{"id":13746,"date":"2016-08-21T09:55:59","date_gmt":"2016-08-21T08:55:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jungsi.de\/?p=13746"},"modified":"2026-09-14T15:11:06","modified_gmt":"2026-09-14T13:11:06","slug":"commodore-128-commodore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jungsi.de\/en\/commodore-128-commodore\/","title":{"rendered":"Commodore 128 [Commodore]"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Aller guten Dinge sind drei &#8211; daher der dritte Commodore Rechner in meiner Sammlung &#8211; nach Commodore 64 und Amiga 500 nun der Commodore 128 (hundertachtundzwanziger). Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass diesen Rechner einer meiner besten Freunde in den 80ern hatte und wir n\u00e4chtelang damit gespielt haben. Ich konnte ihn zusammen mit einem Diskettenlaufwerk VC1570 erhalten &#8211; das Netzteil, eine Staubschutzhaube und ein Video-Kabel waren ebenfalls dabei. Mit dem Videokabel ist es m\u00f6glich, den 80-Zeichen-Modus des 128ers per Scart auf einem Bildschirm darzustellen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entstehungsgeschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung des C128 begann im Sp\u00e4tsommer 1984 unter enormem Zeitdruck. Nachdem sich die 264er-Serie (C16, C116, Plus\/4) als Flop erwiesen hatte, wollten die Commodore-Ingenieure Fred Bowen und Bil Herd die Fehler dieses Vorg\u00e4ngers beheben und einen neuen 8-Bit-Rechner entwickeln, der &#8211; anders als der Plus\/4 &#8211; vollst\u00e4ndig zum C64 kompatibel sein sollte. Diese Entscheidung trafen die beiden zun\u00e4chst im Alleingang, ohne dass das Management davon wusste. Ausschlaggebend war unter anderem eine Begegnung Herds mit einer Anwenderin, deren selbstgeschriebene C64-Lernsoftware auf dem Plus\/4 nicht lief. Als die Marketingabteilung von den Kompatibilit\u00e4tspl\u00e4nen erfuhr, forderte sie prompt hundertprozentige C64-Kompatibilit\u00e4t &#8211; genau die Vorgabe, die dem C128 am Ende seine Drei-Systeme-Architektur bescherte: Da der C64 CP\/M-Software bereits \u00fcber ein steckbares Z80-Modul unterst\u00fctzt hatte, musste auch der Nachfolger diese F\u00e4higkeit bieten. Statt eines Steckmoduls bekam der C128 einen fest eingebauten Zilog Z80A spendiert, wodurch neben dem nativen 128er-Modus und dem C64-Modus ein dritter, eigenst\u00e4ndiger CP\/M-Modus entstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im September 1984 gab Commodore-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Marshall Smith offiziell den Startschuss f\u00fcr die Entwicklung &#8211; zu diesem Zeitpunkt blieben dem Team nur rund vier Monate, um den Rechner rechtzeitig zur Winter CES im Januar 1985 in Las Vegas pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Projektleiter war der damals gerade Anfang 20-j\u00e4hrige Bil Herd, der zuvor schon am Plus\/4 mitgearbeitet hatte; das Entwicklerteam nannte sich selbstironisch die &#8222;C128 Animals&#8220;. Zum Kernteam geh\u00f6rten au\u00dferdem Dave Haynie (Timing, PLA-Emulator, DRAM), Frank Palaia (Z80-Integration und Speichererweiterung &#8211; er brachte die Anbindung des eigentlich doppelt so schnellen Z80A erst im Dezember 1984 zum Laufen, wof\u00fcr dessen Takt auf rund 2,04 MHz gedrosselt wurde) sowie Dave DiOrio f\u00fcr das IC-Design. Auf der Softwareseite zeichneten Fred Bowen (Kernal\/Betriebssystem), Terry Ryan (BASIC V7.0) und Von Ertwine (CP\/M-3.0-Portierung) verantwortlich. \u00dcbrigens: Wer auf einem echten C128 SYS 32800,123,45,6 eingibt, bekommt bis heute die Namen des Entwicklerteams als Easter Egg angezeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rechner wurde im Januar 1985 auf der Winter CES in Las Vegas vorgestellt, dem europ\u00e4ischen