{"id":24094,"date":"2021-02-27T20:00:29","date_gmt":"2021-02-27T19:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jungsi.de\/?p=24094"},"modified":"2026-06-03T13:23:49","modified_gmt":"2026-06-03T11:23:49","slug":"amiga-cd%c2%b3%c2%b2-commodore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/amiga-cd%c2%b3%c2%b2-commodore\/","title":{"rendered":"Amiga CD\u00b3\u00b2 [Commodore]"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Spielkonsole von Commodore? Das Commodore Amiga CD\u00b3\u00b2 ist in meine Retro-Ecke eingezogen. Dieses Ger\u00e4t war nicht der erste Versuch von Commodore in den Konsolenmarkt einzusteigen \u2013 z. B. kam 1990 das C64 Game System auf den Markt und 1991 das CDTV.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Basis f\u00fcr das CD\u00b3\u00b2 lieferte der Amiga 1200, der 1992 ver\u00f6ffentlicht und mit dem neuen AGA-Chipsatz (Advanced Graphics Architecture) ausgestattet wurde. 1992 war ein Jahr, in dem viel falsch lief f\u00fcr die Firma aus USA \u2013 die Spezifikationen des A1200 wurden zu fr\u00fch ver\u00f6ffentlicht und Commodore konnte das Ger\u00e4t nicht p\u00fcnktlich zum Weihnachtsgesch\u00e4ft ausliefern. W\u00e4hrenddessen wurden noch viele Amiga 600 produziert oder waren auf Lager. Da aber am Horizont schon der neue, bessere Rechner in Sicht war, blieb Commodore auf einem riesigen Berg A600 (und A500) sitzen, womit auch viel Geld fehlte. Zudem kostete der Amiga 600 viel Geld \u2013 er sollte eigentlich eine g\u00fcnstige Version des A500 werden, wurde aber wegen seiner Bauweise sogar teurer als der A500. Commodore arbeitete nach dem Prinzip etwas herzustellen, zu verkaufen und mit den Erl\u00f6sen die \u201eRohstoffe&#8221;, die sie eingesetzt hatten, zu bezahlen. Das r\u00e4chte sich nun\u2026<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Hintergrund wollte ich vorher erkl\u00e4ren, um das weitere Geschehen besser verstehen zu k\u00f6nnen. Seit 1992 arbeitete Commodore am \u201eCD Game System&#8221; (interner Fr\u00fchcodename: Amigo, sp\u00e4ter offiziell \u201eSpellbound&#8221;) und im Januar 1993 wurde das Design des Gatearray-Chips mit dem Namen \u201eAkiko&#8221; daf\u00fcr fertiggestellt. Dieser konvertierte Bitplane-Grafiken hardwareseitig in das sogenannte \u201eChunky-Pixel&#8221;-Format und vereinfachte damit die Portierung von PC-Spielen mit bis zu 24-Bit-Grafiken auf das neue Ger\u00e4t erheblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Februar 1993 n\u00e4herte sich die Entwicklung dem Ende. Da das Ger\u00e4t dringend hochwertige Spiele ben\u00f6tigte, wurden 15 Prototypen f\u00fcr Spielentwickler hergestellt. Da die Geh\u00e4use noch nicht fertig waren, wurden die Platinen kurzerhand auf Holzplatten geschraubt \ud83d\ude09 Vor der Auslieferung an die Entwickler wurde der Name endg\u00fcltig in CD\u00b3\u00b2 ge\u00e4ndert. Damit war alles gesagt: ein CD-basiertes System mit einem 32-Bit-Prozessor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Oktober 1992 begann auch die Entwicklung des Controllers f\u00fcr das Game System. Das Design lehnte sich an SNES\/Super-Famicom-Controller an. Aus heutiger Sicht ist die gequetschte Form eines \u201eU&#8221; aus ergonomischer Sicht fragw\u00fcrdig. Trotzdem liegt das Joypad recht gut in der Hand. Der rote Knopf wurde etwas gr\u00f6\u00dfer gestaltet und wird damit zum Hauptknopf. Leider ist die Verarbeitung mangelhaft und das Steuerkreuz besteht aus einer flachen Scheibe mit vier Noppen. Bei sp\u00e4teren Versionen wurde auf die Steuerscheibe einfach noch ein Steuerkreuz aufgeklebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Geh\u00e4use des CD\u00b3\u00b2 wurde von Don Kaminsky, der auch f\u00fcr das Design von A600 und A1200 verantwortlich war, entworfen. Als Ausgangspunkt diente das \u201eTop-Loading&#8221; CD-Laufwerk, das aussieht wie bei billigen CD-Spielern ohne Schubladen f\u00fcr die CDs. Immerhin war es ein Double-Speed-Laufwerk!