI, einer f\u00fcr die Tastatur-Kommunikation<\/li>\n\n\n\n<li><strong>SCC<\/strong>: AMD AM85C30 f\u00fcr LAN und Modem-Schnittstelle<\/li>\n\n\n\n<li><strong>SCSI-Controller<\/strong>: LSI 53C80 f\u00fcr die externe SCSI-Schnittstelle<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Floppy-Controller<\/strong>: Atari \u201eAJAX&#8220; C302096-001A in DIP-Bauweise, eine Custom-Version des klassischen WD1772<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Video-DAC<\/strong>: ST STV8438CV f\u00fcr die RGB-Ausgabe<\/li>\n\n\n\n<li><strong>PAL-Encoder<\/strong>: Motorola MC1377P f\u00fcr den TV-\/Composite-Ausgang<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bus-Emulation<\/strong>: Vier GAL16V8-Bausteine (C302830 bis C302834), die zwischen dem 32-Bit-Bus des 68030 und dem 16-Bit-Bus des restlichen Systems vermitteln \u2013 einer der Hauptgr\u00fcnde, warum die CPU im Falcon nicht ihr volles Potenzial ausspielen kann<\/li>\n\n\n\n<li><strong>RTC<\/strong>: ST MK48T87B-24 Timekeeper, eine zum Dallas DS1287 kompatible Echtzeituhr mit integriertem NVRAM und Lithium-Batterie<\/li>\n\n\n\n<li><strong>TOS-ROM<\/strong>: 44-poliges PLCC mit <strong>TOS 4.04<\/strong>, versteckt unter dem RAM-Modul<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-slideshow aligncenter\" data-effect=\"slide\" style=\"--aspect-ratio:calc(720 \/ 540)\"><div class=\"wp-block-jetpack-slideshow_container swiper\"><ul class=\"wp-block-jetpack-slideshow_swiper-wrapper swiper-wrapper\"><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" alt=\"Atari Falcon 030 - offen\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-41934\" data-id=\"41934\" data-aspect-ratio=\"720 \/ 540\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-offen-1024x768.webp\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-offen-1024x768.webp 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-offen-300x225.webp 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-offen-16x12.webp 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-offen.webp 1400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-block-jetpack-slideshow_caption gallery-caption\">Atari Falcon 030 &#8211; offen<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" alt=\"Atari Falcon030 - Platine links\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-41928\" data-id=\"41928\" data-aspect-ratio=\"720 \/ 960\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-links-768x1024.webp\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-links-768x1024.webp 768w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-links-225x300.webp 225w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-links-9x12.webp 9w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-links.webp 1050w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-block-jetpack-slideshow_caption gallery-caption\">Die linke H\u00e4lfte der Hauptplatine mit dem 68030-Prozessor (unten Mitte, im Atari-Label SC414230FE16), dem COMBEL-Chip (unten rechts) sowie dem nachger\u00fcsteten Coprozessor MC68882FN20A im goldenen PLCC-Sockel. Oben rechts ist der Yamaha YM3439-F als Soundchip zu sehen.<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" alt=\"Atari Falcon030 - Platine mitte\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-41929\" data-id=\"41929\" data-aspect-ratio=\"720 \/ 960\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-mitte-768x1024.webp\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-mitte-768x1024.webp 768w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-mitte-225x300.webp 225w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-mitte-9x12.webp 9w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-mitte.webp 1050w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-block-jetpack-slideshow_caption gallery-caption\">In der Mitte der Platine sitzt der VIDEL-Grafikchip (C302829-001), gefertigt von LSI Logic in Hongkong. Rechts daneben der Video-DAC STV8438CV von ST, oben der HF-Modulator f\u00fcr den TV-Ausgang und der PAL-Encoder MC1377P. Der Quarz darunter liefert den Pixeltakt von 25,175 MHz.<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" alt=\"Atari Falcon030 - Platine rechts\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-41930\" data-id=\"41930\" data-aspect-ratio=\"720 \/ 540\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-rechts-1024x768.webp\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-rechts-1024x768.webp 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-rechts-300x225.webp 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-rechts-16x12.webp 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-Platine-rechts.webp 1400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-block-jetpack-slideshow_caption gallery-caption\">Die rechte Platinenh\u00e4lfte mit dem DSP56001 (Motorola-Variante SSP4240220FJ33), dem 16-Bit-Stereo-Audio-Codec CS4216 von Crystal Semiconductor und dem SCSI-Controller LSI 53C80 (oben links). Der gro\u00dfe QFP-Chip in der Mitte ist der SDMA-Controller (C302996-001), der die Datenstr\u00f6me zwischen DSP, Audio und Massenspeicher koordiniert. Der gesockelte DIP-Chip oben links ist der AJAX-Floppy-Controller.<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"wp-block-jetpack-slideshow_slide swiper-slide\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" alt=\"Atari Falcon030 - RTC\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_image wp-image-41931\" data-id=\"41931\" data-aspect-ratio=\"720 \/ 540\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-RTC-1024x768.webp\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-RTC-1024x768.webp 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-RTC-300x225.webp 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-RTC-16x12.webp 16w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Atari-Falcon030-RTC.webp 1400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-block-jetpack-slideshow_caption gallery-caption\">Unter der Metallabschirmung kommen die Echtzeituhr ST MK48T87B (Dallas-kompatibel, mit eingebauter Batterie) und vier GAL16V8-Bausteine zum Vorschein, die zwischen dem 32-Bit-Bus des 68030 und dem 16-Bit-Bus des restlichen Systems vermitteln \u2013 einer der technischen Gr\u00fcnde, warum der Falcon das volle Potenzial seiner CPU nicht aussch\u00f6pfen kann.<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><a class=\"wp-block-jetpack-slideshow_button-prev swiper-button-prev swiper-button-white\" role=\"button\"><\/a><a class=\"wp-block-jetpack-slideshow_button-next swiper-button-next swiper-button-white\" role=\"button\"><\/a><a aria-label=\"Pause Slideshow\" class=\"wp-block-jetpack-slideshow_button-pause\" role=\"button\"><\/a><div class=\"wp-block-jetpack-slideshow_pagination swiper-pagination swiper-pagination-white\"><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders charmant: Auf vielen Bauteilen prangt zwar das Logo des eigentlichen Herstellers (Motorola, LSI Logic, ST), dar\u00fcber aber das Atari-Logo mit Copyright-Vermerk und eigener Teilenummer. Atari hat die Custom-Chips also selbst designt oder zumindest lizenziert und unter eigenem Namen fertigen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der RTC ist nach \u00fcber 30 Jahren mit einer leeren Batterie zu rechnen \u2013 das macht sich durch verlorengehende Datums- und BIOS-Einstellungen bemerkbar. Hier helfen entweder ein neuer kompatibler Chip oder eine der in der Atari-Szene verbreiteten Modifikationen mit externer Knopfzelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich die Datecodes der einzelnen Chips ansieht, findet Bauteile aus dem Zeitraum zwischen Fr\u00fchjahr 1992 und Fr\u00fchjahr 1993 \u2013 was zur Geh\u00e4use-Seriennummer vom Juni 1993 stimmig passt. Atari hat dabei offensichtlich Bauteile aus verschiedenen Produktionschargen gemischt verbaut, was bei Auftragsfertigung in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung v\u00f6llig normal ist.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1991 war der Atari ST in seinen verschiedenen Versionen schon lange auf dem Markt. 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