Publikum dann im April 1985 auf der Hannover-Messe anhand eines Prototyps mit deutscher Tastatur. Der C128 war der letzte 8-Bit-Rechner von Commodore. In Deutschland kostete er zum Marktstart 1.198 DM. 1986 erschien die Version C128D, bei der Tastatur und Rechner getrennt waren (\u00e4hnlich Atari Mega ST) &#8211; sp\u00e4ter gefolgt von der \u00fcberarbeiteten C128D-CR (&#8222;Cost Reduced&#8220;), bei der Rechner- und Laufwerkselektronik auf einer gemeinsamen Platine zusammengefasst wurden. Er ist nahezu vollst\u00e4ndig softwarekompatibel zum C64. Bis 1990 wurden weltweit mehr als vier Millionen St\u00fcck des Rechners verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erfolg und Rezensionen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland wurde der C128 unter anderem in der Fachzeitschrift &#8222;64&#8217;er&#8220; ausf\u00fchrlich getestet &#8211; bereits die Ausgabe 7\/1985 widmete dem Rechner, CP\/M und dem neuen Laufwerk 1571 einen mehrteiligen Test, in dem Platine, Prozessoren und Chipsatz bis ins Detail seziert wurden. Wegen der gro\u00dfen Nachfrage brachte der Markt &#038; Technik Verlag au\u00dferdem eigene &#8222;128&#8217;er&#8220;-Sonderhefte heraus. Die Resonanz blieb insgesamt zwiegespalten: Gelobt wurden die CP\/M-Kompatibilit\u00e4t und das komfortablere BASIC V7.0, kritisiert dagegen die schon damals als angestaubt empfundene Systemarchitektur mit zwei Prozessoren, zwei Grafikchips und Bankswitching sowie das d\u00fcnne Softwareangebot speziell f\u00fcr den 128er-Modus. Kommerziell war der Rechner trotzdem ein Erfolg: Die hohen Verkaufszahlen in Westdeutschland erkl\u00e4ren sich auch dadurch, dass Commodore die Ger\u00e4te bereits ein Jahr nach Marktstart, ab 1986, zu Schleuderpreisen \u00fcber die Supermarktkette Aldi verkaufte &#8211; viele K\u00e4ufer waren zudem treue Commodore-Kunden, die zuvor schon einen C64 oder Plus\/4 besessen hatten. Bei einer Umfrage der &#8222;64&#8217;er&#8220; aus dem Fr\u00fchjahr 1990 gaben immerhin 26 Prozent der befragten Westdeutschen an, einen C128 zu besitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist der Rechner vor allem, da er zwei 8-Bit-Hauptprozessoren unterschiedlicher Hersteller verwendet. Der 8-Bit-MOS 8502 ist f\u00fcr den C64\/C128-Bereich zust\u00e4ndig und l\u00e4uft im C128-Modus mit 2 MHz (im C64-Modus dagegen nur mit 1 MHz), mit dem 8-Bit-Zilog Z80A, der im CP\/M-Modus ebenfalls mit rund 2 MHz arbeitet, k\u00f6nnen CP\/M-Programme verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Passend zum Rechner gab es auch neue Diskettenlaufwerke &#8211; VC1570\/1571. Das VC1570 wurde urspr\u00fcnglich nur als Interimsmodell entwickelt, weil die eigentlich f\u00fcr den C128 vorgesehene 1571 zum Marktstart noch nicht in ausreichender St\u00fcckzahl lieferbar war. Es kam im gleichen Geh\u00e4use wie der Vorg\u00e4nger VC1541 auf den Markt (nur die Farbe wurde dem C128 angepasst) und hatte einen Schreib-\/Lesekopf. Das VC1571, das in der Form dem C128 angepasst wurde, hatte zwei Schreib-\/Lesek\u00f6pfe.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-14028\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-seitlich-2.jpg\" alt=\"Commodore 128\" class=\"wp-image-14028\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-seitlich-2.jpg 800w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-seitlich-2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Commodore 128<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im C64-Modus steht Commodore BASIC V2.0, im C128-Modus das stark erweiterte BASIC V7.0 zur Verf\u00fcgung. Der 162 Instruktionen umfassende Befehlssatz bietet neben allen Befehlen der Vorg\u00e4ngerversionen &#8211; BASIC V2.0, V3.5 (Plus\/4) sowie V4.0 &#8211; weitere