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-logo-1024x768.jpg\" alt=\"Commodore Amiga CD32 - Logo\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Commodore Amiga CD\u00b3\u00b2 \u2013 Logo<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zum Ger\u00e4t selbst wurde eine extra zu erwerbende MPEG-Video-Decoder-Karte entwickelt, die es dem CD\u00b3\u00b2 erm\u00f6glichte, digitale Videos von CD abzuspielen (VCD \u2013 Video CD Format). Au\u00dferdem konnten die Video-CDs des CD-i verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juni 1993 sollte auf der CES in Chicago das CD\u00b3\u00b2 vorgestellt werden, aber Commodore fehlte das Geld f\u00fcr einen gro\u00dfen Stand. Nur auf dem Stand von NewTek, dem Entwickler der Software LightWave 3D, die auf Commodore-Rechnern lief, war etwas vom Amiga zu sehen. Mit dieser Software wurden Szenen f\u00fcr <em>Babylon 5<\/em>, <em>seaQuest DSV<\/em> and <em>Jurassic Park<\/em> erstellt. Ebenfalls auf der CES wurde Commodores gro\u00dfer Konkurrent vorgestellt \u2013 das 3DO. Das Ger\u00e4t kam auf der Ausstellung sehr gut an und es wurden auch erfolgreich Commodore-Entwickler abgeworben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Produktion des CD\u00b3\u00b2 wurde in Asien im August 1993 gestartet, damit zum Weihnachtsgesch\u00e4ft gen\u00fcgend Ger\u00e4te zur Verf\u00fcgung standen. Dann begannen die Probleme gr\u00f6\u00dfer zu werden, da Commodore zu vielen Firmen zu viel Geld schuldete und diese nur noch lieferten, wenn bar bezahlt wurde. Dazu kamen Engp\u00e4sse bei den CD-Laufwerken, die nicht einfach Ger\u00e4te von der Stange waren, sondern der CD-ROM-Mechanismus spezifisch war. Das Geld reichte nur f\u00fcr Teile, mit denen 100.000 Ger\u00e4te produziert werden konnten. Dann wurde Commodore auch noch von einem Gerichtsverfahren mit CADtrak eingeholt, die mehrere Computerhersteller wegen Verletzung ihres XOR-Patents zur Manipulation von Bitmap-Grafiken verklagt hatten. Da Commodore die geforderten Lizenzgeb\u00fchren (rund 10 Mio. US-Dollar) nicht zahlte, verh\u00e4ngte ein US-Gericht einen Importstopp f\u00fcr die in Asien hergestellten CD\u00b3\u00b2-Ger\u00e4te in die USA.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa wurde die Konsole am 16. Juli 1993 im Londoner Science Museum offiziell vorgestellt. Der eigentliche Verkaufsstart folgte im September 1993 \u2013 damit war das CD\u00b3\u00b2 die erste 32-Bit-Standalone-CD-Konsole in Europa. Der gro\u00dfe Konkurrent in Europa war Sega mit dem Mega Drive, das aber nur 16-Bit bot und mit dem Mega CD nur ein Add-on zur bestehenden Konsole bieten konnte. Das CD\u00b3\u00b2 kostete zu Beginn 299 Pfund (ca. 750 DM).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da das CD\u00b3\u00b2 schnell auf den Markt musste, fehlte die Software, die das Ger\u00e4t ausreizen konnte. Somit mussten zahlreiche Titel des Amiga 1200 portiert werden. Daher standen 1993 nur 26 der versprochenen 70 Spiele zur Verf\u00fcgung. Insgesamt gab es bis 1995 etwa 140 kommerzielle Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis Ende 1993 verkaufte Commodore weltweit nur 166.000 CD\u00b3\u00b2 (25.000 in Deutschland), wobei 400.000 n\u00f6tig gewesen w\u00e4ren, damit Commodore h\u00e4tte \u00fcberleben k\u00f6nnen. Schuld daran war nicht die geringe Nachfrage, sondern die eingeschr\u00e4nkte Produktion aufgrund fehlender finanzieller Mittel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im April 1994 meldete Commodore International den Bankrott an und beendete das CD\u00b3\u00b2 nach nur acht Monaten auf dem Markt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Joystick-und-Tastauranschluss-1024x768.jpg\" alt=\"Commodore Amiga CD32 - Joystick und Tastaturanschluss\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Commodore Amiga CD\u00b3\u00b2 \u2013 Joystick und Tastaturanschluss<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Technical data<\/strong> <br>\u2013 CPU: Motorola 68EC020 @ 14,18 MHz (PAL) \/ 14,32 MHz (NTSC) <br>\u2013 RAM: 2 MB Chip-RAM <br>\u2013 Speicher f\u00fcr Spielst\u00e4nde: 1 KB EEPROM <br>\u2013 Grafik: AGA-Chipsatz mit Akiko (Chunky-to-Planar-Konverter) <br>\u2013 CD-Laufwerk: Double-Speed (2\u00d7) <br>\u2013 Betriebssystem: AmigaOS 3.1 \/ Kickstart 3.1<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anschl\u00fcsse<\/strong> <br>\u2013 HF-Ausgang (Antennenanschluss) <br>\u2013 Composite Video (Cinch) <br>\u2013 S-Video <br>\u2013 Stereo-Audio (2\u00d7 Cinch) <br>\u2013 Kopfh\u00f6rerausgang mit Lautst\u00e4rkeregler (Frontseite) <br>\u2013 zwei neunpolige Joypad-Anschl\u00fcsse <br>\u2013 Amiga-kompatibel (z. B. Maus oder Joystick) <br>\u2013 Erweiterungs-Anschluss (z. B. f\u00fcr FMV-Modul und die Erweiterungskarten) <br>\u2013 Auxiliary-Anschluss: f\u00fcr Amiga-2000\/4000-Tastatur <br>\u2013 CD-Bedientasten an der Front (Play\/Stop\/Skip) machen das CD\u00b3\u00b2 auch als reinen Audio-CD-Spieler nutzbar<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Anschl%C3%BCsse-R%C3%BCckseite-1024x768.jpg\" alt=\"Commodore Amiga CD32 - Anschl\u00fcsse R\u00fcckseite\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Commodore Amiga CD\u00b3\u00b2 \u2013 Anschl\u00fcsse R\u00fcckseite<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tipps<\/strong> <br>\u2013 ganz wichtig ist der Austausch der alten Elkos gegen moderne Kerkos, die wie auch beim Amiga 1200 leicht zum Auslaufen neigen. Dabei k\u00f6nnen auch gleich zum Teil verpolt eingebaute Kondensatoren getauscht werden. <br>\u2013 beim Kauf darauf achten, dass die Abdeckung des Erweiterungsslots auf der R\u00fcckseite vorhanden ist <br>\u2013 die Scharniere des CD-Laufwerks sind empfindlich \u2013 das Laufwerk funktioniert aber weiter <br>\u2013 f\u00fcr die Lasereinheit gibt es Ersatz <br>\u2013 damit das Ger\u00e4t heute richtig ausgereizt werden kann, lohnt sich eine Erweiterung wie die <a href=\"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/terriblefire-328-330-kipper-2k-riser-amiga-cd%c2%b3%c2%b2\/\">TerribleFire 328\/330<\/a> oder die Wicher CD32. Beide erweitern den Speicher um zus\u00e4tzliches FastRAM und f\u00fcgen einen IDE-Port hinzu \u2013 zusammen mit Maus und Tastatur wird daraus praktisch ein vollwertiger Amiga 1200 mit CD-Laufwerk. <br>\u2013 das D-pad des Controllers ist sehr empfindlich und kann leicht defekt sein <br>\u2013 als Alternative zum Original-Controller gibt es das HoneyBee bzw. Competition Pro Pad \u2013 abgesehen vom Namen sind beide gleich (siehe eigener Abschnitt weiter unten) <br>\u2013 Netzteile: kleines\/gro\u00dfes Netzteil \u2013 das gro\u00dfe kann ge\u00f6ffnet und damit repariert werden <br>\u2013 verschiedene Geh\u00e4use: wei\u00dfer Commodore-Schriftzug und Erh\u00f6hung hinter der CD-Klappe \u2013 ist bei dem anderen nicht \u2013 welches ist egal <br>\u2013 