Befehle f\u00fcr die strukturierte Programmierung, Fehlerbehandlung, Klang- und Grafikerzeugung usw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tips<\/strong><br>\n<em>Final Cartridge III am C128<\/em><br>\n&#8211; im C128-Modus: Cartridge Reset =&gt; C64-Modus wird gestartet,<br>\n&#8211; im C64-Modus: Rechner Reset =&gt; C128-Modus wird gestartet,<br>\n&#8211; in beiden Modi mit Cartridge Reset + Commodore Taste in den Desktop des FCIII,<br>\n&#8211; im Desktop mit Cartridge Reset + Run\/Stop in den C64-Modus<br>\n&#8211; im Desktop&nbsp;mit Cartridge Reset + Commodore Taste in den C128-Modus<br>\n&#8211; und nur Cartridge Reset im Desktop dr\u00fccken, setzt&nbsp;den Desktop zur\u00fcck<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-14026 size-medium\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-rueckseite-2-300x225.jpg\" alt=\"Commodore 128 - Anschl\u00fcsse R\u00fcckseite\" class=\"wp-image-14026\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-rueckseite-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-rueckseite-2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Commodore 128 &#8211; Anschl\u00fcsse R\u00fcckseite<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-14025 size-medium\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-rueckseite-1-300x225.jpg\" alt=\"28 - Anschl\u00fcsse R\u00fcckseite\" class=\"wp-image-14025\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-rueckseite-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-rueckseite-1.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">28 &#8211; Anschl\u00fcsse R\u00fcckseite<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-medium wp-image-14024\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"225\" src=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-linke-seite-300x225.jpg\" alt=\"Commodore 128 - Anschl\u00fcsse linke Seite\" class=\"wp-image-14024\" srcset=\"https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-linke-seite-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.jungsi.de\/blog\/wp-content\/uploads\/commodore-128-anschluesse-linke-seite.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Commodore 128 &#8211; Anschl\u00fcsse linke Seite<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Links<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.idealine.info\/emuecke\/index_quereinstieg.htm?\/emuecke\/cpm.htm\" target=\"_blank\">CP\/M Plus<\/a><br>\n<a href=\"http:\/\/www.commodore.se\/c128.htm\" target=\"_blank\">Commercial Specific Software\/Hardware list<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spezielle Spiele f\u00fcr den 128er-Modus blieben Mangelware, daf\u00fcr gibt es relativ viele kommerzielle Anwendungsprogramme f\u00fcr den Rechner.<br>\n<a href=\"http:\/\/commodore128.mirkosoft.sk\/\" target=\"_blank\">Tips and Tricks<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Spiele (speziell f\u00fcr den 128er)<\/strong><br>The Rocky Horror Show<br>Kikstart<br>Ultima IV<br>Ultima V: Warriors of Destiny<br>The Last V8<br>Thai Boxing<br>Trinity<br>Tetris 80<br>Beyond Zork<br>Uridium+<br>Ferrari F1<br>Elite 128<br>Das Ding<br>Burgerwhop<br>Bureaucracy<br>Solit\u00e4r 80<br>Wumpus 2.0<br>Mah-Jongg<br>Invaders 128<br>Trader v2.2<br>Zork: The Great Underground Empire<br>Wizardry: Proving Grounds of the Mad Overlord<br>Wizardry II: Knight of Diamonds<br>Wizardry III: Legacy of Llylgamyn<br>Wizardry V: Heart of the Maelstrom<br>Wishbringer<br>The Hitchhiker\u2019s Guide to the Galaxy<br>Leather Goddesses of Phobos<br>Sherlock: The Riddle of the Crown Jewels<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aller guten Dinge sind drei &#8211; 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