Neustart des CD\u00b3\u00b2 und beide Maustasten dr\u00fccken (Maus in Port 2): Early Boot Men\u00fc <br>\u2013 CD\u00b3\u00b2-Startbildschirm \u2192 rechte Maustaste \u2192 Men\u00fc f\u00fcr Sprachen <br>\u2013 CD\u00b3\u00b2-Startbildschirm \u2192 linke Maustaste \u2192 Speichermen\u00fc \u2013 wenn kein Speicherplatz frei ist, wird der \u00e4lteste Spielstand \u00fcberschrieben. Im Men\u00fc k\u00f6nnen Speicherst\u00e4nde vor \u00dcberschreiben gesch\u00fctzt werden. Leider stand nur 1 KB(!) zur Verf\u00fcgung, der oft schon mit nur einem Speicherstand ausgef\u00fcllt war. \u2013 ein guter Funktionstest f\u00fcr das CD\u00b3\u00b2 sind die CDs \u201e200&#8243; bzw. \u201e444&#8243;, die im Netz zu finden sind. L\u00e4uft bei der ersten CD der Sound und laufen die Demos fl\u00fcssig und l\u00e4sst sich ohne Verz\u00f6gerung durch das Men\u00fc navigieren, ist das Ger\u00e4t in gutem Zustand. <br>\u2013 es kann auch der Mega-Drive- oder Master-System-Controller verwendet werden (einige Kn\u00f6pfe funktionieren aber nicht) <br>\u2013 das Joypad kann auch an den normalen Amigas verwendet werden <br>\u2013 wird die Maus verwendet, sollte diese an Port 2 angeschlossen werden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das CD\u00b3\u00b2 wurde ein spezielles Kickstart (3.1) erstellt, das ein automatisches Booten der CD erm\u00f6glicht. Wird die Konsole ohne eingelegte CD gestartet, so wird ein farbenfroh animierter Begr\u00fc\u00dfungsbildschirm angezeigt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Controller-Tasten-2-1024x768.jpg\" alt=\"Commodore Amiga CD32 - Controller Tasten 2\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Commodore Amiga CD\u00b3\u00b2 \u2013 Controller<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bekannte Erweiterungen<\/strong> <br>\u2013 Paravision SX1: wandelt das CD32 in einen Amiga 1200 um \u2013 u. a. IDE-Anschluss, Diskettenanschluss und Steckplatz f\u00fcr Speicher <br>\u2013 DCE SX32 MK1\/Mk2: wie oben <br>\u2013 <a href=\"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/terriblefire-328-330-kipper-2k-riser-amiga-cd%c2%b3%c2%b2\/\">TerribleFire 328\/330<\/a> <br>\u2013 Wicher CD32 <br>\u2013 Indivision ECS <br>\u2013 Competition Pro\/HoneyBee <br>\u2013 Alternativen zum Original-Controller<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Competition Pro CD32 \u2013 das bessere Pad<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer l\u00e4nger mit dem CD\u00b3\u00b2 spielen m\u00f6chte, wird um eine Alternative zum Original-Pad kaum herumkommen \u2013 das wabbelige D-Pad und die m\u00e4\u00dfige Verarbeitung sind einfach Spa\u00dfbremsen. Eine sehr brauchbare Alternative ist das Competition Pro CD32 (auch baugleich als HoneyBee erh\u00e4ltlich \u2013 nur das Logo unterscheidet sich).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pad orientiert sich klar am Mega-Drive-Controller: klassische geschwungene Form, vern\u00fcnftiges Steuerkreuz mit echtem Druckpunkt, und die vier farbigen Aktionstasten (rot, gelb, gr\u00fcn, blau) sind diesmal in der typischen Diamond-Anordnung statt im flachen Quadrat platziert. Damit liegt es deutlich besser in der Hand als das CD\u00b3\u00b2-Original.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Mehrwert sind aber die Zusatzfunktionen: F\u00fcr jede der vier Aktionstasten gibt es einen eigenen Mini-Schiebeschalter, mit dem sich Turbo\/Autofire individuell zu- oder abschalten l\u00e4sst. Ein zentraler Dreistufenschalter OFF\/TURBO\/AUTO legt den globalen Modus fest, und ein SLOW-Schalter erlaubt verlangsamtes Spiel \u2013 fr\u00fcher die typische Mogelhilfe f\u00fcr schwierige Passagen. Auch die CD-Steuertasten (Play\/Rewind\/Forward) sind vorhanden, sodass das Pad auch im Audio-CD-Betrieb funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer also viel mit dem CD\u00b3\u00b2 spielt oder das Pad auch an einem anderen Amiga (alle 9-Pin-Modelle vom A500 bis A4000) verwenden m\u00f6chte, sollte beim Originalpad nicht h\u00e4ngenbleiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Competition-Pro-CD32-Oberseite-schraeg-1024x768.jpg\" alt=\"Competition Pro CD32\" class=\"wp-image-27825\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Competition-Pro-CD32-Oberseite-schraeg-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Competition-Pro-CD32-Oberseite-schraeg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Competition-Pro-CD32-Oberseite-schraeg.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Competition Pro CD\u00b3\u00b2 \u2013 die deutlich ergonomischere Alternative zum Originalpad, mit Turbofeuer pro Taste und SLOW-Modus<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Typenschild und Seriennummer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Unterseite befindet sich gleich eine ganze Sammlung an Aufklebern, die einiges \u00fcber das Ger\u00e4t verraten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Haupt-Typenschild tr\u00e4gt das Commodore-Logo und nennt die Modellbezeichnung \u201eAMIGA CD&#8221; sowie die ID No. 513515, die f\u00fcr die Modellvariante steht. Daneben die Stromversorgung (5 V DC \/ 2,2 A und 12 V DC \/ 500 mA), die Herstellungsangabe \u201eMade in the Philippines&#8221; und die deutsche Funkentst\u00f6rungs-Kennung DBP-VFG 1046\/1984. Erg\u00e4nzt wird das durch das GS-Zeichen f\u00fcr \u201eGepr\u00fcfte Sicherheit&#8221; und das gelbe \u201eClass 1 Laser Product&#8221;-Warnschild, das auf das CD-Laufwerk hinweist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zus\u00e4tzliches Etikett dokumentiert die Produktion: \u201eManufactured January 1994&#8243;. Damit lief mein Ger\u00e4t nur etwa drei Monate vor dem Bankrott von Commodore International im April 1994 vom Band \u2013 eines der vielen CD\u00b3\u00b2, die in den letzten Atemz\u00fcgen der Firma produziert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Seriennummer 8510294365158001109597 l\u00e4sst sich teilweise entschl\u00fcsseln: \u2013 <strong>851<\/strong> = Werkscode f\u00fcr die Philippinen (passt zur Beschriftung \u201eMade in the Philippines&#8221;) \u2013 <strong>02<\/strong> = Kalenderwoche 2 \u2013 <strong>94<\/strong> = Produktionsjahr 1994 \u2013 die folgenden Ziffern bilden die fortlaufende Chargen- bzw. Seriennummer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ergibt sich als Produktionszeitpunkt die zweite Januarwoche 1994 \u2013 konsistent mit dem \u201eManufactured&#8221;-Aufkleber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oberhalb des Typenschilds findet sich noch ein Barcode-Etikett mit dem Zusatzcode \u201eAL00 GR&#8221;. Das GR d\u00fcrfte die Auslieferungsversion f\u00fcr den deutschen Markt (Germany) kennzeichnen, was zum DBP-Funkentst\u00f6r-Aufdruck passt; AL00 verweist vermutlich auf eine bestimmte Hardware- bzw. Kickstart-Konfiguration der Region.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der kleine wei\u00dfe Aufkleber \u201eKerko\/Elko 05.2015&#8243; ist kein Werksaufdruck, sondern eine eigene Markierung von mir: Im Mai 2015 habe ich die alten Elektrolytkondensatoren gegen Keramik-Kondensatoren getauscht \u2013 die gleiche Vorsorgema\u00dfnahme, die ich oben in den Tipps empfehle. So l\u00e4sst sich sp\u00e4ter jederzeit nachvollziehen, wann der Recap stattgefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Unterseite-1024x768.jpg\" alt=\"Commodore Amiga CD32 - Unterseite\" class=\"wp-image-24321\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Unterseite-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Unterseite-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Commodore-Amiga-CD32-Unterseite.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Typenschild und Aufkleber auf der Unterseite des CD\u00b3\u00b2 \u2013 Produktion Januar 1994 auf den Philippinen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Spiele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider waren viele Spiele lieblose Umsetzungen der Diskettenversionen, doch es gab auch einige Titel, die vor allem neuen Sound und Musik erhielten, da auf den CDs viel Platz war \u2013 z. B. Disposable Hero, Xenon, Fire &amp; Ice. Es gab auch CD\u00b3\u00b2-exklusive Titel, wobei viele andere offizielle Ver\u00f6ffentlichungen Amiga-1200-Spiele waren, die erweitert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 Flink <br>\u2013 Pirates Gold <br>\u2013 Diggers <br>\u2013 Defender of the Crown 2 <br>\u2013 Microcosm <br>\u2013 Prey: An Alien Encounter <br>\u2013 Litil Divil <br>\u2013 Amiga CD Football <br>\u2013 Castles II <br>\u2013 Final Gate <br>\u2013 Labyrinth of Time <br>\u2013 Lunar-C <br>\u2013 Summer Olympix <br>\u2013 Ultimate Body Blows<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Commodore Amiga Chips\u00e4tze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 OCS (Original Chip Set) \u2013 verwendet in Amiga 1000, 500 und 2000 \u2013 HiRes 640\u00d7256 bzw. 640\u00d7512 (Zeilensprungverfahren PAL) mit 16 aus 4096 Farben; LoRes 320\u00d7256 (320\u00d7512) mit 32 Farben, HAM6 4096 Farben; EHB-Modus (Enhanced Half Bright) \u2013 64 Farben \u2013 32 frei w\u00e4hlbar, der Rest wird aus den ersten 32 mit halber Helligkeit erzeugt <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 ECS (Enhanced Chip Set) \u2013 Amiga 600, 500 Plus und 3000 \u2013 SuperHiRes-Modus mit 1280\u00d7256 (1280\u00d7512) mit 5 aus 64 Farben; frei programmierbare Zeilenfrequenzen und die M\u00f6glichkeit, 2 MiB Chip-RAM zu adressieren <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2013 AGA (Advanced Graphics Architecture) \u2013 Farbtiefe von 12 Bit (4096 Farben) auf 24 Bit (16,8 Mio. Farben), davon k\u00f6nnen maximal 262.144 Farben im HAM8-Modus in allen Aufl\u00f6sungen gleichzeitig dargestellt werden. Die Farbpaletten k\u00f6nnen mit AGA durchgehend 256 Eintr\u00e4ge umfassen. Auch hier sind 2 MiB Chip-RAM m\u00f6glich. \u2013 AAA (Advanced Amiga Architecture) \u2013 64-Bit-Grafikchipsatz, der als Nachfolger des AGA entwickelt werden sollte. Leider blieb es bei drei Prototypen, die noch viele Fehler hatten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<span class=\"embed-youtube\" style=\"text-align:center; display: block;\"><iframe loading=\"lazy\" class=\"youtube-player\" width=\"720\" height=\"405\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8UaXXKkUDwo?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=en-GB&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent\" allowfullscreen=\"true\" style=\"border:0;\" sandbox=\"allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox\"><\/iframe><\/span>\n<\/div><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Spielkonsole von Commodore? Das Commodore Amiga CD\u00b3\u00b2 ist in meine Retro-Ecke eingezogen. 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